10 Tage nach dem Meteoritenfall von Tscheljabinsk

RIA Novosti, Pavel Lisicin

RIA Novosti, Pavel Lisicin

1.200 Verletzte und eine geschätzte Schadenshöhe von einer Milliarde Rubel (25 Millionen Euro) – das ist das zahlenmäßige Ausmaß des vermutlich verheerendsten Meteoritenfalls seit dem Tunguska-Ereignis von Juni 1908. Am Freitagmorgen, am 15. Februar kurz vor Sonnenaufgang, ging in Russland über dem südlichen Ural ein spektakulärer Superbolide nieder und explodierte in rund 30 Kilometer Höhe (als Airburst bezeichnet) mit einer Sprengkraft von 500.000 Tonnen TNT-Äquivalent; die dabei entstandene Druckwelle war die Ursache der zahlreichen Schäden in und um Tscheljabinsk (auch Chelyabinsk). Nach den bisherigen Resultaten soll der Impaktor 15 Meter groß und 7.000 Tonnen schwer gewesen sein.

Nur wenige Tage nach dem Einschlag folgten bereits Meldungen über die ersten gefundenen Meteoriten, die als Gewöhnliche Chondriten klassifiziert wurden. Mittlerweile wurden schon hunderte kleiner Splitter, Fragmente und größere Exemplare im Schnee entdeckt. Der bisher größte Fund misst über 10 Zentimeter und soll 1,8 Kilogramm wiegen (Bild 2). Neben dem kiloschweren Meteoriten geht es in diesem TV-Bericht auch über die heute begonnene – 10 Tage nach dem Impakt! – Ausstellung zu dem Meteoriteneinschlag. Noch bis zum 31. März ist die Ausstellung mit Fotos und Berichten von Augenzeugen im Museum für Geschichte in Tscheljabinsk zu sehen.

Die Meteoritensucher aus der Bevölkerung konzentrieren sich auch auf den mittlerweile abgesperrten Tschebarkul-See (auch Chebarkul-See), etwa 80 Kilometer westlich von Tscheljabinsk gelegen. Übrigens soll entgegen anderer Berichte der Meteoritenfall nun nicht nach dem See, sondern nach der Stadt Tscheljabinsk selbst benannt werden.

Ein 6 Meter großes Loch in der Eisdecke des 6 Kilometer großen Sees wurde schon am Tag des Einschlags für die Impaktstelle des größten Meteoritenbruchstücks gehalten. Bei der ersten Suchaktion durch Taucher wurde aber nichts gefunden, doch aktuell gibt es Hinweise aus zwei Richtungen, die dafür sprechen, dass dies tatsächlich der Einschlagsort des schwersten Überrests ist. Die Analyse der Umlaufbahn des Impaktors des 15m-Apollo-Asteroiden bzw. seiner Flugbahn in der Atmosphäre sowie eine gefundene magnetische Anomalie im Bodenschlamm des Sees ergab zusammen in sehr guter Übereinstimmung, dass in der Tiefe eine bis zu 500 Kilogramm schwere Masse verborgen liegen könnte. Wie über einen russischen Geophysiker gestern zu erfahren war, soll das 50 bis 70 Zentimeter große Objekt 1 bis 1,5 Meter tief im Schlamm stecken. Mit weiteren Sonden soll die Position nun genauer bestimmt werden, um ihn hoffentlich mit einem Seilgreifer zu bergen.

25.02.2013

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