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Ein „Konzertsaal“ zwischen zwei Radioteleskopen

Wie schon vor einem Monat, als das Weltraumradar im Wachtberger „Golfball“ zu einem experimentellen Jazzkonzert einlud, kamen gestern Nachmittag viele Musikbegeisterte in das Eifeldorf Effelsberg zum 100m-Radioteleskop. Denn anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Effelsberger Riesenradios war es quasi der 3.200 Tonnen schwere Ehrengast und bot selbst eine ungewöhnliche Kulisse für einen besonderen Konzertabend mit einem sinfonischen Blasorchester. Ein gesprächiger Parkeinweiser sagte mir, dass es fast 400 Anmeldungen gab. Zu Fuß ging’s für mich die Zufahrtsstraße entlang und da lugte auch schon die riesige Schlüssel zwischen den Bäumen hervor. Sogar ein Reisebus mit Solinger Kennzeichen parkte hier; es war natürlich das „Orchester-Taxi“.

Wegen des schlechten Wetters fand das geplante Open-Air-Konzert leider überdacht statt. Im Konzertzelt, das zwischen den kleinen LOFAR-Antennen und dem großen 100m-Radioempfänger aufgestellt war, war das mit knapp 70 Musikern voll besetzte Orchester mit zwei Harfen, Pauken und natürlich allerhand Blasinstrumenten gerade bei der Generalprobe. Die große Plastikbox war übrigens randvoll mit Leselampen für die Notenständer.

Danach hieß es erstmal warten bis 18:30 Uhr. Für Pauken, Fagott, Klarinetten, Oboen, Querflöten, zwei Harfen, vielen Hörnern und allerhand sonstigen Blechblasinstrumenten standen „Die Planeten“ des Komponisten Gustav Holst auf dem Konzertprogramm, und als Abschluss sollten noch einzelne bekannte Titel der Star Wars-Saga folgen. Das bekannteste Werk des Engländers Holst ist fast so alt wie der Orchesterverein aus Hilgen selbst, der dieses Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert.

Und mitten im Notenständer-Wald warteten Fagott, Röhrenglocken und  Blechbläser.

Während sich die zahlreichen Gäste im Zelt einfanden, füllte sich langsam auch die Bühne mit den Musikern – jetzt alle schön in schwarz-weiß gekleidet. Die Instrumente wurden gestimmt.

„Wir hören in das Universum.“ So stellte Prof. Michael Kramer, einer der Direktoren des MPIfR in Bonn, hinsichtlich des musikalischen Abends den Vorteil der Radioastronomen gegenüber den Kollegen an den optischen Instrumenten vor. Damit leitete er seinen Kurzvortrag zu dem Effelsberger Teleskopgiganten, der mit 100 Meter Durchmesser den zweitgrößten vollbeweglichen Radioempfänger besitzt, ein. Im Jahr 2000 wurde er leider nur um ein paar Meter von dem neuen GBT-Radioteleskop in West Virginia übertrumpft. Im Frühjahr 1971 hatte der weiße Technikkoloß bereits sein First Light – ein Supernovaüberrest nördlich von Deneb -, nach folgenden Testbeobachtungen wurde schließlich im Sommer 1972 offiziell der Messbetrieb aufgenommen.

40 Jahre liegen nun hinter dem Radioteleskop Effelsberg. Da stellt sich durchaus die Frage wieviel Energie der riesige Reflektor in dieser Zeitspanne empfangen hat. Laut Kramer, der aufgrund seiner Arbeit mit Pulsaren als Testobjekte zur Relativitätstheorie eine Krawatte mit Einstein-Konterfei trug, sind es „Pi mal Daumen zehn millionstel Watt“.

Es gab aber nicht nur trockene Zahlen und Fakten, so wurde mit Pulsar-Hörbeispielen bereits auf den musikalischen Abend eingestimmt. Zuerst waren es die „Bongospieler“-Rhythmen langsamer Neutronensterne – z.b. des Krebspulsars -, es folgten die mit 700 Hz hochfrequenten Millisekundenpulsare mit gleichbleibendem Ton ohne Peaks und selbst ein Flug durch einen Kugelsternhaufen mit 20 solcher Pulsare wurde eingespielt. Zu hören gab es auch die neueste Entdeckung der Effelsberger Radioastronomen, denn erst letzte Woche wurde hier von einem Studenten ein neuer schneller Pulsar gefunden. Nach zu hörenden Schallwellen in der heißen strahlungsdominierten Anfangsphase des Kosmos und den an R2D2 erinnernden zwitschernden Radiolauten von Jupiter, der mit seinem Mond Io interagiert, betrat endlich mit dem Taktstock in der Hand der Dirigent die Bühne.

Und mit den ersten vier Stücken aus Holsts Planeten-Komposition begann der Konzertabend. Schon die filmreife Spannungsmusik des Planeten-Openers Mars zeigte unverkennbar Holsts Einfluss auf moderne Filmmusik-Komponisten wie John Williams oder Danny Elfman, dessen Thema aus Ang Lees Hulk deutlich rauszuhören war.

Während andere sich in der Pause bei Nieselregen mit Regenschirm bewaffnet mit Snacks und Getränken versorgten, hab ich vom LOFAR-Areal – der Weg da durch hat sogar einen Namen – ein paar Bilder zusammen mit dem überdachten weißen „Konzertsaal“ und dem 100m-Radioteleskop gemacht.

Der Dirigent und die Musiker warteten schon.

Mit den Planeten Saturn, Uranus und Neptun wurde Holsts Komposition vervollständigt. Pluto bleibt unerwähnt, da er erst kurz vor Holsts Tod entdeckt wurde und, wie der Dirigent richtig bemerkte, auch kein Planet ist. Im Anschluss folgten noch einige allseits bekannte Titel aus Stars Wars und als Zugabe wurde das Hauptthema aus Out of Africa gespielt. Für diesen wunderbaren Konzertabend folgten vom Publikum rauschender Beifall und massenhaft Standing Ovations.

Bis auf die Stühle war schon nach 10, 15 Minuten die Bühne leer, die Harfen wurden in Autos verladen und auch die vier Pauken waren bereits abfahrbereit.

Unterwegs zum Haupttor wurde der weiße Riesenreflektor geschwenkt, so dass ich noch ein paar Natur-und-Technik-Fotos machte.

Nach der Fahrt aus dem kleinen Eifeltal hatte man von Effelsberg einen wundervollen Blick auf das zwischen den Hügeln hervorlugende Riesenteleskop im Abendlicht und auf die letzten Sonnenstrahlen inmitten eines malerischen Farbenspiels.

25.06.2012

Astronomie in Hamburg gestern und heute – Teil 2

Nichts erinnert mehr an die jahrhundertelange Astronomiegeschichte Hamburgs, ihre Wurzeln sind längst aus der Stadt verschwunden. Sowohl die 1722 von Johann Beyer im sog. Steerenkiker-Huus/Steerenkiekerhus eingerichtete Privatsternwarte, als auch das benachbarte Baumhaus, in dem Johann Georg Büsch ab 1790 astronomische Beobachtungen durchführte, gibt es nicht mehr. Auf dem Gelände des heutigen Sintfangs, wo Johann Georg Repsold 1802 eine kleine Fachwerkhütte als Sternwarte errichtete, während er in einem alten Artillerie-Wachthaus wohnte, steht eine Jugendherge, auf dem Grundstück der ehemaligen Sternwarte am Millerntor befindet sich heute das HamburgMuseum, auch die dazu gehörende Zeitball-Anlage auf dem Kaiserspeicher ist nicht mehr und selbst Heinrich Schumachers Observatorium in Altona ist neu bebaut worden. Sogar das Wandsbeker Schloss, in dem der berühmte Astronom Tycho Brahe ab 1597 für fast ein Jahr wohnte, bevor er nach Prag ging, existiert nicht mehr; es läge heute im Wandsbeker Zentrum.

Wenn man also Astronomie in Hamburg sucht, bleibt heute nur ein Besuch der 1912 fertiggestellten Sternwarte in Bergedorf. Und ich hatte das Glück, dass sie heute vor zwei Wochen während meines Städtetrip-Wochenendes zu ihrem 100-jährigen Bestehen zum Tag der offenen Tür einlud. Neben dem Teleskoppark freute ich mich auf die Ausstellungen im Hauptgebäude, doch ich musste erstmal feststellen, dass dafür leider kein Personal abgestellt wurde. Eine nette Mitarbeiterin hat dann extra für uns zwei die Tür zu Bernhard Schmidt aufgeschlossen. Ein Tisch ist mit vielen Originalen – den Hut etwa findet man  hier wieder – hergerichtet und zeigt ein Modell seiner Spiegelschleifmaschine.

1916 entstand aus einem an die Sternwarte Bergedorf gerichteten Brief, dem Schmidt Himmelsaufnahmen mit 31 Meter Brennweite beifügte, sofort eine enge Zusammenarbeit mit den Hamburger Astronomen. 1926 zog der „große Zauberer“ aus seiner „Hexen-Küche“ in Mittweida schließlich komplett nach Hamburg und hatte hier als freiwilliger Mitarbeiter im Keller des Hauptgebäudes seine Werkstatt.

Auch ein Modell des Großen Schmidtspiegels mit einem 1,2m-Spiegel, der Ende 1954 sein First Light hatte, ist hier zu sehen. Heute steht das Teleskop in Spanien im Calar-Alto-Observatorium und ist seit 2000 außer Betrieb.

Vom ehemaligen Schmidtspiegel-Gebäude hat man heute einen Blick auf Bernhard Schmidts Grab. Der „Per Aspera“-Schriftzug ist schon etwas abgenutzt.

Außer dem kleinen Schmidt-Museum gibt es im Hauptgebäude im oberen Flur weiter reichlich Hamburger Astronomiegeschichte. Dort steht z.b. ein Modell des 1825 fertiggestellten Repsold’schen Observatoriums am Millerntor.

30 Jahre später erhielt es einen zusätzlichen Turmanbau, dessen Kuppel heute das einzige ist, was von diesem Gebäude übrig geblieben ist, denn sie ist komplett mit Teleskop und Beobachterfahrstuhl nach Bergedorf umgezogen.

Daneben steht das mannsgroße und sehr detaillierte 1:10-Modell der Zeitball-Anlage, die 1876 auf dem Turm des Kaiserspeichers in Betrieb ging und durch ein tägliches Zeitsignal von der Millerntor-Sternwarte gesteuert wurde. Wie in Teil 1 zu meinem Städtetrip berichtet, entsteht an der Stelle des ehemaligen Kaispeichers an der Kehrwiederspitze die Elbphilarmonie.

Neben reichlich Infopostern an den Flurwänden und im Treppenhaus liegt in einer Vitrine das älteste Objektiv der Hamburger Sternwarte. 1819 wurde auf Repsolds Auftrag hin diese 108mm-Linse in Fraunhofers Werkstatt in Benediktbeuern hergestellt. Vermutlich ging seine Bestellung auf einen Brief zurück, in dem Fraunhofer ihm im März 1819 über einen „neuen Apparat“ mit 108mm Öffnung und 1,6m Brennweite schrieb, mit dem er „die Natur des Lichtes der Fixsterne“ studierte und damit z.b. helle Sterne wie Sirius, Beteigeuze und Kapella beobachtete.

Weitere interessante Kleinigkeiten findet man im Vortragsraum unter dem Cafe „Raum & Zeit“ im Besucherzentrum. In Schaukästen ruht hier gleich neben Flamsteeds Katalog u.a. das 1852 veröffentlichte Verzeichnis von Carl Rümker, der ab 1836 auf der Millerntor-Sternwarte 12.000 Sternpositionen vermaß. Dieses Werk war den Bergedorfer Astronomen rund 70 Jahre danach sogar eine Reduktion wert. Dazu wurden 5.000 Sternörter in 860 Nächten mit dem unter einem Tonnendach aufgestellten neuen Meridiankreis erneut vermessen.

Außerdem ist ein Chronometer ausgestellt, den der Hamburger Kaufmann Eduard Lippert, der bereits der Sponsor des Lippert-Astrografen war, 1919 der Sternwarte schenkte und daneben steht ein 1914 gekauftes UV-Triplett-Objektiv mit 3,45m Brennweite von Carl Zeiss Jena.

Was gab’s noch an Kleinigkeiten zu sehen? Beispielsweise diese vor dem Besucherzentrum stehende Mondkuh.

Ich bin eine Spiegelung auf der Sonnenoberfläche, denn natürlich hat das große Gelände auch einen eigenen Planetenpfad zu bieten.

Der nächste Teil führt dann durch das Sternwartengelände von Bergedorf.

23.06.2012

„Stellare Klänge“ im Wachtberger Weltraumradar

Was verschlägt zwei Musiker aus Köln, einer in Polen geboren, der andere mit iranischen Wurzeln, in die weiße Kuppel der Großradaranlage in Wachtberg? „Töne öffnen Türen“ – so das Motto des Tonfolgen-Festivals – und dieses Jahr lud eben auch das Fraunhofer-Institut zu einem ungewöhnlichen Konzertabend direkt unter dem 34m-Weltraumradar ein. Weitere Konzerte an „sonst verschlossenen Orten“ finden z.b. in der JVA Rheinbach, einem Talsperren-Pumphaus oder einem Flugplatz-Hangar statt.

Und da ich nun seit zehn Jahren hier mit dem „Golfball“ vor der Nase wohne, hab ich doch glatt die Gelegenheit genutzt, mir das Radar endlich aus der Nähe anzugucken. Bei meiner Ankunft gestern Abend (01. Juni) war der Besucherparkplatz schon voll, der „Konzertsaal“ in der 49 Meter messenden Radarkuppel dagegen irgendwie (fast) leer.

Bei genauem Hinsehen konnte man verfolgen, wie sich kaum merkbar das riesige Weltraumbeobachtungsradar TIRA Bogenminute für Bogenminute bewegte.

Das Radom füllte sich langsam und der große Parabolspiegel über uns wird bestaunt.

Experimenteller Jazz ist nicht jedermanns Sache, am Ende war dieser ungewöhnliche Konzertsaal trotzdem voll, die Altersspanne in dem gut gemischten Publikum reichte von 10 bis 70 Jahren.

Kurz vor dem Beginn um 20 Uhr zog noch eine wilde Karussellfahrt, um die Wendigkeit und Geschwindigkeit der TIRA-Antenne (24° pro Sekunde) zu demonstrieren, alle Blicke auf sich.

Nach begrüßenden Worten des Bürgermeisters von Wachtberg, folgten einige einführende Worte von Hochfrequenzphysiker und Institutsleiter Professor Ender (die Radarverfolgung des aufgegebenen Envisat kostet übrigens pro Überflug 2.000, 3.000 Euro). Es wurde kurz das Arbeitsfeld des FHR-Instituts und die Überwachungstätigkeit der erdnahen Orbits mit TIRA erläutert; zu 12% wird hier Weltraumbeobachtung betrieben.

Nebenbei erinnerte er sich noch an die 4.500 Besucher, die 2004 zum 100-Jahr-Jubiläum ins Wachtberger Radom strömten. Und nach einigen Fachbegriffen aus Physik und Technik folgte nach dem Weißen Rauschen schließlich die Überleitung von Stardust – Sternenstaub – zu dus-ti, obwohl  der Projektname des Kölner Musikerduos nicht in diesem Sinne „staubig“ meint. Die Konzertbesucher in der Großradaranlage warteten jetzt alle gespannt auf „stellare Klänge“ an diesem „magischen Ort“.

Ferne Trompetentöne waren zu hören, es trommelte blechern, aber wo waren die Musiker? Eine Hälfte des Duos,  stand mit seinem Instrument über der Bühne am Geländer und nutzte das raumfüllende Echo voll aus. Der Drummer versteckte sich währenddessen hinter zwei großen Metallobjekten, so wurde das trichterförmige Gerät vielseitig als Schlaginstrument eingesetzt. Später erfuhren wir erst, dass es sich dabei um Ersatzteile der großen 240 Tonnen schweren Parabolantenne über uns handelt.

Um genau zu sein handelt es sich links um einen Hornstrahler des Parabolspiegels und rechts um den sekundären Cassegrain-Spiegel. So kamen aus einem für Radiowellen gebauten Instrument plötzlich Schallwellen. Diese Verbindung ergab ein ganz besonderes Klangerlebnis. Das war wirklich was einzigartiges. Wann wird sonst auf Bauteilen eines Weltraumradars getrommelt oder darin sitzend sogar auf der Trompete gespielt?

Und das war nur das Intro.

Wer zumindest schon mal den Namen Nils Petter Molvaer gehört hat, war an diesem Abend in der weltgrößten Radarkuppel goldrichtig. Genau an seine Musik erinnerte mich das virtuose Trompetenspiel von Pablo Gwi. Neben ihm holte Mirek Pyschny mit Sticks, Besen und Händen alle möglichen Sounds aus der Snare. Die Bassdrum war weniger zu hören, aber wenn, dann wummerte sie durch’s  ganze Radom. Geradlinige Rhythmen oder Loops gab es fast nicht, so hat ihr improvisiertes Spiel einen ganz besonderen Reiz. Und sogar Professor Ender wippte im Takt.

Mal langsam, dunkel und verhalten, dann wieder groovig mit Synthie-Klängen oder wild und laut krachend, dass man meint, eine Supernova zu hören – diese Musik lässt sich nicht beschreiben, man muss sie einfach hören. Durch die Reduktion auf zwei Instrumente können sich ihre akustisch und elektronisch erzeugten Klangwelten erst recht vollends entfalten. Die experimentierfreundigen Musiker hatten zudem sichtlich Spaß mit der Akustik im Radom bzw. dem raumfüllenden Wiederhall in der Radaranlage zu spielen. Auf diese Weise trug auch der 49m-Kuppelbau zu diesem wunderbaren Konzertabend bei.

So entstand zusammengenommen direkt unter dem Weltraumradar ein ganz besonderer Klangkosmos. Eine ganz eigene Musik an diesem „magischen Ort“.

Hauptsächlich waren nur Schlagzeug und Trompete zu hören, nebenbei wurde auch mit elektronischen Elementen gespielt – eine Hand am Synthie, die andere an den Ventilen.

Mit der Trompete vor dem Lautsprecher wurden (gewollt) zusätzlich verzerrte Rückkopplungseffekte erzeugt.

Am Ende des Konzerts wurde ihnen als Dankeschön vom Bürgermeister ein Präsent in Kugelform aus dem Wachtberger Töpferdorf Adendorf überreicht.

Ich als Laie was experimentelle Musik angeht, würde ihren Stil vielleicht Ambient-Jazz nennen, sie selber ordnen sich eher Now-Jazz oder Noise zu, und bei ihrem Auftritt vor wenigen Tagen beim Avantgarde-Jazzfestival in Moers, wo auch schon Nils Petter Molvaer spielte, ging es sogar in Richtung Heavy Metal Jazz. In weiteren Gesprächen zeigte sich Giw, der schon mit 6 Jahren das Trompetenspiel begann und übrigens beim Sohn des berühmten Musikpioniers Karlheinz Stockhausen lernte, ganz begeistert von der Radom-Location. Er meinte, der Klang hier in der Radarkuppel sei fast vergleichbar mit einer großen Moschee in Isfahan, in der ein glasklares 7-faches Echo zu hören ist.

Nach der Zugabe wurde wie schon in der Pause nach Autogrammen gefragt. Und es wurde sogar ein Kontakt geknüpft, der sie vielleicht in den Kölner Dom bringen könnte.

Elektronik am Schlagzeug, inkl. Beckensprung.

Diverse Synthesizer mit Trompete und Dämpfern.

Das Musikerduo dus-ti vor einem Hornstrahler des TIRA-Weltraumradars.

02.06.2012

Ein Rheinländer als chinesischer Astronom mit Geheimakte

Wer sich über Argelander hinaus mit der Astronomiegeschichte der Bonner Region beschäftigt, wird feststellen, dass sie 400 Jahre weit zurückreicht, bis zu einem Mann namens Johann Adam Schall von Bell. Er stammte aus einem Adelsgeschlecht in Lüftelberg (eine Straße ist hier nach ihm benannt), was heute zu Meckenheim gehört. Trotz seiner familiären Herkunft wollte er sich weltlichen Dingen widmen, wurde schließlich Jesuit und ging als Missionar nach China, wo er als Astronom zum Leiter der kaiserlichen Sternwarte in Peking aufstieg.

Durch Zufall ist mir letzte Woche in einer Bonner Mensa ein Flyer zu der Ausstellung „Europa trifft China trifft Europa“ in die Hände gefallen. Hier geht es um das Wirken der europäischen Missionare in China vor rund 400 Jahren und den daraus entstandenen Kultur- und Wissensaustausch – und mittendrin der Astronom Schall von Bell aus Meckenheim. Neben dieser Ausstellung der Bundeskunsthalle zum Chinesischen Kulturjahr in Deutschland stehen noch zahlreiche weitere Veranstaltungen in Bonn auf dem Programm. „Die Veranstaltungsreihe umfasst eine große Zahl an Vorträgen, Ausstellungen, Symposien, Konferenzen und Foren und ist ein besonderes Aushängeschild für Bonn als internationalem Standort für hochwertige Bildung, Kultur und Wissenschaft“, heißt es von Schirmherr und Oberbürgermeister Nimptsch.

Vorbei an der Fassade der Bundeskunsthalle mit der großen Ausstellung zum 40. Todestag von Romy Schneider ging es zu einem Nebengebäude auf der Südseite. Die nicht mehr vollständige Bambuskonstruktion – ursprünglich war es ein Ikosaeder (Zwanzigflächner) – wies mir den Weg. Auf Facebook war dazu zu lesen: „Dieser Körper der Euklidischen Geometrie, gefertigt aus dem chinesischsten aller Baustoffe, symbolisiert den Wissenschaftstransfer von West nach Ost.“

IMG_0556Aus Bambusholz und großen Leinwänden ist eine kleine aber feine Ausstellung zu den im 17. Jahrhundert nach China gereisten Jesuiten Ricci, Trigault, Schreck und Schall von Bell entstanden.

Bei meinem Besuch gestern Mittag (29. Mai) wurde gerade eine Schulklasse durch den kleinen Ausstellungsraum geführt. Es ging um die Alte Sternwarte in Peking, den ersten bekannten Todesfall durch Tabakkonsum (von Schreck entdeckt), sowie den europäischen Einfluss in der chinesischen Kunst, und vor der Schautafel zu Schall von Bell wurde aufmerksam der Geschichte des vor 420 Jahren geborenen Jesuitenmissionars aus Lüftelberg zugehört.

Schall von Bell wurde 1592 geboren und besuchte das Kölner Dreikönigsgymnasium, bevor er 1611 dem Jesuitenorden beitrat und 1617 die Priesterweihe erhielt. Zusammen mit einer Gruppe Jesuiten machte er sich im April 1618 von Portugal aus auf den langen Weg in den fernen Osten. Die 22 Missionare, darunter Nicolas Trigault und Johann Schreck, erreichten nach einer 15-monatigen Seereise endlich China. Mit diesem Schiff gelangten außerdem Galileis Entdeckungen und das kurz zuvor erfundene Fernrohr in das ferne Kaiserreich.

Um mit ihren Zahlen wieder erfolgreich Finsternisse berechnen zu können, beauftragten die chinesischen Astronomen Johann Schreck mit einer überfälligen Kalenderreform. Er hoffte auf Hilfe von Galilei und schrieb: „Von Galileo wünsche ich sehr, wie ich auch zu anderer Zeit geschrieben habe, die Berechnung der Finsternisse […] aus seinen neuen Beobachtungen; denn sie sind uns dringend nötig zur Verbesserung des Kalenders.“ Eine weitere Bitte fiel 1627 – vier Jahre nach dem Abschicken – Kepler in die Hände: „Die Chinesen möchten ihren Kalender verbessern, in dem die Vorhersage der Finsternisse […] die Hauptrolle spielt.“ Seine Rudolfinischen Tafeln erreichten allerdings erst 1646 das ferne China. Aber auch ohne Hilfe aus Europa konnte er die Sonnenfinsternis im Juni 1629 auf die Minute vorausberechnen.

Die geplante Kalenderreform sollte endlich beginnen. Nach Schrecks Tod 1630 wurde Schall von Bell nach Peking ins Kalenderamt berufen und sollte schließlich die notwendige Arbeit durchführen.

Der rheinländische Jesuitenpater, der sich jetzt Tang Jo-Wang oder Tang Ruowang nannte, erlangte durch den Wechsel von der Ming- zur Mandschu-Dynastie das Vertrauen gleich zweier Kaiser. So wurde der „Lüftelberger in Peking“ nach der richtig vorhergesagten Sonnenfinsternis von September 1644 als erster Europäer Direktor des Astronomischen Amtes, damit Leiter der Alten Sternwarte, und stieg sogar als Mandarin 1. Klasse zum Staatsbeamten höchsten Ranges auf – symbolisiert durch den Kranich auf seinem Mandaringewand. Selbst Jahrhunderte später wurde Schall von Bell noch als „einer der kräftigsten Minister, die China je gehabt“ gewürdigt.

Der geistliche Astronom, der vom jungen Kaiser Shunzhi „Großvater“ genannt wurde, erhielt zudem im April 1653 den für ihn geschaffenen Ehrentitel „Die Geheimnisse des Himmels ergründender Lehrer“. Die Urkunde zeigt einen Text mit Drachenumrandung: „Der Himmel hat uns einen weisen Mann geschenkt, der die Zeiten messen, die Fehler von Jahrtausenden verbessern und einen vortrefflichen Kalender für unsere Dynastie abfassen konnte.“

Unbekannt war mir bisher die Geschichte um einen Prozess gegen ihn. Denn mit einem politischen Eklat wendete sich schließlich das Blatt gegen den hoch angesehenen Gelehrten vom Rhein. 1664 wurde er für schuldig am frühen Tod von Kaiser Shunzhi gehalten. Wegen Hochverrats wurde der 72-jährige Schall von Bell eingekerkert, das anschließende Urteil sollte mit der grausamsten Todesstrafe vollstreckt werden: Zerstückelung bei lebendigem Leib. Nach einer Kometensichtung, einem Erdbeben und einem Großbrand im Palast – alles im April 1665 – war man plötzlich von seiner Unschuld überzeugt und es kam doch noch zum Freispruch des alten Mannes. Im Jahr darauf starb er als vielleicht bedeutendster Jesuitenmissionar in China „aus dem Lande Germanien am westlichen Ozean“, wie es auf seinem Grabstein heißt.

In einem in der Ausstellung gezeigten Film ist sogar der Umschlag mit der Geheimakte zum Prozess zu sehen.

Übrigens verfasste der Astronom 1626 auf chinesisch die Schrift „Über das Fernrohr“, im Original „Yuan-Jing-Shuo“. Darin beschrieb er das Teleskop, die Projektionsmethode mit Seidenpapier zur genaueren Beobachtung von Sonnenfinsternissen und das damals noch gültige Weltbild von Tycho Brahe. Es wurde sogar vermutet, ob eine darin dargestellte Zeichnung die erste Beobachtung des Krebsnebels M 1 zeigen könnte, nach abschließender Beurteilung konnte dies allerdings nicht bestätigt werden.

Schall von Bells Nachfolger am Kaiserhof wurde der aus Belgien stammende Pater Ferdinand Verbiest. Er ist vor allem durch die um 1670 durchgeführte Neuausstattung der in der Ming-Dynastie aufgebauten kaiserlichen Sternwarte in Peking bekannt. Zum Vorbild nahm er sich dabei Tycho Brahes Observatorium bzw. seine Instrumente. Der hier links dargestellte Sextant hat im Original einen Radius von 2,4 Metern.

Neben den großen Leinwänden und einzelnen Büchern wurden auch zwei Repliken im Maßstab 1:14 gezeigt. Hier ist z.b. nicht nur die Halterung mit zwei chinesischen Drachen verziert, auch der Quadrant ist mit einem dekoriert. Das im Original aus Messing gefertige Instrument hat einen Radius von 1,8 Metern und wurde ebenfalls 1673 von Verbiest für die Sternwarte (hinten links) gebaut.

Es war sogar ein Nachbau in Originalgröße geplant, mit dem draußen tatsächlich Beobachtungen durchgeführt werden sollten, bei Kosten von einigen 10.000 Euro konnte dies aber nicht umgesetzt werden.

Mit den Missionaren kam auch die westliche Mathematik nach China. Hier gründete Matteo Ricci 1583 die erste Jesuitenmission. Nach anderthalb Jahren Ausarbeitung erschien 1607 die von ihm zusammen mit einem chinesischen Gelehrten durchgeführte Übersetzung der ersten sechs Bücher von Euklids Elemente. So erklärt sich auch die geometrische Bambuskonstruktion vor dem Gebäude.

Aber nicht nur die von den Jesuiten in China gelehrte Astronomie und Mathematik wurde dargestellt, ebenso wurden hier Medizin, Kartografie, Technik, Botanik oder der aus Europa mitgebrachte künstlerische Einfluss am Hof des chinesischen Kaisers thematisiert.

31.05.2012

Zweimal Radioastronomie mit Musik

2012 steht ganz um Zeichen von 40 Jahre Radioteleskop Effelsberg. Im August 1972 hat der 100 Meter große Radioempfänger und über 3.000 Tonnen schwere Teleskopgigant seinen Messbetrieb aufgenommen. Mit einem besonderen Abschluss soll das Jubiläumsjahr – sogar ein 40-Jahre-Weg wurde angelegt – mit einem Open-Air-Konzert am Radioteleskop ausklingen.

Der genau vor 100 Jahren gegründete Orchesterverein Hilgen unter der Leitung des international gefragten Dirigenten Johannes Stert wird Gustav Holsts „Die Planeten“ und John Williams‘ Musik aus der Weltraumsaga Star Wars aufführen. „Zu Fuße des 100-m-Radioteleskops“ soll das Konzert am 24. Juni stattfinden, Einlass ist ab 17:30 Uhr, Beginn ab 18:30 Uhr. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist jedoch zwingend erforderlich.

Ein weiteres Konzert vor radioastronomischem Hintergrund gibt es bereits übermorgen am 01. Juni in der Großradaranlage in Wachtberg. Seit 1994 dient das 34 Meter große TIRA-Radar in dem „Golfball“ zur Beobachtung des Erdorbits mit erdnahen Satelliten sowie Weltraumschrott, und am Freitag wird es zur Kulisse für ein experimentelles Konzert. Es gehört zum Programm des Tonfolgen-Festivals, welches unter dem Motto „Töne öffnen Türen“ um das erste Juni-Wochenende im Rheinland Musik an „sonst verschlossene Orte der Begegnung“ bringt.  Neben dem Konzert unter dem Radar stehen z.b. auch Musikaufführungen in der JVA Rheinbach, dem Pumphaus der Wahnbachtalsperre oder einem Hangar des Flugplatz Hangelar auf dem Programm.

30.05.2012

Bonner Live-Blog zur Planetentagung in Violau

Daniel und Peter berichten die kommenden Tage im Nachbarblog „Bonner Sterne“ exklusiv von der diesjährigen Planetentagung. In umgekehrter Chronologie kann man hier ihren Live-Blog aus Violau verfolgen.

26.05.2012

Volles Programm: Transits im Doppelpack und Sichelpaar am Abend

Wie angekündigt gab es vorgestern (22. Mai) ein großes Astronomieprogramm im Bonner Raum. In gleich zwei Vorträgen zum Thema Transit berichtete zuerst Exoplanetenjäger Artie Hatzes über extrasolare Transitplaneten von Kepler und Corot, anschließend ging es erneut quer durch 400 Jahre Venustransit-Geschichte und als Abschluss wurde noch in kleiner Runde am Abendhimmel die Venus neben der erst 44 Stunden alte Mondsichel beobachtet.

Zwei Tage vor seinem 55. Geburtstag berichtete Artie Hatzes, Deutschlands führender Exoplanetenforscher und Direktor der Tautenburger Sternwarte, beim letzten DLR-Astroseminar 2012 über extrasolare Planeten im Allgemeinen bzw. über die mit Corot und Kepler entdeckten Transitplaneten im Besonderen. In gebrochenem Englisch – der Texaner lebt jetzt seit 12 Jahren in Thüringen – führte er durch den 90-minütigen Vortrag. Unter anderem ging es auch um seine Mitentdeckung des Gesteinsplaneten Corot-7b, dessen Masse immer noch nicht genau genug bestimmt ist (neueste Beobachtungen werden gerade ausgewertet), und seltsamerweise scheint es dort ein Exo-Australien zu geben.

Bei der Vorstellung der beiden Weltraumteleskope brachte Hatzes sogar eine amüsante Verschwörungstheorie ins Spiel, denn genau einen Tag nach dem Start des NASA-Satelliten Kepler im März 2009 fielen beim europäischen Gegenstück zwei CCDs aus und seitdem geht Corot mit nur noch einem CCD-Chip auf Planetensuche. Es hieß außerdem, dass die Entscheidung zur Verlängerung der Corot-Mission noch im Juni fallen soll.

Viele Exoplaneten (26 bestätigt von Corot, 61 bestätigt von Kepler) sind kochende Welten, allerdings so dunkel wie Asphalt bzw. unser Mond.

Und wo versteckt sich weiteres Leben im Universum?

Als Abschluss zeigte der Thüringer Professor sein Lieblingsbild. Die als „Pale Blue Dot“ bekannte Voyager-Aufnahme entstand am Valentinstag 1990 und zeigt die 0,1 Pixel große Erde aus einer Entfernung von über 6 Milliarden Kilometern (42 AE).

Besonders bei der anschließenden Fragerunde kam Hatzes‘ ganze Körpersprache zum Einsatz, dass man sich sogar an einen TV-Comedian erinnert fühlte. Meine Frage wurde ebenso mit vielen Gesten beantwortet. Er erzählte, wie er Ende der 60er Jahre als junger Teenager viel Cream hörte und unbedingt Drummer werden wollte. 1969 verfolgte er das Apollo-Programm und als ihn seine Mutter schon im Juni nach einem Weihnachtsgeschenk fragte, wünschte er sich ein Fernrohr. Weihnachten 1969 kam und als der 12-jährige Artie Hatzes sein großes Geschenk aufmachte und einen weißen langen Tubus entdeckte, sah er seine Zukunft: er wollte Astronom werden. Wäre also das Apollo-Programm nicht gewesen, der heutige Astronom hätte vielleicht eine Laufbahn als Musiker eingeschlagen und wäre Drummer geworden.

Wie mir der Texaner mit griechischen Wurzeln später noch erzählte, handelt es sich bei dem Fernrohr um ein 60mm-Tasco mit 1000mm Brennweite. Den Refraktor besitzt er noch heute – er steht in seinem Büro in Tautenburg – und hat damit sogar den Venustransit 2004 beobachtet. Als Hobbyastronom führte er damals sogar ein Beobachtungsbuch und konnte als Jugendlicher noch die Milchstraße über Austin sehen.

Viele Fragen wurden gestellt, z.b. ging es kurz um den Corot-Nachfolger Plato, wobei der Exoplanetenforscher mutmaßte, ob er dann in naher Zukunft vielleicht schon direkt vom griechischen Strand aus die neuesten Daten analysieren wird. Und wie war das nochmal mit dem Blickwinkel und den Transitplaneten?

Danach ging’s mit Daniel und einem Remscheider Sternfreund von der DLR in Köln direkt zum Argelander-Institut nach Bonn. Die Wartezeit wurde in der Institutsbibliothek verbracht, denn der Venustransit-Vortrag sollte erst um halb 8 beginnen. Stefan hatte ihn schon in Essen gehalten, Paul wenige Tage danach in Bonn und nun folgte das gemeinsame Double-Feature mit der dritten Aufführung ihres Projekts „Transits in Time“. Leider bekam ihr Vortrag nicht die Aufmerksamkeit, die er verdient hätte, für die wenigen Zuhörer wurden die 90 Minuten dennoch vollgepackt mit Himmelsmechanik, Astronomiegeschichte, Keyboard-Klangeinlagen und persönlichen Eindrücken des letzten Venustransits sowie der abschließenden „Transit-Sonate“.

Historische Perönlichkeiten, nur Punkte auf der Weltkarte, kamen sogar selbst zu Wort.

Himmelsmechanik in Noten: mit Sonifikation wird Astronomie hörbar.

Die Sonne mit Venustransit zum Greifen nah.

Paul zeigt wieder seinen Glückstreffer von 2004, ein Foto das eigentlich selbst verrät, wann es nur aufgenommen worden sein kann.

Und nach 90 Minuten folgt als musikalischer Abschluss eine Zeitreise durch 400 Jahre Venustransit – für 400 Sekunden haut Paul nochmal in die Tasten. „Transits in Time“ ist nicht nur eine audiovisuelle Reise mit großen Astronomen durch die Jahrhunderte, auch andere Berühmtheiten der Weltgeschichte bleiben nicht unerwähnt.

Sogar die Titantic tauchte zwischenzeitlich auf.

Eine vierte Aufführung der vertonten Venustransit-Geschichte wird es schon am nächsten Samstag (26. Mai) auf der 31. Planetentagung in Violau geben.

Nach dem Double-Feature ging’s direkt nach draußen auf die Wiese, wo Wilfried schon seinen Refraktor in den abendlichen Himmel richtete. Es war nur leicht bewölkt und so konnten die Zuhörer sogar noch mit eigenen Augen einen Blick auf die schmale Venussichel werfen.

Ich holte auch meinen Richfielder aus dem Auto und zielte auf den Abendstern, der bereits genau in zwei Wochen vor der Sonnenscheibe vorbeiziehen wird.

Die verbleibenden Sternfreunde versuchten mit Fernrohr und Stefans  10×42-Fernglas die ganz junge Mondsichel zu erwischen – ein Sichelpaar in der fortschreitenden Dämmerung.

Und während Daniel grübelte, machte Stefan meinen Refraktor zum Brigde-Richfielder.

Tatsächlich gelang’s mir als erstem die schmale Mondsichel keine zwei Tage nach der Sonnenfinsternis im Okular zu sichten. Anschließend ging’s dann auch mit bloßem Auge. In dem kleinem Bild ist die erst 44 Stunden alte Mondsichel zwischen Venus und heller Laterne nur als hauchdünne Linie zu erkennen, mit der größeren Version geht’s besser. Daniels Bilder des Abends gibt’s hier und hier.

Durch meinen 10x vergrößernden Richfielder ließen sich Venus- und Mondsichel gut ablichten, das Sichelpaar ist hier in etwa richtigem Größenverhältnis dargestellt.

24.05.2012

Ein Optikspezialist als Publikumsmagnet: Al Nagler in Essen

Am 05. Mai fand bereits die 28. Ausgabe des AstroTrödelTreffs ATT in Essen statt – offenbar die letzte ohne Videoüberwachung – und das absolute Hightlight war für viele Messebesucher sicher der Besuch von Al Nagler, dessen Okulare von unzähligen Hobbyastronomen verwendet werden. Etwa Viertel vor 11 kamen Lambert und ich an der Gesamtschule an und stürzten uns gleich ins Getümmel. Während er es sich am Heimatstand – mit neuem Konzept – des Oculum-Verlags bequem machte, schaute ich mich ein wenig auf der Messe um und bezog gleich einen Platz in der ersten Reihe von Stefans Venustransit-Vortrag. Thematisch ging es zuerst um himmelsmechanische Aspekte und später hauptsächlich um die großen Expeditionen des 18. und 19. Jahrhunderts, aber nicht nur, denn z.b. wurden auch Venustransits in der Kunst angesprochen. Wie Stefan zeigte, funktioniert das Motiv sogar als Backware und winkte mit einem Exemplar von seinen auf 100 Stück limitierten leckeren Transitkeksen.

Zum Schluss seines Vortrags folgte die angekündigte Welturaufführung einer einzigartigen „musikalischen Zeitreise“ durch die Astronomie- bzw. Weltgeschichte. Der 400 Minuten dauernde Venusdurchgang 2012 wird dabei auf 400 Sekunden verkürzt, gleichzeitig entpricht diese Zahl den vergangenen vier Jahrhunderten Erforschung der Venustransits. Die Komposition unter dem Titel „Transits in Time“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Bonner Sternfreunde Paul Hombach und eben Stefan Krause. Mehr Bilder hab ich bei der zweiten Aufführung drei Tage später im Deutschen Museum Bonn aufgenommen. Die astronomische Klangcollage endete mit lautem Applaus.

Zum Stöbern im Messegedränge kam ich aber nicht, schließlich wollte ich mir für Al Naglers Vortrag um 14 Uhr einen guten Platz in der ersten Reihe sichern.

Neben mir hatte Als Frau Judi Platz genommen und plauderte mit den ATT-Machern aus dem Nähkästchen und als auch der Laserpointer besorgt war, konnte es schließlich losgehen – ohne Simultanübersetzer. Er erzählte, dass er zum ersten Mal Deutschland besuche, und hat als Fachmann für Linsen erstmal eine alte Karikatur von ihm richtig gestellt.

Seit einem Besuch des New Yorker Hayden-Planetariums im Jahr 1948 ist Al „infected with astronomy“. Hier fand auch das erste Date des seit 1961 verheirateten Paares statt. Witzige Anekdoten hatte der Optikdesigner genug auf Lager, selbst die amüsante Geschichte vom Police Officer und dem „coffin“ auf dem Rücksitz seines Checker-Taxis wurde zum besten gegeben. Zum Leidwesen seiner Mutter hat er beim Schleifen und Polieren des 20cm-Spiegels die Tischplatte der Nähmaschine ruiniert. Im Dezember 1955 erschien ein Artikel zu dem selbstgebauten Achtzöller und damit verdiente der 20-jährige Al Nagler sein erstes Geld mit der Astronomie. Damals wollte man – laut nebenstehender Anzeige – für ein Teleskop mit 280-facher Vergrößerung tatsächlich nur 3 Dollar 49.

Einige persönliche Bilder von den seinen ersten Teleskoptreffen wurden gezeigt. Beispielsweise war auf einem Foto seine Frau Judi und eine eingerahmte Aufnahme des Doppelsternhaufens im Perseus zu sehen. Damals schienen auch die Tuben noch stabiler gewesen zu sein, so zeigt ein Foto einen Mann beim Spaziergang auf einem Dobson.

Außerdem gab es schon skurrile Selbstbauten findiger Bastler. Da wurden Tuben als Schornsteine getarnt und sogar ein Radio-Teleskop für visuelle Beobachtung tüftelte jemand aus.

Soviel zum Hobbyastronom Al Nagler, und es folgte der Hauptteil, in dem über das titelgebene Riesenokular bzw. die Tätigkeit für die NASA erzählt wurde. Vor allem ging es hier um seine Arbeit am Apollo-Mondlandesimulator, für den er u.a. einen Aufbau aus einer 90cm-Linse und einem 2,4m-Spiegel entwarf. Damit wurde das mit einer TV-Kamera abgefilmte Bild einer Mondlandschaft in die Fenster des Simulators projiziert. Anhand einer schwarzen Kugel mit 1.000 Sternpunkten, wobei Al für mehr Realismus sogar einige Sterne vergoldete, wurde zusätzlich vom Projektor der Sternhimmel maßstabsgetreu abgebildet. Umgerechnet hatte dieses Raumschiff-verschlingende Okular eine Austrittspupille von 30cm, einen Augenabstand von 90cm und lieferte ein scheinbares Gesichtsfeld von 110°. Und damit hat das Ethos-Okular tatsächlich seinen Ursprung im Apollo-Projekt.

Und bei allen Optik-Fachbegriffen streute der 77-jährige oft lustige Geschichten zu Neil Armstrong, Alan Bean und anderen ein. Als Abschluss ging es um seine 1977 gegründete Firma TeleVue und gab einen Überblick über die gesamte Produktpalette – von den ersten Plössls und Barlows, über die berühmten Naglers bis zu den heutigen Ethos- und Delos-Okularen. Und als man „I Thank My Lucky Stars!“ auf der Leinwand las, endete der 50-minütige Vortrag des sympathischen Redners.

Die Aula leerte sich ziemlich schnell, doch ebenso zog es einige nach vorn. Viele Autogramme und Gruppenfotos wurden verlangt – aus irgendwelchen Gründen hat Al auch ein Foto von mir gemacht – und die eine oder andere Frage wurde noch beantwortet.

Ein Vater mit seinen beiden Töchtern wollte noch etwas zu seiner Begegnung mit Neil Armstrong wissen.

Vor der Show hat sich Patrick aus Bonn mit Al und seiner Frau Judi fotografieren lassen.

Und auch das ATT-Team von der Sternwarte fragte nach der Vorstellung.

Geduldig signierte Al Nagler alles, was man ihm hinhielt, und das war nicht nur Papier, seine Unterschrift war ebenso auf Tuben und Okularen begehrt. An diesem Tag hatte der berühmte Okularspezialist viel zu tun, so stellte er später persönlich am ICS-Stand den Prototyp des neuen 8mm Delos-Okulars vor. Hier gibt’s weitere Impressionen von ICS und Astroshop.

Und ja, auch ich bat um ein paar nette Worte.

11.05.2012

Große Venustransit-Show mit Uraufführung

Die Reihe „Pauls Portables Planetarium“ gehört mittlerweile zum festen Programmpunkt des Deutschen Museums Bonn. In jedem Termin sind es an die 100 Besucher, wenn Sternfreund (u.a. Moderator der Sternstunde), Musiker und Improvisationstheater-Mitglied Paul Hombach mit seiner Laptop-Sternwarte zu einem neuen Vortrag einlädt. Vorgestern war’s wieder soweit, nur hat’s leider wettertechnisch für eine anschließende Beobachtung (wie noch beim Februar-Termin) nicht gereicht.  Dieses Mal war der Venustransit das große Thema des Abends, denn es ist kein Monat mehr bis zu diesem Jahrhundertereignis. Vor allem war ich auf die zweite Aufführung von Pauls „Transit-Sonate“, einer musikalischen Reise durch die Astronomie- bzw. Weltgeschichte, gespannt. Vor drei Tagen war ich bei der Uraufführung vor Messepublikum des ATT in Essen und nun sollte in Bonn die erste öffentliche Vorstellung folgen, wozu Paul sogar ein Keyboard mitbrachte.

Während sich der Vortragsraum langsam füllte, war ich noch in der angrenzenden Sonderausstellung zu Heinrich Hertz unterwegs. Nach Argelander und Kekulé wird mit Hertz an einen weiteren großen Naturforscher mit Bonn-Bezug erinnert. Neben den vielen originalen Ausstellungsstücken, fallen auch die wieder liebevoll gestalteten Infowände mit zahlreichen lebendigen Auszügen auf. So ist z.b. nachzulesen, wie das frisch vermählte Ehepaar Hertz/Doll gemeinsam experimentierte. An ihre Eltern schrieb Elisabeth im November 1886: „Ich beobachtete ganz kleine Fünkchen am einen Ende des Apparats, während Heinrich am anderen Drähte verschob. Die Sache gelang, nur sprangen wunderbarer Weise auch manchmal Funken zwischen uns über, was nicht zur Sache gehörte und ihr eher hinderlich war.“

In der Ausstellung wird auch Hertz‘ tödliche Erkrankung kurz erwähnt, wobei u.a. auch die feuchten Räume des Bonner Instituts zu seinem frühen Tod mit nur 36 Jahren führten.

Zwei Stimmgabeln zeigen, dass Hertz nicht nur elektromagnetische Wellen untersuchte, sondern sich auch für Schallwellen interessierte. Hauptsächlich geht es aber um seine Erforschung der „Strahlen elektrischer Kraft“. Während seiner Karlsruher Zeit entdeckte der Physiker die vorhergesagte Wellennatur des Lichts, widmete sich als erster dem Photoeffekt (1929 Nobelpreis für Einstein) und entwickelte eigenartig aussehende Apparte, mit denen er auch die Lichtgeschwindigkeit bestimmte.

Um 19:05 Uhr ging’s schließlich los. Unter das Publikum hatten sich auch etliche Sternfreunde des KBA und der VSB gemischt: Wilfried, Peter, Daniel, Stefan, Patrick und Tom mit seiner Frau. Mit kurzen einleitenden Worten begrüßte Museumskurator Ralph Burmester das wieder sehr zahlreich erschienene Publikum, das zwischen Teilchenbeschleuniger und Hertz-Ausstellung Platz genommen hatte, und übergab das Wort an Paul.

Zu Beginn erinnerte er an Helmut Burghardt, den kürzlich verstorbenen Leiter der Volkssternwarte Bonn (VSB) und widmete ihm seinen Vortrag. Damals am sonnigen Transittag 2004 hatte ich Helmut bei der öffentlichen Beobachtung auf der Wiese beim Poppelsdorfer Schloss kennengelernt.

An einen umfangreichen Blick an den aktuellen Nachthimmel mit Stellarium, schloss sich nahtlos das Hauptthema Venustransit. Paul zeigte ein (eigenes) Transitfoto, das selbst verrät, wann es nur aufgenommen worden sein kann.

Sogar eine aktuelle Venusaufnahme von mir schaffte es in den Vortrag. 24 Stunden zuvor hatte ich die jetzt schnell abnehmende Venussichel am blauen Taghimmel festgehalten und prompt war sie schon auf der großen Leinwand zu sehen.

Die Beschäftigung mit Venustransits ist vor allem Beschäftigung mit vergangenen Jahrhunderten. Und so ging es nach kurzem Einblick in die Himmelsmechanik natürlich um die Astronomiegeschichte der Venusdurchgänge und die Expeditionen des 18. und 19. Jahrhunderts. Vom Pechvogel des Jahrhunderts Le Gentil bis zu James Cook, dem „Oliver Kahn der Seefahrt“, von der Entdeckung des Tropfeneffekts bis zu den ersten Fotoplatten wurde umfangreich von der aufwändigen und nicht enden wollenden Suche nach der Parallaxe berichtet.

Mit einem Blatt Papier in der Hand ließ Paul sogar Jeremiah Horrocks zu Wort kommen. Bevor er mit nur 22 Jahren starb, beobachtete er 1639 als erster die Venus vor der Sonne und hat insgesamt drei Bahnpositionen vermessen.

Als Musiker beschäfigt sich Hobbyastronom Paul Hombach zusätzlich mit Sonifikation, der Vertonung astronomischer Daten. Um das wohlklingend umzusetzen, muss auch schon mal ein 61/8-Takt her. Ein paar Klangbeispiele zeigten, dass man über vertonte Venustransit-Zahlen selbst wunderbar Orgelmusik einer Bach-Fuge legen kann oder sogar ein flotter „Transit-Groove“ entstehen kann.

Aber nicht nur Eigenkompositionen waren zu hören. Auch der für den Venusdurchgang 1882 von John Philip Sousa komponierte Marsch wurde eingespielt. Übrigens schaffte es Sousas Musik in den Siebzigern sogar in die Comedy-Show „Monty Python’s Flying Circus“.

Da sich bekanntlich kein Venusdurchgang im 20. Jahrhundert ereignete – es wird erst der zweite Transit sein, den Pauls Oma mit 103 Jahren erleben wird -, plauderte er anschließend über seine eigene Beobachtung im Jahr 2004. Während er in der Eifel beobachtete, ging Daniels Transitexpedition nach Südafrika. Aus einer Basis von rund 8.000 Kilometern ließ sich so tatsächlich ein Parallaxeneffekt nachweisen, mit dem sie eine Sonnenentfernung von ca. 152 Millionen Kilometer errechneten. Vor ein paar Monaten kam eine Transitskizze von Daniel sogar zu philatelistischen Ehren, sie erscheint nämlich auf einer südafrikanischen Briefmarke.

Zum Ende des Vortrags ging es noch kurz um aktuelle Ereignisse. Neben genialen Aufnahmen der Shuttle-Überführungen, wurden auch Bilder zu der Tageslicht-Feuerkugel von Ende April über Kalifornien und bereits gefundenen Meteoritenstücken gezeigt.

Danach folgte endlich die ersehnte Aufführung von „Transits in Time“. Nach einer Idee von Stefan und Paul wird bei dieser Komposition der Venustransit 2012 im Maßstab von 1:60 vertont, d.h. das Stück dauert 400 Sekunden. Diese Zahl entspricht außerdem 400 Jahre Himmelsbeobachtung mit dem Fernrohr, steht aber gleichermaßen für fast 400 Jahre Venustransit-Geschichte (1629 von Kepler berechnet, 1631 erster Beobachtungsversuch von Gassendi und 1639 erste erfolgreiche Beobachtung von Horrocks).

Alle blickten gespannt auf die Leinwand, eine Triangel im Sekundentakt war zu hören und man sah wie ein winziges, schwarzes Scheibchen langsam und sprunghaft vor die große, gelbe Sonne wanderte. Mit dem Venustransit als Leitmotiv begann eine musikalische Zeitreise durch vier Jahrhunderte – für die nächsten 400 Sekunden. Paul begleitete seine astronomische Klangcollage zusätzlich am Keyboard.

Man hörte bekannte Melodien aus der Klassik, erkannte die Männer der großen Venustransit-Expeditionen wieder, Bilder aus der Zeit der Industralisierung erschienen, die Titantic war zu sehen, Orson Wells‘ „Krieg der Welten“ war zu hören und schon tauchten Stuka-Jagdflieger aus dem Zweiten Weltkrieg in der Sonnenscheibe (letztes Bild) auf. Man hörte Sputnik funken und Neil Armstrongs berühmten Satz. Doch da nicht alle historischen Klangschnipsel frei verwendbar sind, musste auch schon mal improvisiert werden, d.h. der zu hörende Mauerfall-Jubel war eigentlich eine nachgestellte Aufnahme von vier KBA-Mitgliedern.

Nach 400 Sekunden endete diese geniale audiovisuelle Zeitreise mit der Weltkarte zum nächsten Venustransit im Jahr 2117, es folgte rauschender Applaus. Nach etwas über anderthalb Stunden endete damit auch die große Venustransit-Show im Museum. Die nächste Ausgabe von „Pauls Portables Planetarium“ gibt’s dann in zwei Monaten am 03. Juli. Weitere Impressionen vom Vortrag gibt’s hier von Daniel.

Sicher wird „Transits in Time“ bald bei Youtube erscheinen, doch zuvor gibt es noch eine dritte Live-Vorführung und diesmal teilen sich Stefan und Paul den Sprecher-Part. Dieser Vortrag wird am 22. Mai ab 19:30 Uhr im Argelander-Institut in Bonn-Endenich stattfinden.

10.05.2012

Cosmic Concert 2012: Mit dem Klavier zu den Sternen

Vor anderthalb Wochen bloggte Daniel am letzten Aprilsonntag über ein „globales Astronomie-Konzert“ (Trailer), das noch am selben Abend stattfinden sollte. Der Beginn wurde zwar für 20:00 UTC angekündigt, wegen eines Fehlers in der Zeitzone fing es aber dann schon um 21:00 MESZ eine Stunde zu früh an. Dennoch verfolgten bis zu 90 User den Livestream des Musikers Giovanni Renzo.

Das „Cosmic Concert“ ist eine Online-Musikperformance aus seinem Klavierspiel und einer Fotoshow mit Aufnahmen unterschiedlicher Astrofotografen.

Neben wunderbaren Himmelsaufnahmen und Mondlandschaften waren die beeindruckenden Zeitrafferaufnahmen von tanzenden Polarlichtern über schneebedeckte Ebenen sicher ein Highlight. Darunter waren auch fantastische Filme des Kölner Astrofotografen Bernd Pröschold.

Im Geist des Astronomiejahrs 2009 verband das Online-Projekt nach dem Motto „One people,  one sky“ Sternfreunde sowie Musikliebhaber weltweit. Von Chile über Kanada und Schottland bis nach Sri Lanka hörte bzw. sah man dem „Cosmic Concert“ in einem Musikzimmer auf Sizilien zu, auch Kommentare auf kyrillisch gab es. Nach gut einer Stunde war die Aufführung vorüber und von den 90 Usern im Chat gab’s digitalen Beifall. Renzo bedankte sich bei seinem Publikum, beantwortete noch zahlreiche Fragen und man erinnerte sich an seine Katze, die im Vorjahr bei der Klavier-Performance dabei war. Im Hintergrund der Webcam-Ansicht war ein kleiner Refraktor mit grünem Tubus zu sehen, mit dem der Musiker und Hobbyastronom sich auch schon mal den Orionnebel ansieht. Selbst seinem einjährigen Sohn Alessandro, dem er das Konzert gewidmet hat, hat er schon den Sternhimmel gezeigt.

09.05.2012


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