Schöne Leuchtende Nachtwolken über Bonn

Bevor ich mich am vergangenen Freitag zur Himmelsbeobachtung mit dem Bonner General-Anzeiger getroffen habe, dachte ich am Nachmittag noch daran, wie genial es wäre, wenn ausgerechnet an diesem Abend auch noch Leuchtende Nachtwolken (NLCs = Noctilucent Clouds) sichtbar wären. Immerhin befinden wir uns mitten in der Hochzeit und bisher gab’s 2015 über dem Rheinland noch keine zu sehen. Deshalb behalte ich täglich das NLC-Forum im Auge, aber Freitagabend habe ich dann doch nicht mehr daran gedacht. Erst als ich auf dem Nachhauseweg von dem Interview war, traf mich um kurz vor Mitternacht auf der Autobahnabfahrt der Schlag. Was für eine Überraschung in der Kurve. Stammt die deutliche Aufhellung von einer Art Restlicht der Dämmerung? Nein, dass konnten nur Leuchtende Nachtwolken sein. Ich bog noch 2x ab und stand schon auf einem dunklen Feldweg, von wo man einen tollen Überblick über das ferne nächtliche Bonn hat. Über mir spannte sich eine gut sichtbare Milchstraße über den Sommerhimmel – vom Kepheus bis an den Schützen und dicht über dem Nord-Nordost-Horizont schwebten über Bonn die silbrig scheinenden Leuchtenden Nachtwolken. In einem parallel verlaufenden Feldweg hielten zwei Autos und kurz danach konnte ich im Fernglas ihre Kameradisplays sehen. Offenbar war ich dort nicht der einzige NLC-Beobachter. Nach einer guten halben Stunde ließ die Aktivität aber deutlich nach und sie waren kaum noch in Bonn gelblicher Lichtglocke auszumachen, so dass ich erstmal nach Hause gefahren bin.

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P1450640Letztes Jahr fand in der Nacht vom 03. zum 04. Juli meine beste NLC-Show 2014 statt und wie schon damals hoffte ich nach dem Himmelsschauspiel in der späten Abenddämmerung auf eine Wiederholung im Morgengrauen. Und tatsächlich ging die Show weiter, so dass ich um 3:00 Uhr nochmal zum gleichen Standort gefahren bin.

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Punkt 3:50 Uhr fingen die Vögel an zu singen und die silbrigen Leuchtenden Nachtwolken über Bonn waren kaum noch zu sehen bzw. wurden von einer nahenden Wolkenfront verdeckt. So packte ich langsam wieder meine Sachen zusammen und genoss noch ein wenig die Morgenstimmung mit der abnehmenden Mondsichel im Südosten. Schließlich wollte ich nach über 20 Stunden auf den Beinen nur noch selig ins Bett fallen.

Noch mehr sehr schöne NLC-Fotos aus der Nacht 10./11. Juli sind z.b. hier (aus dem ganzen deutschsprachigen Gebiet) und hier zu finden, außerdem gibt’s eine Zusammenfassung der Nacht (“mit Abstand die bislang eindrucksvollsten der Saison 2015″) und tolle Fotos des Bonner NLC-Beobachters Stefan Krause.

13.07.2015

Ein Beobachtungsabend mit dem Bonner General-Anzeiger

Bereits vor gut einem Jahr gab’s mitten auf der Poppelsdorfer Allee für den General-Anzeiger Bonn einen kleinen Beobachtungsabend und vergangene Woche erreichte den Köln-Bonner-Astrotreff (KBA) eine erneute Anfrage für ein spontanes Interview inkl. Beobachtung. Wegen der Wetterabhängigkeit sind gerade öffentliche Himmelsbeobachtungen überhaupt nicht planbar, aber was soll ich sagen: Der Bonner General-Anzeiger hatte tatsächlich ein riesiges Wetterglück, denn nur zwei Tage, nachdem mich die Anfrage erreichte, konnte die kurzfristige Beobachtung stattfinden. Christian, Malte, Torsten, Lambert und Achim waren meinem Aufruf gefolgt, so dass letzten Freitag (10. Juli) am Argelander-Institut für Astronomie (AIfA) in Bonn-Endenich gleich 4 Teleskope für das Interview aufgebaut wurden. Gegen 20:30 Uhr baute ich meinen 12-Zöller auf und wir alle bestaunten in Christians kleinen 3-Zöller (mit Sonnenfilter!) die tiefstehende Sonne und ihre Flecken; sogar die Granulation war mit dieser kleinen Öffnung gut zu sehen. Danach ging’s aber direkt an die Suche nach der Venus am Taghimmel, was irgendwie nicht so einfach war. Sogar mit einem Winkelmesser wurde an meinem Fernrohr Azimut und Höhe eingestellt und trotzdem war sie weder im Sucher noch mit Fernglas zu entdecken.

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Kurz nach 21:00 Uhr traf auch Reporter Andreas Dyck ein, der zurzeit für die General-Anzeiger-Sommertour in der Region unterwegs ist und für diese Serie einen Beitrag über uns Bonner Hobbyastronomen schreiben möchte. Zwischen seinen Fragen – wie kommt man zu diesem Hobby, warum ist die Astronomie so faszinierend, wie teuer ist ein Fernrohr, wodurch entsteht die Färbung von Jupiters Wolkenbändern – streuten wir auch immer wieder einen Blick zum Himmel ein. Wir zeigten Venus und Jupiter am Taghimmel bzw. letzteren später in der Dämmerung mit seinen 4 hellsten Monden. Und bevor überhaupt Saturn mit bloßem Auge sichtbar war, konnte auch der wunderschöne Ringplanet in einem Teleskop beobachtet werden. Vor allem bei der Frage nach der Motivation/Faszination für die Astronomie ist mir wieder aufgefallen, wie verschieden die Ursachen für den Blick in den Nachthimmel sein können. So vielfältig die Astronomie an sich schon ist, so vielfältig sind auch die Antworten auf die Frage “Warum Astronomie?”. Lustigerweise mussten ein paar von uns die Frage, ob wir schon mal Richtung Himmel gewunken haben, mit Ja beantworten, denn immerhin haben wir vor fast genau zwei Jahren von der selben Stelle dem Saturn zugewunken – für ein weltweites Saturn-Winken mit hochaufgelöstem Erinnerungsfoto. Nach über zwei Stunden waren schließlich alle Fragen beantwortet und alle Bilder im Kasten. Jetzt bin ich gespannt auf den fertigen Artikel, der vielleicht schon am Mittwoch erscheinen soll, und vor allem auf die Fotos mit mir. Zum Schluss möchte ich mich noch bei allen KBA-Sternfreunden für die spontane Unterstützung bedanken!

Übrigens: Mit welchem überraschenden Himmelsschauspiel es – leider erst – nach dem Interview weiterging, kann man hier in meinem Bericht über Leuchtende Nachtwolken nachlesen.

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12.07.2015

Venus und Jupiter trafen sich am Kölner Dom

Bereits nach der sehenswerten engen Begegnung zwischen Venus und Jupiter am 30. Juni, hatte ich die Idee das schöne Planetenpaar zusammen mit dem Kölner Dom abzulichten. In der ebenfalls klaren Vollmondnacht am 01. Juli (Fotos hier und hier) war ich für die beiden nochmal mit der Fotoausrüstung losgezogen, ansonsten hat es aber zeitlich oder wolkentechnisch nicht gepasst. Vergangenen Montag, am 06. Juli, hat dann doch alles gepasst. Den ganzen Tag gab’s Sonne satt, so dass ich am Abend mit Kamera und Stativ nach Köln-Deutz gefahren bin. Als ich um 22:00 Uhr ankam, musste ich erstmal feststellen, dass dort wegen Bauarbeiten das ganze Rheinufer mit einem Bauzaun abgesperrt ist, aber das Fotografieren ging dann doch ganz gut. Am Kaiser-Wilhelm-Reiterdenkmal an der Hohenzollernbrücke war ich zudem nicht der einzige, der mit einer Kamera auf die Venus über dem Kölner Dom wartete. Etwas später erschien deutlich rechts von der Venus auch Jupiter am Dämmerungshimmel, der Abstand untereinander hatte sich schon sichtlich vergrößert. Der hellste und der größte Planet des Sonnensystems wanderten zwischen den Türmen des dritthöchsten Kirchenhauses der Welt hindurch. Anhand der Domtürme konnte man schön verfolgen, wie schnell sich das Planetenpaar doch Richtung Horizont bewegt, aber so ergaben sich durch meinen ständigen Standortwechsel immer neue Anordnungen des schönen Planetentreffens am Kölner Dom. Die meisten oben gezeigten Bilder sind vor dem Hyatt-Hotel (bzw. im Biergarten) oder dem LVR-Gebäude daneben entstanden – aber immer irgendwie durch den Bauzaun hindurch. Einem älteren Ehepaar mit bayrischem Akzent erklärte ich, was ich da vor dem Hotel mache und wies sie noch darauf hin, dass der Stern rechts neben der Venus eigentlich der Planet Jupiter ist. Und immer wieder bemerkte ich, wie noch andere Leute mit Smartphone oder mit Profikamera und Stativ das Schauspiel festhielten.

Für mich hat sich die 50-Kilometer-Anfahrt auf jeden Fall gelohnt und bestimmt komme ich bei einer nächsten abendlichen Konjunktion wieder vorbei. Weitere Fotos meines Ausflugs sind hier zu finden.

12.07.2015

Mond- und Saturnbeobachtung auf der Poppelsdorfer Allee

Viel zu lange war die letzte öffentliche Himmelsbeobachtung in Bonn her, denn 2015 sollte es eigentlich 12 – einmal pro Monat – Mondbeobachtungen auf der Poppelsdorfer Allee geben; auch die geplante Sonnenbeobachtung zum Sommeranfang musste wettertechnisch ausfallen. Doch zum Juni-Mondtermin, am 27. Juni, gab es endlich den lang ersehnten wolkenlosen Abendhimmel. Wie es die Wetterprognose verhieß, sollte es am letzten Juni-Samstag ab 20:00 Uhr aufklaren und tatsächlich verzogen sich pünktlich wie vorhergesagt die Wolken. Ein Dreiviertelmond stand nun am blauen Himmel, so dass wir – vier Sternfreunde des Köln-Bonner-Astrotreff (KBA) – gegen 21:30 Uhr auf der Wiese der Poppelsdorfer Allee unsere Teleskope aufbauten. Und wir waren noch nicht ganz fertig, da kamen schon die ersten neugierigen Besucher vorbei. 

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In der hellen Dämmerung stand zunächst nur der Mond mit seiner einmaligen Landschaft aus Kratern, Gebirgsketten und Mondmeeren, die man mit bloßem Auge schon als graue Flächen – der sprichwörtliche Mann im Mond – erkennt und eigentlich weite Ebenen aus vor 4 Milliarden Jahren erkalteter Lava darstellen. Je dunkler der Abendhimmel wurde, desto mehr stieg die Vorfreude auf Saturn. Und es klappte tatsächlich: Trotz der hohen Bäume an der Allee wurde der Saturn, der sich zurzeit im Sternbild Skorpion befindet und daher nicht sehr hoch am Himmel steht, in einer passenden Lücke erwischt. Die vielen Besucher staunten über den Gasplaneten mit seinem ausgedehnten Ringsystem und später wurden auch noch zwei Saturnmonde sichtbar. Titan und Rhea – zwei von insgesamt 62 Monden – standen dicht über bzw. unter dem Ringplaneten. Eine Herausforderung für mich stellte der Kugelsternhaufen im Sternbild Herkules dar, den ich trotz des hellen Stadthimmels (direktes (Allee-Laternen) und indirektes Licht) im Okular meines Fernrohrs sehen konnte, und zwar nicht nur als bloßen grauen und runden Nebelfleck, sondern aufgelöst mit ein paar dutzend Einzelsternen. Selbst die vorbeigekommenen Fußgänger konnten meine überraschende Sichtung bestätigen. Nach Mitternacht machte schließlich eine Gruppe Jugendlicher bei unseren Teleskopen Halt und obwohl sie angetrunken waren, konnte man mit ihnen sogar noch über kosmologische Themen philosophieren und sich über Schwarze Löcher oder die Folgen der Lichtgeschwindigkeit (der Blick an den Himmel ist immer eine Zeitreise) unterhalten.

So zeigte sich zum Ende unserer öffentlichen Beobachtung nochmal sehr schön, wie weitreichend die Astronomie doch ist. So wurde wie so oft auch an diesem wolkenlosen Sommerabend wieder über Teleskopkauf, Kameratechnik, Fernrohrselbstbau, Licht und Wahrnehmung, Lichtverschmutzung, Orientierung am Nachthimmel, Mythologie der Sternbilder, Mond, Planeten, Gasnebel, Astrophysik (Exoplaneten, Schwarze Löcher) und Kosmologie gesprochen. Die Himmelskunde ist eben so endlos wie der Himmel selbst, wie sich an den geschätzt bis zu 50 Besuchern und den vielen tollen Gesprächen zeigte, ist das Interesse an Astronomie in der Öffentlichkeit auf jeden Fall vorhanden. Dies zeigt auch eine nette Rückmeldung einer Besucherin, die meine Ankündigung via Facebook erreicht hatte: “Vielen Dank an die Hobby-Astronomen für den sehr spannenden und wissensvermittelnden Abend – auch im Namen meiner beiden Jungs. Wir kommen bestimmt noch mal!” Das nächste Mal ist für den 25. Juli geplant (weitere Termine hier). Dann stehen Mond und Saturn nebeneinander am Himmel und die Sonne geht bereits um 21:30 Uhr unter, so dass wir kurz vorher wieder unsere Fernrohre auf der Poppelsdorfer Allee aufbauen werden. Aber natürlich gilt wie immer: Öffentliche Beobachtungen (ohne Alternativprogramm) finden nur bei klarem Himmel statt.

Abschließend noch ein ganz großes Dankeschön an die KBA-Sternfreunde Malte, Christian und Torsten, die mich mit ihren Teleskopen unterstützt haben!

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Venus und Jupiter inkl. Mondschatten am Tag

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Weshalb für mich die Astronomie das fantastischste Hobby ist? Manchmal wird man das z.b. bei öffentlichen Beobachtungen gefragt und meist spreche ich dann von den unvorstellbaren Entfernungen und Dimensionen, vom Blick in die Vergangenheit und von den Extremen am Sternhimmel, oder ich erzähle davon, wie wir überhaupt Wissen über die unerreichbaren Himmelsobjekte erlangen können. Und dann gibt’s für einen Himmelsbeobachter natürlich auch solche Momente, an die man sich viele Jahre danach noch erinnert. Beispielsweise war so eine für mich besondere Beobachtung, als ich 2004 kurz vor ihrem Transit die Venus zum ersten Mal mit bloßem Auge am Taghimmel sah. Ohne eine einzige Orientierung am blauen Himmel ist es natürlich sehr schwer, da einen hellen Punkt, selbst wenn er der hellste Planet im Sonnensystem ist, zu finden. 16 Jahre danach ist es dann schon erheblich einfacher.

Wegen der aktuellen engen Venus-Jupiter-Konjunktion versuchte ich es am 30. Juni wieder. Zurzeit ist die Venus ungefähr 45 Grad von der Sonne entfernt, was sich am Himmel schon gut abschätzen lässt und mit einem Planetariumsprogramm hatte ich auch schnell die Stellung zur Sonne (zum Glück standen beide Waagerecht am Himmel) herausgefunden. Anschließend, es war so gegen 17:30 Uhr, suchte ich mit einem kleinen 8×40-Fernglas das vermutete Himmelsareal ab und sofort war die helle Venus gefunden, direkt daneben war auch schwach Jupiter zu sehen. Damit hatte ich gleich zwei Planeten am blauen Taghimmel im Blick. Da wurde mir mal wieder klar, was so ein kleines Fernglas doch alles leisten kann. Danach versuchte ich es freisichtig und es war kein Problem (Bild 2 ist nur mit einer Digitalkamera aufgenommen). Die Venus war mit bloßem Auge sofort zu sehen (sogar ohne Brille), wenn man denn halt weiß, wo sie steht. Auch im Sucher meines 12-Zöllers waren Jupiter und Venus auszumachen, während im Übersichtsokular die schöne Venus ihre Sichel mit den sog. Hörnerspitzen preisgab und der große Jupiter ebenfalls deutlich als Planet erkennbar war (Bild 3). Mit der Steigerung der Vergrößerung waren Jupiters Wolkenbänder immer besser zu sehen. Trotz – logischerweise – fehlenden Konstrasts waren die beiden Äquatorbänder (Bild 4) und die dunkleren Polhauben gut zu beobachten. Bei einer späteren Beobachtung, so gegen 20:00 Uhr, fiel mir bei 166-facher Vergrößerung fast mittig auf Jupiter ein dunkler Punkt nahe eines Wolkenbandes auf. Am Laptop überprüfte ich schnell meine Vermutung. Und tatsächlich! Ich beobachtete den Schatten des Mondes Io auf Jupiter – am Taghimmel!! 10, 15 Minuten später konnte ich seine Bewegung feststellen. Die Aufregung über meine “Entdeckung” machte sich im ganzen Körper breit. Um 21:05 Uhr, kurz vor dem Austritt des Mondschattens, verschwand das Planetenpaar schließlich hinter den Bäumen meines Gartenbeobachtungsplatzes.

Obwohl bereits die spannende Jupiterbeobachtung ganz klar ein Highlight darstellte, lockte auch noch das schöne Venus-Jupiter-Paar am Dämmerungshimmel. Denn die aktuelle Begegnung des hellsten und des größten Planeten des Sonnensystems hatte am Dienstag ihren Höhenpunkt, beide standen weniger als ein Vollmonddurchmesser voneinander entfernt, und so machte ich mich ab 22:00 Uhr auf die Suche nach einem schönen Fotomotiv. Als hinter mir schon der fast volle Mond aufging, war ich Richtung Westen unterwegs und fand schließlich zwischen zwei Nachbardörfern genau das richtige Motiv: ein wunderbares Planetenpaar über einer Burgruine. Und während sich das Paar langsam über die Landschaft bewegte und ich die Ruhe der Natur genoss, ging der Tag zu Ende, ein Tag mit einer besonderen Beobachtung.

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02.07.2015

#IYL2015: Die Entdeckung des Lichts als Zeittafel

Licht ist das vielseitigste Naturphänomen; EPS

In Michael Endes Buch “Momo” heißt es über die Zeit: “Es gibt ein großes und doch ganz alltägliches Geheimnis. Alle Menschen haben daran teil, jeder kennt es, aber die wenigsten denken je darüber nach. Die meisten Leute nehmen es einfach so hin und wundern sich kein bisschen darüber.” Diese Beschreibung gilt zweifellos ebenso für das Licht, denn egal wo wir sind, im täglichen Leben begegnet es uns überall. Selbst wenn wir es meist nicht wahrnehmen, weil z.b. die Radiostrahlung von Handys bzw. Smartphones, die Mikrowellenstrahlung im gleichnamigen Küchengerät, die Infrarotstrahlung einer Fernbedienung und die Röntgenstrahlung beim Arzt ganz einfach unsichtbar für unser Auge ist, aber dennoch ist es eine elektromagnetische Welle wie das sichtbare Licht. Ohne Licht – sichtbares wie unsichtbares – gäbe es kein Sehen, keine Farben, keine funktionierenden CD- oder DVD-Spieler, kein mobiles Internet, keine Glasfaser-Technologie, keine Solarzelle oder Digitalkamera, keine GPS-Navigation, keine Spektroskopie, kein Wissen in der Astronomie und Astrophysik sowie keine bildgebene Diagnostik oder Therapieformen in der Medizin, um nur ein paar Beispiele aufzuzählen. Das Licht ist somit ganz klar das wichtigste, vielseitigste und informativste Naturphänomen in unserem Alltag und in der Wissenschaft.

Aus diesem Grund möchte ich hier im aktuellen “Internationalen Jahr des Lichts” der UNESCO eine Zeittafel mit erwähnenswerten Entdeckungen, Erfindungen und anderen Dingen zum Thema Licht erstellen, die laufend aktualisiert werden soll. Ein Anspruch auf Vollständigkeit der Tabelle ist allerdings unmöglich, denn dafür ist das Licht einfach ein viel zu universelles Naturwunder. Dennoch hoffe ich mit meiner interdisziplinären Übersicht Interessantes, Spannendes und auch Unbekanntes über Licht zusammentragen zu können. Außerdem sollen natürlich noch weitere Beiträge zum “Jahr des Lichts” hier im Blog erscheinen, und dann gibt’s da noch meine tägliche Licht-Serie, die schon seit Anfang Januar läuft.

08.05.2015

Alexander Gerst auf seiner Homecoming-Tour

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Der deutsche Astronaut Alexander Gerst befindet sich seit ein paar Wochen auf so etwas wie seiner Homecoming-Tour, bevor er dann übermorgen (09. Mai) in seiner baden-württembergischen Heimatstadt Künzelsau mit einem großen Fest begrüßt wird. Seine Reise durch Deutschland begann in München, wo er am 21. April zunächst den DLR-Standort Oberpfaffenhofen, das Kontrollzentrum für das Columbus-Modul, vorbeischaute und anschließend mit Staatsministerin Ilse Aigner den Campus Garching der TU München besuchte, um dort einen Vortrag vor hunderten Studenten zu halten. Am 24. April ging es zum Technikmuseum Speyer, wo er sich u.a. mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer durch die größte Raumfahrt-Ausstellung Europas führen ließ. Am darauffolgenden Tag war dann für den öffentlichen Vortrag im Technikmuseum fast Ausnahmezustand angesagt, je nach Quelle sollen es 1.000 bis 3.000 Zuschauer bei Astro-Alex’ großartigem Vortrag über seine Mission “Blue Dot” gewesen sein. Das Foto und Video oben können da nur einen kleinen Eindruck vermitteln, ein ausführlicher Beitrag von mir wird aber noch folgen. Da war das Gedränge zu der angekündigten Autogrammstunde, die eh nur 30 Minuten geplant war, schon vorprogrammiert. Und so kam es dann auch, dass es viele enttäuschte Gesichter gab, denn wie vorab zu lesen war, musste der Astronaut noch zu einem anderen Termin.

Im Mannheimer Schloss sollte er nämlich am Nachmittag noch die höchste Auszeichnung des Landes Baden-Württemberg erhalten. Alexander Gerst wurde neben 24 anderen Personen von Ministerpräsident Kretschmann mit dem Landesverdienstorden ausgezeichnet. Als der tourende Astronaut am 27. April im hessischen Taunusstein und Geisenheim Halt machte, begeisterte er erneut viele Jugendliche. Zwei Tage später und nur wenige Tage nach seiner neuesten Auszeichnung, stand Gerst schon auf der nächsten Nominiertenliste. Für den Grimme-Online-Award wurde in der Kategorie “Spezial” “unser Mann im All” nominiert, wobei sich der deutsche Astronaut direkt bei seinen digitalen Fans und den wichtigsten Mitarbeitern bedankte; bis zum 13. Juni kann man übrigens online für den Publikumspreis abstimmen. Tags darauf war Astro-Alex zu Gast bei Stefan Raabs “TV-Total” und brachte als Geschenk einen Blue-Dot-Missionsaufnäher von der ISS mit.

Gestern (06. Mai) standen in Gersts Kalender gleich drei Termine in Berlin. Erst gab es im Twitter-Büro ein 22-minütige #FragAstroAlex-Fragerunde für seine Followerer, bei der auch meine Frage nach seiner Lieblingsmusik auf der ISS beantwortet wurde. Offenbar hörte er in der Cupola nicht nur elektronische Musik, sondern hatte auch Smetanas “Moldau” und Strauß’ Donauwalzer dabei. Um 15:00 Uhr stand er anschließend auf der großen Bühne der “re:publica”, einer Konferenz für das Medium Internet, wo ihm scheinbar doppelt so viele Leute zuhörten als in Speyer. Darum gab’s beim obligatorischen Gruppenfoto auch mal Selfie-Hilfe. Die Aufzeichnung (siehe oben) ist auch als Podcast verfügbar. Als letzter Termin fand am Abend noch eine Diskussionsrunde der Hessischen Landesvertretung in Berlin statt. Heute besuchte er Bremen, “die Weltraum-Stadt Deutschlands”, wie der 39-Jährige im Rathaus ins Goldene Buch der Stadt schrieb, und auch ein Treffen mit Schülern stand hier erneut auf dem Programm. Am Abend kam Astro-Alex bereits in Hamburg an, wo er  morgen (08. Mai) ab 15:00 Uhr im Audimax der Uni Hamburg über seine Mission sprechen wird. Zu der Veranstaltung wird ebenfalls ein Livestream angeboten.

Künzelsau, Alexander Gersts Heimatstadt, bildet am Samstag (09. Mai) den Abschluss seiner Homecoming-Tour quer durch Deutschland. Zunächst soll er um 14:00 Uhr im Rathaus zum Ehrenbürger ernannt werden. Im Anschluss heißt die Kleinstadt zwischen Stuttgart und Würzburg mit einem großen Fest, zu dem 8.000 bis 10.000 Leute erwartet werden, schließlich ihren Astronauten willkommen. Auch hier gibt’s ab 18:00 Uhr eine Liveübertragung. Ich bin schon sehr gespannt, auch auf die Astronauten-Ausstellung im Stadtmuseum.

07.05.2015


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