Archiv für September 2015

Ein Astronomie-Doppelpack zur Mondfinsternis in Bonn

Die meisten werden es schon wissen: Wenn in der Nacht zu Montag ab kurz nach 3:00 Uhr der Vollmond in der Kernschatten der Erde eintritt, beginnt eine totale Mondfinsternis. Die Totalität, in der der Mond die bekannte rötliche Färbung zeigt, kann von 4:11 bis 5:23 Uhr beobachtet werden. Was viele allerdings nicht wissen: Dies wird für einige Jahre die letzte gut beobachtbare und in voller Länge sichtbare totale Mondfinsternis sein. Denn das wird erst wieder in 14 Jahren im Dezember 2029 der Fall sein. Der einzige Haken ist nur, dass die jetzige Finsternis leider auf die zweite Nachthälfte fällt. Dennoch möchte die Volkssternwarte Bonn (VSB) allen Nachtschwärmern, egal ob Hobbyastronom oder nur interessierter Laie, die Möglichkeit bieten, dieses Himmelsschauspiel nicht zu verpassen und lädt ab 3:00 Uhr ins Argelander-Institut für Astronomie (AIfA) in Bonn-Endenich ein. Dort soll bis 5:30 Uhr eine öffentliche Beobachtung anlässlich der totalen Mondfinsternis stattfinden. Alle MoFi-Süchtigen sind herzlich eingeladen – selbst zu nachtschlafender Zeit. Und die gute Nachricht ist, dass die Wetterprognosen für Bonn bis jetzt sehr gut aussehen. Zu dieser Jahreszeit ist zwar oft mit Hochnebelfeldern zu rechnen, aber für das Rheinland ist – wenn überhaupt – nur eine geringe Bewölkung angekündigt.

Die zweite Veranstaltung des Bonner Astronomie-Doppelpacks findet zuvor in der Volkssternwarte Bonn (direkt neben der Argelander-Sternwarte in Bonn-Poppelsdorf) statt: Am morgigen Sonntag lädt sie von 11:00 bis 17:00 Uhr zum jährlichen Tag der offenen Tür ein. Von 11:30 bis 12:30 Uhr gibt es zunächst ein spezielles Kinderprogramm, anschließend folgen eine Reihe interessanter Kurzvorträge, bei denen es u.a. genauso um die totale Sonnenfinsternis vor einem halben Jahr wie auch um die astronomischen Highlights 2016 gehen wird. Und bei dem angekündigten sonnigen Wetter wird natürlich auch Sonnenbeobachtung durch spezielle Fernrohre angeboten. Alle teilnehmenden Hobbyastronomen freuen uns auf viele neugierige Besucher, interessante Fragen und Gespräche und ebenso auf einen (hoffentlich) sonnigen Sonntag.

26.09.2015

Sehr gut besuchte Sonnenbeobachtung zum „Tag der Luft- und Raumfahrt“

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So sah sie aus, unsere erfolgreiche Sonnenbeobachtung zum „Tag der Luft- und Raumfahrt“, der am 20. September auf dem Gelände von DLR und ESA in Köln-Porz stattfand. Nachdem sich die Wetterprognosen bis zum vergangenen Sonntag zusehens verschlechtert hatten, wurden am Tag selber doch noch 3 Sonnenstunden angekündigt und die hatten wir tatsächlich auch. Um Punkt 10:00 Uhr (Bild 1) kam die Sonne hinter den grauen Wolken hervor, also pünktlich zum Beginn des Tags der offenen Tür. Und bis etwa 13:00 Uhr blieb es auch so schön: Die Sonne zeigte sie sich oft in großen und kleinen Wolkenlücken und sorgte für viel Sonnenschein. Je größer die Löcher in der Wolkendecke wurden, desto länger wurden natürlich auch die Schlangen vor den Teleskopen. Wie zwei Jahre zuvor (der Tag der offenen Tür findet alle zwei Jahre statt) befand sich unser Stand wieder leicht zu finden zwischen dem Europäischen Astronauten-Zentrum (EAC) der ESA und dem Envihab, das Forschungszentrum für Raumfahrtmedizin. Die Hobbyastronomen des Köln-Bonner-Astrotreff (KBA) hatten zahlreiche für die Sonnenbeobachtung geeignete Fernrohre bereitgestellt. Auch Peter Schmidt von der Volkssternwarte Köln war wieder mit seinem Doppelsonnenteleskop dabei und Heinrich Sommerkorn von den Sternfreunden Erftstadt zeigte wunderbar, dass man für die Vermittlung von Wissen nur ein paar laminierte Schautafeln benötigt. Mit seinen Blättern hatte er vor zwei Jahren den großen kosmischen Elementkreislauf den Besuchern nähergebracht und so gezeigt, was der Mensch mit den Sternen zu tun hat, dagegen waren diesmal die Sonne mit ihren unterschiedlichen Erscheinungen bzw.  das Weltraumwetter mit zugleich wunderschönen Phänomenen und mitunter folgenschweren Sonnenstürmen sein Thema.

An den vielen Teleskopen konnten hunderte kleine und große Sonnenbeobachter einmal einen Blick auf die Sonne mit ihren schwarzen Flecken und den Eruptionen werfen. Sogar Darth Vader schaute mal kurz vorbei und schickte seine Kinder auf die helle Seite der Macht. Der Andrang in den ersten Stunden war sehr groß und dennoch hat es allen Hobbyastronomen, die mitgeholfen haben, wieder sehr viel Spaß gemacht. Besonders nach dem (fast) vollständig wolkenverhangenen „Tag der Luft- und Raumfahrt“ 2013 waren wir froh um jeden Sonnenstrahl.

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Nach etwa drei Stunden war allerdings das Wetterglück vorbei, aber weiterhin schauten viele Interessierte und Familien mit Kindern vorbei. So war auch mal Zeit für längere Gespräche zu allen denkbaren Themen der Astronomie und Heinrich Sommerkorn, den ich zwischendurch immer wieder unterstützte, war mit seinen Infoblättern ja sowieso komplett wetterunabhängig. So war bis 18:00 Uhr an Langeweile überhaupt nicht zu denken. Nach dem Aufräumen (der haushohe aufblasbare Astronaut war überraschend schnell wieder verstaut) folgte die abschließende Party für alle Helfer, wobei die neue DLR-Chefin Pascale Ehrenfreund verkündete, dass etwas über 60.000 Besucher das DLR- und ESA-Gelände mit der angrenzenden Flugzeugausstellung besucht hatten. Obwohl ich es mir vorgenommen hatte und auch die Hauptbühne direkt um die Ecke war, habe ich nicht wirklich etwas von den anderen unzähligen Stationen gesehen (bis auf die Mond-Knipskiste mit einer übergroßen Mondaufnahme von KBA-Sternfreund Rolf Hempel). Wie dem auch sei: Man sieht sich dann im September 2017 wieder! Jemand der mehr vom „Tag der Luft- und Raumfahrt“ gesehen hat, ist Blogger-Kollege Daniel Fischer, der den Tag hier und hier mit Fotos zusammengefasst hat. Noch mehr Bilder gibt’s in den Fotosammlungen von DLR und ESA.

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26.09.2015


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