Archiv für Oktober 2012

Stars Wars: Episode 7 bis 9 angekündigt

Für Fans des Stars-Wars-Universums war das sicher eine lang ersehnte Nachricht, die am Abend offiziell bekannt gegeben wurde. Mit einem Milliarden-Deal kauft der Disney-Konzern mal eben George Lucas‘ Produktionsfirma Lucasfilm auf und verkündet gleichzeitig die Fortsetzung der Star-Wars-Saga, die bereits aus sechs Teilen besteht. So soll nach der offiziellen Ankündigung „Star Wars: Episode 7“ schon 2015 in den Kinos zu sehen sein. Und der Disney-Chef Bob Eiger schiebt direkt hinterher: „That will be followed by Episodes 8 and 9 – and our long term plan is to release a new Star Wars feature film every two to three years.“ Eine neue Trilogie aus dem Hause Disney? Was soll man dazu jetzt sagen? Da passt eigentlich nur: Möge die Macht mit dir sein, Walt.

[Nachtrag] Nach einer hier gestarteten Umfrage zur Handlung eines neuen Teils, fallen über die Hälfe der Stimmen auf eine echte „Episode 7“, die also an „Episode 6 – Return of the Jedi“ anschließt.

31.10.2012

[Nachtrag 2] Zur Fortsetzung der Saga ist bis jetzt bekannt, dass darin Luke Skywalker über 30 oder 40 Jahre alt sein soll; die Story wäre also rund 15 Jahre nach „Episode 6 – Return of the Jedi“ angesiedelt.

01.11.2012

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Streulicht von Staub um Planeten-Kandidat Fomalhaut b

Es war eine der Sensationsmeldungen des Jahres 2008: Ein über die Jahre 2004 und 2006 wandernder Lichtpunkt nahe des Staubgürtels des Sterns Fomalhaut (alpha PsA) wurde für die erste Abbildung eines extrasolaren Planeten gehalten. Nach weiteren Beobachtungen wuchs aber die Skepsis gegenüber der planetaren Natur von Fomalhaut b und die Fachwelt fragt sich seitdem, was man da eigentlich beobachtet bzw. fotografiert hatte. Heute, fast 4 Jahre nach der Bekanntmachung des Planetenfundes, erschien online ein neuer Fachartikel, in dem noch einmal neu analysierte Astrometrie-Daten und spektrale Eigenschaften vorgestellt werden.

Darin kommen die Autoren zum Ergebnis, dass der Planeten-Kandidat Fomalhaut b maximal nur 2 Jupitermassen schwer sein kann und von einem dichten Staubkokon (mit etwa 0,26 AE Radius (570 Jupiterradien)) umgeben wird. Denn nach der neuen Datenanalyse gehen die Astronomen davon aus, dass der visuell 25,0mag schwache Punkt nur gestreutes Sternlicht von der Staubhülle (vielleicht eine zirkumplanetare Scheibe) um den Planeten ist. Die Aufnahme zeigte also nicht im Wortsinne ein direktes Foto eines Exoplaneten, dennoch halten die Autoren die Planetennatur von Fomalhaut b für „very plausibly (even ‚likely‘)“.

NASA, ESA, Paul Kalas

25.10.2012

Nova 6. Größenklasse in den Hyaden vermutet

Wie erst vor drei Stunden gemeldet wurde (auch im AAVSO-Forum), hat Ian Shelton, Astronom an der kanadischen Südsternwarte und Professor an der University of Toronto, vielleicht einen neuen Stern 6. Größenklasse im Sternhaufen der Hyaden entdeckt. „A new(?) very red 6th mag star was discovered among the stars of the Hyades …“ Die vermutete Nova soll sich an dieser Position befinden, die Stelle ist auch auf diesem Foto markiert. Oder handelt es sich doch nur um einen Pixelfehler(?), die Aufnahme entstand zumindest gestern Mittag (22. Oktober, 12:28 MESZ). Das Objekt muss zwar noch verifiziert werden, aber da im Rheinland wieder eine angenehm laue und fast klare Herbstnacht angebrochen ist, liegt das Fernglas schon bereit. „Follow-up observations, especially spectroscopy are very desirable to confirm the presence and nature of the new star.“

[Nachtrag] Gegen halb 12 hab ich eben mal einen Blick zum Himmel geworfen. Ein prüfender Blick mit dem 8×40-Fernglas in Richtung Hyaden-Haufen zeigte an der Stelle kein Objekt heller als 8,5mag.

[Nachtrag 2] Wie hier soeben gebloggt wurde, handelt es sich offensichtlich doch um ein Artefakt der Bildbearbeitung und die kurze Geschichte hat damit ein schnelles Ende gefunden.

23.10.2012

[Nachtrag 3] Wie der „Nova-Entdecker“ selbst noch letzte Nacht in der Meldung „NO nova in the Hyades“ zugab, war’s doch nur ein Geisterbild von Aldebaran.

24.10.2012

Tatooine-Planet erste Entdeckung der Planet Hunters

Mit 13,7mag gehört KIC 4862625 zu den helleren Sternen des Weltraumteleskops Kepler. Hierbei handelt es sich um einen Bedeckungsveränderlichen aus zwei Sternen auf der Hauptreihe (weißer F-Stern mit 1,5 Sonnenmassen und roter M-Stern mit 0,4 Sonnenmassen), die ihrerseits von einem weiter außen liegenden Sternpaar umkreist werden. Und so verrückt es sich anhört: In diesem System aus vier Sonnen läuft auf einer stabilen Bahn ein jetzt entdeckter Exoplanet. Es ist aber nicht nur der erste bekannte extrasolare Planet in einem Vierfachsystem, sondern außerdem der erste bestätigte Fund der Planet Hunters, weshalb der Exoplanet PH1 genannt wird.

PH1 ist halb so schwer wie Jupiter und mit 6 Erddurchmessern auch halb so groß wie Jupiter. Ausgehend von einer angenommenen Albedo von 0,3 berechneten die Entdecker für den Gasplaneten eine Temperaturabschätzung von 500 bis 600 Kelvin. Wie der Planet Tatooine im Star-Wars-Universum umkreist der neue Kepler-Planet auch zwei Sonnen. Die beiden Zentralsterne umrundet er in etwas über 0,6 AE Abstand und braucht für einen Orbit 4,6 Monate. Die beiden sich bedeckenden Sonnen brauchen für einen Umlauf nur 20 Tage, ihr gegenseitiger Abstand beträgt weniger als 0,2 AE und der erst mit adaptiver Optik entdeckte weiter außen liegende Doppelstern ist 1.000 AE entfernt bzw. 0,7 Bogensekunden am Himmel.

PH1 ist die erste Entdeckung des 2010 gegründeten Amateur-Planetensucher-Projekts Planet Hunters. Vor einer Woche fanden sie im Datenwust von Kepler angebliche Signale eines ersten Exomondes.

Haven Giguere/Yale University

17.10.2012

Pixars Reise zum Mond 2012

Wie der fünffache Oscargewinner „Hugo Cabret“, das neue Air-Album „Le Voyage Dans La Lune“ oder die kurze Doku „Der Kinomagier“ den großen Pionier des Kinos, Georges Méliès, dieses Jahr gleich mehrfach ehrte, so scheint auch der aktuelle Pixar-Kurzfilm „La Luna“ (dt. Mondlicht) eine wunderbare Reverenz gegenüber Méliès‘ „Die Reise zum Mond“, der Stummfilmklassiker von 1902 und erster Science-Fiction-Film überhaupt, zu sein. Wie der Regisseur Enrico Casarosa, der als 11-jähriger E.T. im Kino sah und mittlerweile seit 10 Jahren bei Pixar arbeitet, in einem Interview verriet, basiert seine Mondreise-Geschichte jedoch auf Italo Calvinos „Die Entfernung des Mondes“; außerdem hatten auch „Der kleine Prinz“ sowie Wallace und Gromits geknetetes Mondabenteuer „Alles Käse“ einen gewissen Einfluss.

Fast anderthalb Jahre arbeitete Casarosa an seiner Idee, die Produktion dauerte neun Monate und herausgekommen ist ein großartiger (und Pixars längster) Kurzfilm über unseren Erdtrabanten, Sternschnuppen so weit das Auge reicht und die unglaubliche Entstehung der Mondphasen. Auch wenn es keine direkte Verbindung zu Méliès gibt, so haben die heutigen Kinomagier von Pixar ihre ganz eigene (siebenminütige) Mondfantasie voller Ideen und mit wunderschönen Bildern auf die Leinwand gebracht.

17.10.2012

Große Exoplaneten-Entdeckung angekündigt

Was steckt hinter der ESO-Mitteilung einer Major Exoplanet Discovery? Vor gut einer Stunde begann um 16:00 MESZ eine Videokonferenz, an der immerhin 75 Presseleute(!) teilnehmen, für die allerdings noch bis morgen um 19:00 MESZ ein Embargo gilt. „The Wednesday ESO presser „to Announce Major Exoplanet Discovery“ will have one of the biggest stories in years. But my lips are sealed …“, war bisher nur bei Twitter zu lesen und so bleibt uns bis dahin nur das Spekulieren. Hat man vielleicht den ersten extrasolaren Gesteinsplaneten mit Stickstoff-Sauerstoff-Atmosphäre entdeckt? Morgen Abend wissen wir’s.

Übrigens hat die ESO vor genau 11 Tagen ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert; auch online in Blog-Form.

16.10.2012

[Nachtrag] Kurz vor Mitternacht wurde nun doch schon offiziell die Katze aus dem Sack gelassen. Nach jahrelanger Suche mit HARPS nach Exoplaneten im Alpha-Centauri-System, scheint man nun fündig geworden zu sein. Bei der Entdeckung handelt es sich um einen Gesteinsplaneten mit einer Erdmasse, der sich mit einer Umlaufzeit von 3,2 Tagen um alpha Cen B bewegt. Der ersten News-Meldung und einem Live-Blog-Bericht folgte gleich der offizielle ESO-Pressetext (inkl. des Papers) und jetzt ist es nur noch eine Frage von Stunden, bis man die Schlagzeile  „James Camerons Avatar-Planet gefunden“ – der sich bei alpha Cen A befindet – lesen wird.

17.10.2012

55 Cnc e: Angeblich ein Diamantplanet?

Erst vor fünf Monaten hatten Astronomen basierend auf den neuesten Beobachtungsdaten ein Modell von 55 Cnc e als Supererde mit einer dichten Atmosphäre aus superkritischem Wasser entworfen, und nun wird weiter spekuliert, ob der Exoplanet vielleicht noch viel exotischer ist. Denn drei Forscher – u.a. von der Yale University – nehmen ausgehend des etwas höheren Verhältnisses von Kohlenstoff zu Sauerstoff des Heimatsterns 55 Cnc an (im Vergleich zum solaren Wert), dass die ursprüngliche protoplanetare Gasscheibe ebenfalls reicher an Kohlenstoff war und entwickelten jetzt daraus ein neues Planetenmodell.

Aus diesem chemischen Unterschied schließen sie, dass das Innere des Gesteinsplaneten 55 Cnc e nicht mit Merkur, Venus und Erde vergleichbar ist, sondern eine Exowelt aus reichlich Kohlenstoff darstellen könnte. Angesichts der achtfachen Erdmasse und der doppelten Erdgröße ergibt sich eine mittlere Dichte von 5,9 g/cm³, so dass der vermutete Kohlenstoffanteil als Diamant vorhanden wäre, wodurch die Presse den Exoplaneten letzte Woche ziemlich reißerisch zum Diamantplaneten machte. Ob aber tatsächlich nur (die mittlere Dichte der Erde liegt auch nur bei 5,5 g/cm³) die etwas andere chemische Zusammensetzung des fernen Sterns den Planeten zu einer kohlenstoffreichen Supererde macht, ließe sich nur mit einer Probe beweisen.

Ob 55 Cnc e bei einem Kohlenstoffanteil von einem Drittel der Gesamtmasse des Planeten als Diamant wirklich 10 hoch 29 Karat hätte? Selbst in der Spektroskopie von Exoplaneten bleibt eben vieles einfach eine Vermutung.

15.10.2012


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