Archiv für Mai 2015

#IYL2015: Die Entdeckung des Lichts als Zeittafel

Licht ist das vielseitigste Naturphänomen; EPS

In Michael Endes Buch „Momo“ heißt es über die Zeit: „Es gibt ein großes und doch ganz alltägliches Geheimnis. Alle Menschen haben daran teil, jeder kennt es, aber die wenigsten denken je darüber nach. Die meisten Leute nehmen es einfach so hin und wundern sich kein bisschen darüber.“ Diese Beschreibung gilt zweifellos ebenso für das Licht, denn egal wo wir sind, im täglichen Leben begegnet es uns überall. Selbst wenn wir es meist nicht wahrnehmen, weil z.b. die Radiostrahlung von Handys bzw. Smartphones, die Mikrowellenstrahlung im gleichnamigen Küchengerät, die Infrarotstrahlung einer Fernbedienung und die Röntgenstrahlung beim Arzt ganz einfach unsichtbar für unser Auge ist, aber dennoch ist es eine elektromagnetische Welle wie das sichtbare Licht. Ohne Licht – sichtbares wie unsichtbares – gäbe es kein Sehen, keine Farben, keine funktionierenden CD- oder DVD-Spieler, kein mobiles Internet, keine Glasfaser-Technologie, keine Solarzelle oder Digitalkamera, keine GPS-Navigation, keine Spektroskopie, kein Wissen in der Astronomie und Astrophysik sowie keine bildgebene Diagnostik oder Therapieformen in der Medizin, um nur ein paar Beispiele aufzuzählen. Das Licht ist somit ganz klar das wichtigste, vielseitigste und informativste Naturphänomen in unserem Alltag und in der Wissenschaft.

Aus diesem Grund möchte ich hier im aktuellen „Internationalen Jahr des Lichts“ der UNESCO eine Zeittafel mit erwähnenswerten Entdeckungen, Erfindungen und anderen Dingen zum Thema Licht erstellen, die laufend aktualisiert werden soll. Ein Anspruch auf Vollständigkeit der Tabelle ist allerdings unmöglich, denn dafür ist das Licht einfach ein viel zu universelles Naturwunder. Dennoch hoffe ich mit meiner interdisziplinären Übersicht Interessantes, Spannendes und auch Unbekanntes über Licht zusammentragen zu können. Außerdem sollen natürlich noch weitere Beiträge zum „Jahr des Lichts“ hier im Blog erscheinen, und dann gibt’s da noch meine tägliche Licht-Serie, die schon seit Anfang Januar läuft.

08.05.2015

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Alexander Gerst auf seiner Homecoming-Tour

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Der deutsche Astronaut Alexander Gerst befindet sich seit ein paar Wochen auf so etwas wie seiner Homecoming-Tour, bevor er dann übermorgen (09. Mai) in seiner baden-württembergischen Heimatstadt Künzelsau mit einem großen Fest begrüßt wird. Seine Reise durch Deutschland begann in München, wo er am 21. April zunächst den DLR-Standort Oberpfaffenhofen, das Kontrollzentrum für das Columbus-Modul, vorbeischaute und anschließend mit Staatsministerin Ilse Aigner den Campus Garching der TU München besuchte, um dort einen Vortrag vor hunderten Studenten zu halten. Am 24. April ging es zum Technikmuseum Speyer, wo er sich u.a. mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer durch die größte Raumfahrt-Ausstellung Europas führen ließ. Am darauffolgenden Tag war dann für den öffentlichen Vortrag im Technikmuseum fast Ausnahmezustand angesagt, je nach Quelle sollen es 1.000 bis 3.000 Zuschauer bei Astro-Alex‘ großartigem Vortrag über seine Mission „Blue Dot“ gewesen sein. Das Foto und Video oben können da nur einen kleinen Eindruck vermitteln, ein ausführlicher Beitrag von mir wird aber noch folgen. Da war das Gedränge zu der angekündigten Autogrammstunde, die eh nur 30 Minuten geplant war, schon vorprogrammiert. Und so kam es dann auch, dass es viele enttäuschte Gesichter gab, denn wie vorab zu lesen war, musste der Astronaut noch zu einem anderen Termin.

Im Mannheimer Schloss sollte er nämlich am Nachmittag noch die höchste Auszeichnung des Landes Baden-Württemberg erhalten. Alexander Gerst wurde neben 24 anderen Personen von Ministerpräsident Kretschmann mit dem Landesverdienstorden ausgezeichnet. Als der tourende Astronaut am 27. April im hessischen Taunusstein und Geisenheim Halt machte, begeisterte er erneut viele Jugendliche. Zwei Tage später und nur wenige Tage nach seiner neuesten Auszeichnung, stand Gerst schon auf der nächsten Nominiertenliste. Für den Grimme-Online-Award wurde in der Kategorie „Spezial“ „unser Mann im All“ nominiert, wobei sich der deutsche Astronaut direkt bei seinen digitalen Fans und den wichtigsten Mitarbeitern bedankte; bis zum 13. Juni kann man übrigens online für den Publikumspreis abstimmen. Tags darauf war Astro-Alex zu Gast bei Stefan Raabs „TV-Total“ und brachte als Geschenk einen Blue-Dot-Missionsaufnäher von der ISS mit.

Gestern (06. Mai) standen in Gersts Kalender gleich drei Termine in Berlin. Erst gab es im Twitter-Büro ein 22-minütige #FragAstroAlex-Fragerunde für seine Followerer, bei der auch meine Frage nach seiner Lieblingsmusik auf der ISS beantwortet wurde. Offenbar hörte er in der Cupola nicht nur elektronische Musik, sondern hatte auch Smetanas „Moldau“ und Strauß‘ Donauwalzer dabei. Um 15:00 Uhr stand er anschließend auf der großen Bühne der „re:publica“, einer Konferenz für das Medium Internet, wo ihm scheinbar doppelt so viele Leute zuhörten als in Speyer. Darum gab’s beim obligatorischen Gruppenfoto auch mal Selfie-Hilfe. Die Aufzeichnung (siehe oben) ist auch als Podcast verfügbar. Als letzter Termin fand am Abend noch eine Diskussionsrunde der Hessischen Landesvertretung in Berlin statt. Heute besuchte er Bremen, „die Weltraum-Stadt Deutschlands“, wie der 39-Jährige im Rathaus ins Goldene Buch der Stadt schrieb, und auch ein Treffen mit Schülern stand hier erneut auf dem Programm. Am Abend kam Astro-Alex bereits in Hamburg an, wo er  morgen (08. Mai) ab 15:00 Uhr im Audimax der Uni Hamburg über seine Mission sprechen wird. Zu der Veranstaltung wird ebenfalls ein Livestream angeboten.

Künzelsau, Alexander Gersts Heimatstadt, bildet am Samstag (09. Mai) den Abschluss seiner Homecoming-Tour quer durch Deutschland. Zunächst soll er um 14:00 Uhr im Rathaus zum Ehrenbürger ernannt werden. Im Anschluss heißt die Kleinstadt zwischen Stuttgart und Würzburg mit einem großen Fest, zu dem 8.000 bis 10.000 Leute erwartet werden, schließlich ihren Astronauten willkommen. Auch hier gibt’s ab 18:00 Uhr eine Liveübertragung. Ich bin schon sehr gespannt, auch auf die Astronauten-Ausstellung im Stadtmuseum.

07.05.2015

#IYL2015: Meine tägliche Twitter-Serie zum „Internationalen Jahr des Lichts“

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„Ich dachte mir deshalb, dass ich das Jahr 2014 nutzen werde, um Twitter ein wenig mit astronomischen Informationen zu füllen. 140 Zeichen mal 365 Tage macht insgesamt 51100 Zeichen. Daher auch der Name ‚Projekt 51100′“ Mit diesen Worten stellte Wissenschaftsblogger und Buchautor Florian Freistetter sein Twitter-Projekt vor. „Ich möchte probieren, nicht einfach irgendwas über Astronomie zu schreiben. Sondern kurze, hoffentlich interessante Fakten finden, die sich in 140 Zeichen packen lassen.“ Es folgte 365 Tage lang ein interessanter Projekt-Tweet und als die astronomische Twitter-Serie schließlich zum Jahreswechsel zu Ende ging, stolperte ich über die Frage: „Aber vielleicht möchte ja auch jemand anderes damit weiter machen?“ Ich überlegte kurz und schon stand für mich fest, dass ich das tolle Projekt 51100 im Rahmen des aktuellen „Internationalen Jahr des Lichts“ der UNESCO (IYL = International Year of Light) weiterführen möchte. Licht ist einfach zu universell, um nicht 365 kurze Tweets zusammenzubekommen. Gedacht, getan.

Licht ist schließlich überall, wo keine Dunkelheit ist. Und es ist immer da, egal ob das Licht sichtbar oder – wie meistens – unsichtbar ist. Das beginnt schon morgens mit dem Aufwachen: Wir öffnen die Augen und das Licht ist schon da. Und der Funkwecker, der uns jeden Morgen weckt, empfängt wie jeder andere Funkwecker in Deutschland seine Zeit über unsichtbare Radiostrahlung bei einer Frequenz von 77,5 kHz. Dieses von Mainflingen bei Frankfurt gesendete Zeitsignal gibt die Zeit weiter, die in den Atomuhren in Braunschweig entsteht. Dort werden für die Zeitmessung Cäsiumatome mit Mikrowellenstrahlung einer Frequenz von 9,2 GHz bestrahlt. Und wenn beim anschließenden Frühstück ein Radio läuft, dann ist das auch nur Radiostrahlung, die mit einer Frequenz von 100 MHz schwingt und in dem kleinen Gerät in ein akustisches Signal umgewandelt wird. Ja, auch ein Becher Morgenkaffee strahlt Licht ab, nämlich Infrarotes. So lässt sich unsere Verbindung zum Licht noch den ganzen Tag lang weiterverfolgen, wo wir beispielsweise der optischen Kommunikation in Glasfasern, Anwendungen der Laser-Technik, dem Satelliten-Fernsehen, der Lichtverschmutzung oder einer Nobelpreis-Auszeichnung in jeder Digital- bzw. Handykamera begegnen. Licht bestimmt unseren Alltag, ohne Licht geht nichts!

Mit meiner täglichen Twitter-Serie, die ihr unter dem Hashtag #Projekt51100 auf meinen Twitter-Kanal verfolgen könnt, will ich aber nicht nur zeigen, wo man überall im Alltag unwissentlich Licht findet. Außerdem möchte ich u.a. zeigen, wie sich das Wissen über das Licht über die Jahrhunderte erweiterte, wie bekannte auf Licht basierende Anwendungen entstanden sind oder wo Licht in der Forschung eingesetzt wird. Dabei spürt man auch schon mal kuriose und zugleich erschreckende, aber immer interessante Geschichten auf. Und natürlich soll die Astronomie nicht zu kurz kommen, denn als rein beobachtende Naturwissenschaft ist das Licht ihr wichtigster Bote, der heute mit unterschiedlichsten und immer trickreicheren Methoden analysiert wird. Denn nur so kann der Astronom die Vorgänge am Nachthimmel oder die Natur der Millionen und Milliarden Lichtjahre entfernten Himmelsobjekte studieren. Die ersten 4 Monate meiner Serie zum weltweiten Licht-Jahr liegen bereits hinter mir und ich bin schon gespannt darauf, was für spannende und „erhellende“ Tweets wohl noch folgen werden.

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iyl2015_0304.05.2015


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