Archiv für Januar 2015

„Astrotermine für Bonn“ und Vorschau auf 2015

Das neue Jahr ist zwar schon ein paar Tage alt, ich möchte jedoch nicht versäumen darauf hinzuweisen, dass es auch 2015 wieder meine Übersicht „Astronomie für Bonn“ gibt. Mit Hinweisen und Links informiert ZauberDerSterne.de wie gewohnt über interessante Veranstaltungen für astronomisch Interessierte in der Umgebung. Beispielsweise kann noch bis zum 22. Februar die sehenswerte Weltraum-Ausstellung „Outer Space“ in der Bundeskunsthalle besucht werden und direkt eine Woche später lockt schon die nächste Ausstellung. In Pulheim bei Köln wird ab dem 28. Februar zum „Dialog der Sterne“ eingeladen, wo sich ebenfalls Kunst und Astronomie begegnen, und unterstützt wird die Schau durch Hobbyastronomen des Köln-Bonner-Astrotreff (KBA) und der Volkssternwarte Köln. Ein weiterer großer Termin ist der „Tag der Luft- und Raumfahrt“, den alle zwei Jahre das DLR in Köln-Porz veranstaltet und der diesmal am 20. September stattfinden soll. Das sind aber nur ein paar Veranstaltungen für 2015. Übrigens: In meiner Übersicht ist ein allgemeiner Hinweis auf das Programm im „Sternenpark Eifel“ im „Nationalpark Eifel“ neu hinzugekommen. Denn die Sternwarte in Vogelsang, zwischen Mechernich und Simmerath gelegen, kann bereits besucht werden. Dort lässt sich fern der Lichtverschmutzung der hellen Städte tatsächlich noch ein dunkler Nachthimmel erleben.

Darüber, dass die Volkssternwarte Bonn (VSB) zusammen mit dem Köln-Bonner-Astrotreff (KBA) dieses Jahr die Bonner Sidewalk-Astronomie auf der Poppelsdorfer Allee ausbaut, hatte ich kürzlich bereits berichtet. 12 Termine gibt es, so dass für jeden Monat eine öffentliche Beobachtung mit aufgestellten Teleskopen geplant ist. Viel ist bei dem hellen Stadtlicht nicht sichtbar, aber der zunehmende Mond lädt jedes Mal auf’s Neue zum Staunen ein und außerdem kehrt im Frühjahr/Frühsommer endlich der Riesenplanet Jupiter an den Abendhimmel zurück. Ein Beobachtungstermin darf 2015 natürlich nicht fehlen: Die totale Sonnenfinsternis am 20. März, wobei selbst von Bonn aus die Sonne noch zu 77 Prozent vom Neumond bedeckt wird. Diesen und viele weitere Termine sind im neuen Veranstaltungsprogramm, dass erneut die Volkssternwarte Bonn (VSB) mit dem Argelander-Institut für Astronomie (AIfA) zusammengestellt hat, enthalten. Alles auf einen Blick – von „Pauls Portables Planetarium“ über den „Bonner Sternenhimmel“ bis zum „Tag der offenen Tür“ – hat man mit dem dazugehörigen Jahresflyer für 2015, über die Montagsvorträge wird mit einem zweiten Flyer informiert. Letztere widmen sich u.a. auf die ein oder andere Weise dem faszinierenden Thema „Licht“, anlässlich des von der UNESCO ausgerufenen „Internationalen Jahr des Lichts“. Am 26. Januar ab 18:30 Uhr wird in der Volkssternwarte Bonn, direkt neben der Argelander-Sternwarte, das neue astronomische Jahr eingeläutet.

Und auch Blogger-Kollege und Wissenschaftsjournalist Daniel Fischer hat ebenfalls wieder einen umfangreichen Planer für dieses Jahr zusammengestellt. Was wird am Himmel beobachtbar sein, was für Veranstaltungs- und Raumfahrttermine gibt es und welche runden Jahrestage ereignen sich? Darüber informiert seine Übersicht „Bedeutendes am Himmel im Jahr 2015“.

15.01.2015

12 Monate mit 12 öffentlichen Mondbeobachtungen in Bonn

P1170967

Auch 2015 wird wieder so einiges in und um Bonn für den astronomisch Interessierten geboten. Dazu hatten Blogger-Kollege Daniel Fischer und ich unabhängig voneinander die Idee, die öffentlichen Beobachtungen mal nicht nur zu besonderen Anlässen und Terminen stattfinden zu lassen, denn oftmals scheitert die Fernrohraktion kurzfristig am wolkenverhangenen Himmel. Astronomie und klarer Himmel ist leider nicht planbar. Aus diesem Grund hatten wir uns gefragt: Warum nicht einfach mal mehr Beobachtungstermine setzen, in der Hoffnung, dass dann auch der ein oder andere wolkenlose Abend dabei sein wird. Und so entstand aus der Idee eine Reihe von insgesamt 12 öffentlichen Beobachtungen, die über das Jahr 2015 ein Mal pro Monat stattfinden sollen.

  • 24. Januar um 18 Uhr
  • 28. Februar um 19 Uhr
  • 28. März um 20 Uhr
  • 25. April um 21 Uhr
  • 23. Mai um 22 Uhr
  • 27. Juni um 22 Uhr
  • 25. Juli um 22 Uhr
  • 22. August um 21 Uhr
  • 19. September um 20 Uhr
  • 17. Oktober um 19 Uhr
  • 21. November um 18 Uhr
  • 19. Dezember um 17 Uhr

Die Termine wurden so gewählt, das in jedem Fall durch die Teleskope der zunehmende Mond mit seinen plastischen Kraterlandschaften beobachtet werden kann, dazu werden die Nächte von Frühjahr und Frühsommer noch durch den Riesenplaneten Jupiter verschönert. Wie auf den oben gezeigten Fotos zu sehen ist, werden die Fernrohre auf Höhe der alten Bonner Sternwarte (Poppelsdorfer Allee 47) auf der Wiese der Poppelsdorfer Allee aufgebaut. Und zum Schluss noch der wichtigste Hinweis: Die öffentlichen Beobachtungen finden ausschließlich nur bei geeigneten Wetterbedingungen statt. In diesem Sinne: clear skies 2015! Die Bonner Hobbyastronomen des Köln-Bonner-Astrotreff (KBA) und der Volkssternwarte Bonn (VSB) freuen sich auf viele Besucher, staunende Gesichter und interessante Fragen.

13.01.2015

Meine Kracher in der Silvesternacht

Während am Silvesterabend alle in Feierlaune waren, war ich vielmehr in Kometenstimmung. Statt auf die Silvesterknallerei freute ich mich auf die angekündigten Auflockerungen, die mich dann doch überraschten. Es muss so gegen 22:45 Uhr gewesen sein, als ich mal wieder aus dem Fenster schaute und plötzlich den Orion sehen konnte. Links von ihm die abziehende Wolkenwand, rechts von ihm war es schon wolkenlos. Schnell rief ich die Aufsuchkarten auf kometenseiten.de auf und schnappte mir das 10×50-Fernglas. Bereits durch’s geschlossene Fenster war er sofort deutlich zu sehen: der Komet Lovejoy (C/2014 Q2). Es war meine erste Sichtung und dazu schien noch der helle Halbmond, weshalb ich so im ersten Moment doch überrascht war, wie relativ hell und groß seine Koma doch war. Danach bin ich direkt raus und suchte mir ein schattiges Plätzchen ohne Mondlicht und Straßenlaternen. Auch im 8×40 war Lovejoy, der in der Silvesternacht über epsilon Lep zu finden war, nicht zu übersehen. Mit dem aufgestellten 80mm-Weitfeld-Teleskop war nicht unbedingt mehr vom Kometen zu sehen: die Koma war etwa 15 Bogenminuten groß und rund 5,0mag hell.

Als nächstes Stand das eigentliche Kracher meiner Silvernacht auf der Liste. Ein Knaller, der schon vor 60 Millionen Jahren explodiert ist: die Supernova mit der ungewöhnlichen Kennung ASASSN-14Ip in der Galaxie NGC 4666. Zwischen den Jahren hatte sie ihr Maximum erreicht, war in jener Nacht aber immer noch um die 12,0mag hell und was bei der Entfernung von 60 Millionen Lichtjahren unvorstellbare 4,5 Milliarden Sonnenleuchtkräfte darstellen. Angesichts der scheinbaren Helligkeit versuchte ich es zunächst mit dem 80mm-Fernrohr, es blieb allerdings bei einem Versuch. Deshalb baute ich um 3:00 Uhr – im Dorf wurden noch ein paar sporadische Silvesterknaller gezündet – noch fix meinen 12-Zöller auf der Terrasse auf, für den die Supernova kein Problem sein sollte. Nachdem ich endlich die richtigen Sterne von der Aufsuchkarte im Okular gefunden hatte, war die ferne Galaxie schnell eingestellt, an deren Rand ein relativ heller Stern stand. Im 40mm-Okular war er nur aufblitzend an der Wahrnehmungsgrenze sichtbar, im 9mm war er dagegen unübersehbar. Der punktförmige Feuerball eines explodierten Weißen Zwerges, einige Milliarden Sonnen hell und doch 60 Millionen Lichtjahre entfernt.

Da ich nicht nur wegen NGC 4666 mit der Supernova im Gepäck auf die erst nach Mitternacht aufgegangene Jungfrau so lange gewartet haben wollte, entschied ich mich kurzerhand noch für einen Besuch bei 3C 273. Ich erinnerte mich daran, dass Maarten Schmidt ebenfalls in den Tagen bzw. Nächten zwischen Weihnachten und Silvester 1962 Spektren von diesem Lichtpunkt aufgenommen hatte, mit denen wenig später die Entdeckung der Quasare gelang. Außerdem erinnerte ich mich an meinen in einer „Interstellarum“-Ausgabe beschriebenen Aufsuchweg, mit dem ich 3C 273 nun selber sicher und schnell finden konnte. Im Okular fällt der schwache „Stern“ überhaupt nicht zwischen den dutzenden Sternen, die alle zu unserer Milchstraße gehören, auf. Denn immerhin ist der stellare erscheinende und 12,8mag helle 3C 273 doch ganze 2 Milliarden Lichtjahre entfernt und strahlt somit Billionen Mal heller als unsere Sonne. Obwohl Quasare eben nur wie Lichtpunkte erscheinen, geht von ihnen einfach eine große Faszination aus, die man sogar in Worten fassen kann: „Funkel, funkel Quasistern / größtes Rätsel von so fern / wunderschön, doch nicht verstand / was da vorgeht, an deinem Rand“

Als Abschluss schwenkte ich noch kurz auf Jupiter, aber eigentlich nur um mich von der Nacht zu verabschieden; den Mond hatte ich sogar ausnahmsweise mal ganz links liegen gelassen.

05.01.2015


Hier klicken, um neue Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Schließe dich 69 Followern an

Kontakt und