Search Results for 'paul hombach'



Im StarTalk mit … Martin Neumann

Der Erfinder und sein „magisches Fernglas“

Celestron hat es 2006 mit dem SkyScout vorgemacht und in der heutigen Smartphone- und Tablet-Ära reicht bereits eine von dutzenden Planetariums-Apps aus, um mit digitaler Hilfe den Sternhimmel zu entdecken. Man richtet das Gerät einfach zum Himmel und bekommt auf dem Display direkt Informationen zu einem bestimmten Stern angezeigt. Martin Neumann, ein begeisterter Hobbyastronom, Blogger, kreativer Kopf und Unternehmer aus Bornheim bei Bonn, hat die Idee weitergedacht und verfeinert. Der 48-Jährige, der sich mit 9 Jahren schon ein Fernglasstativ bastelte, nutzt dafür das Zauberwort Augmented-Reality (AR), das aktuell durch die Markteinführung von Google-Glass für viel Gesprächsstoff sorgt. Neumann nennt seine innovative Google-Glass-für-Sternfreunde-Erfindung ganz einfach universe2go, die man via Crowdfunding noch bis zum 31. Mai finanziell unterstützen kann. Auf den ersten Blick sieht die Plastikbox wie ein einfaches Fernglas aus, doch tatsächlich verwandelt universe2go das Smartphone zu einem neuartigen persönlichen Planetarium, das den realen Sternhimmel zeigt und dazu gibt es informative Einblendungen. In verschiedenen Modi – von Audioführungen bis zu 3D-Ansichten – können besonders Laien und Hobby-Einsteiger den Nachthimmel auf eine neue Art kennenlernen. Bei der Erfindung geht es um das „einzigartige Erlebnis der Symbiose von natürlichem Sternenhimmel und virtuellen Grafiken und Bildern“, so der Sternfreund des Köln-Bonner-Astrotreff (KBA), der mir für meine StarTalk-Reihe einige Fragen beantwortete.

12 Fragen an Martin Neumann …

  • Wann und wie wurden Sie mit dem Astrovirus angesteckt?
Schon als kleiner Junge stellte ich mir Fragen wie „Warum ist die Sonne im Winter kälter als im Sommer“, wo sie doch tiefer hängt, uns also näher sein sollte und das widersprach meiner Alltagserfahrung. Mit 9 Jahren bekam ich dann ein Fernglas. Das war viel zu schwer, als das ich es halten konnte, also musste ich mir ein Stativ aus Holz bauen. Gebastelt habe ich schon immer gerne. Später wurden die Instrumente immer größer und teurer, aber leider wurde dafür die Zeit für’s Sterne gucken immer knapper. Am liebsten benutze ich daher in den letzten Jahren meine beiden Ferngläser. Ein Miyauchi 20×100 und ein Canon IS 18×50. Ich liebe es, damit im Urlaub in lauen Sommernächten auf der Milchstrasse spazieren zu gehen. Einfach so, ohne Plan. Insbesondere mit dem Miyauchi entdeckt man hunderte von Schätzen, einen dunklen Himmel, wie z.b. in den Bergen auf Korsika, vorausgesetzt.
  • Was macht für Sie den Zauber der Sterne aus?

Als Kind war es die Neugier. Je älter ich werde, umso mehr weicht die Neugier der Ehrfurcht und dem Staunen. Dieses Gefühl, auf der einen Seite so ein winziges, winziges (muss man zweimal sagen ;-)) Wesen auf dieser großen Bühne zu sein und gleichzeitig das bewusste Zentrum der eigenen Existenz als Teil dieses Schauspiels zu sein, haut mich jedesmal um. Am stärksten habe ich dieses Gefühl, wenn ich den Lagunennebel im Schützen mit bloßem Auge am Himmel anschaue. Er ist so größer als der Vollmond, aber 5.200 Lichtjahre entfernt. Dann erinnere ich mich an Reisen nach Nord-Norwegen. Wie groß müsste etwas sein, dass dort am Nordkap steht und hier in Köln so groß wie der Vollmond am Horizont erschiene? Ich habe es nie ausgerechnet, aber mein Gefühl sagt mir: gigantisch groß. Und dieser Lagunennebel ist noch mal 10 Billionen Mal weiter weg. So bekomme ich einen Bezug dazu und mir scheint es fast, als könnte ich mir vorstellen, wie riesig er ist. Mit der Andromedagalaxie funktioniert das übrigens bei mir nicht. Die ist einfach zu groß für meinen Geist. Aber Größe ist nicht alles. Die pure Schönheit der funkelnden Sterne lässt sich halt trotz toller Technik (noch?) nicht simulieren. Das Planetarium in Bochum zum Beispiel ist fantastisch, aber mit dem Original (ohne Lichtverschmutzung) kann es sich nicht messen. Ich überlasse hier Ralph Waldo Emerson das Wort: „Stars: Seen in the streets of cities, how great they are! If the stars should appear one night in a thousand years, how would men believe and adore; and preserve for many generations the remembrance of the city of God which had been shown! But every night come out these envoys of beauty, and light the universe with their admonishing smile.“

  • Welches sind Ihre unvergesslichsten Astroerlebnisse als Hobbyastronom?
Das ist eine schwierige Frage. Den Lagunennebel habe ich schon erwähnt. Als Student bin ich mal mit dem Auto nach Portugal gefahren. Mitten in Spanien ging es des nachts plötzlich immer höher und höher in die Berge. Es wurde aber immer wärmer statt kälter und es war pechschwarze Nacht. Da hielten wir an, schalteten die Scheinwerfer aus und als ich ausstieg – was soll ich sagen? Unerwartet unbeschreiblich. Ich kannte bis dahin nur den Himmel über dem Ruhrgebiet. Das war übrigens die Extremadura, aber als Studenten hatten wir natürlich keinen Plan davon. Ein anderes fantastisches Erlebnis war die Sonnenfinsternis 2006 in Side. Die Totalität habe ich mir hauptsächlich durch das Miyauchi angeschaut (Warnung: Bitte niemals direkt in die Sonne schauen. Weder ohne noch mit Fernglas, Fernrohr oder sonstigem Zubehör!). Der Anblick war unbeschreiblich. Das Anthrazit-Schwarz des Mondes, die fahle, irisierend scheinende Korona und die rubinroten Protubranzen. Selbst Fotos, die von Profis mit Belichtungsreihen über 13 oder mehr Blendenstufen erstellt wurden, geben diesen Eindruck nicht wieder. Der Blick dauerte gefühlte 5 Sekunden (tatsächlich fast 2 Minuten), aber hat sich tief in meine Erinnerung eingebrannt.

 

  • Wann und wie kam es zur Idee für universe2go?

Die besten Ideen bekommt man ja nach einer populären Kreativitätstheorie, wenn man entspannt ist und eben nicht am Schreibtisch sitzt. Archimedes in der Badewanne, Newton beim Nickerchen unter’m Apfelbaum, Mullis auf der Fahrt in den Skiurlaub. Mir kam die Idee für ein Augmented-Reality-Okular damals während der Side-Reise beim Spazieren. Das habe ich dann auch entwickelt und zum Patent angemeldet. Viele hundert Stunden und viel Geld habe ich da hinein gesteckt, nur um dann am Ende zu erfahren, dass das Max-Planck-Institut in Saarbrücken, die gleiche Idee drei Monate vor mir zum Patent angemeldet hat. Das war aber ganz okay. Ich bin hingefahren und habe die nette Bekanntschaft mit dem Doktoranden Andrei Lintu gemacht. Viel frustrierender war, dass sich offensichtlich niemand für die Erfindung interessiert, das MPI hat mittlerweile das Patent fallen gelassen. Manche Ideen kommen halt zur falschen Zeit. Aber ausgehend von dieser Idee kam mir vor etwa 3 Jahren die Idee: „Wieso nutze ich eigentlich nicht mein iPhone als Sensor und Display?“ Und dann war auch klar, dass ich es diesmal nicht nur für das Fernrohr und Hobbyastronomen bauen wollte, sondern insbesondere auch für den Laien.

  • Die Lücke zwischen Beobachtung und Information versuchte Celestron schon mit dem SkyScout zu schließen und heute kann man mit jedem Smartphone via Planetariums-App den digitalen Himmel entdecken. Was ist das Neue bei Ihrem „magischen Fernglas“?
Der SkyScout war eine tolle Sache und hat ja auch fast ein Dutzend Innovationspreise gewonnen. Allerdings war er meines Erachtens zu teuer und stand damit in direkter Konkurrenz zum Kauf eines Teleskops oder eines guten Fernglases. Darüber hinaus bot er nicht das visuelle Augmented-Reality-Erlebnis. In mehreren Kundenrezensionen zum SkyScout findet man, dass die Benutzer dies sehr vermissten. Sie wollten halt nicht bloß wissen, welcher Stern das ist, sondern auch die Sternbildlinien am Himmel sehen. Durch die Konkurrenz der Smartphone-Apps wurde es dann eng für den SkyScout und er wurde jetzt von Celestron vom Markt genommen.
Es gibt ja über 50 Planetariums-Apps für iPhone & Co. und Android. Viele davon haben eine sehr schöne Aufmachung, so zum Beispiel SkyGuide mit fotografischer Darstellung des Sternenhimmels. Gegenüber diesen Apps hat universe2go drei entscheidende Vorteile:
1. Die Genauigkeit dieser Apps reicht nicht aus, um einen Stern zuverlässig zu identifizieren. Gerade Laien sind daher kaum in der Lage mit diesen Apps die Sternbilder sicher zu finden. Mein universe2go benutzt ein spezielles Verfahren, mit dem man den richtigen Stern und das Sternbild sicher identifiziert.
2. Die Apps stellen die Sternbilder viel kleiner da, als sie am Himmel erscheinen. Außerdem erscheinen die natürlichen Helligkeiten der Sterne ganz anders als sie auf dem Bildschirm dargestellt werden. Auch dies trägt dazu bei, dass Laien damit kaum ein Sternbild finden. Mit universe2go ist das ein Kinderspiel, weil man die Sternbildlinien zwischen den echten Sternen sieht.
3. universe2go hat einen digitalen Zoom, der automatisch kleine Objekte groß darstellt und das bei den meisten Bildern sogar in 3D! Das sieht super-cool aus. Auf der Homepage von Jukka-Pekka Metsävainio, kann man sich anschauen, wie das aussieht.
Mir persönlich ist noch etwas sehr wichtig. Die Smartphone- und Tablet-Apps verführen dazu, sich den Sternhimmel digital anzuschauen, d.h. der echte Himmel wird gar nicht mehr angeschaut. Die zunehmende Lichtverschmutzung wird damit nicht so auffällig wahrgenommen. Im Gegenteil: Mit diesen Apps hat man eigentlich als Anfänger nur eine Chance an einem Stadthimmel etwas zu finden. Universe2go dagegen macht nur Sinn, wenn man wirklich draussen den Sternenhimmel erkundet und nicht drinnen auf dem Sofa.
  • Wie sieht der Entwicklungsprozess für universe2go im Überblick aus?

Der erste Prototyp war schnell mit Hartschaumplatten und ein paar Linsen mit Uhu zusammengeklebt. Da zeigte sich direkt: Die Idee funktioniert. Edison hat gesagt „Innovation ist 1 % Inspiration und 99 % Transpiration“ und so war es entsprechend noch ein sehr langer Weg vom ersten zu dem jetzt voll funktionsfähigen Prototypen. Dazu mussten parallel die Hardware, die Software und die Inhalte entwickelt und erstellt werden.

Die Bauteile des allerersten universe2go-Prototyps

  • Was war technisch gesehen die größte Herausforderung?

Eine große Herausforderung war das Bedienkonzept. Wie bedient man ein Smartphone, welches sich in einem geschlossenen Gehäuse befindet? Im Starter-Modus muss man gar nichts bedienen, denn da schaut man einfach auf einen Stern und los geht es. Aber ich wollte mehr: Mythologie-Modus, Deep Sky-Modus, Quiz-Modus, Such-Modus und dafür brauchte ich ein Interaktionskonzept. Da habe ich drei komplett verschiedene Varianten entwickelt und getestet. Am Ende hat sich die jetzige Methode mit Hilfe von Kopfbewegungen als die beste erwiesen. Man braucht nur ca. 1 Minute, um sie zu erlernen, wie bereits viele Tester beweisen haben.

Aber die größte Herausforderung waren die unzuverlässigen Smartphone-Sensoren, insbesondere der Kompass. Das hat mich fast wahnsinnig gemacht. Manchmal funktioniert er gut, aber oft liegt er bis zu 20 Grad daneben. Das ist natürlich völlig inakzeptabel. Nach 3 Monaten intensiver Entwicklungsarbeit und Testen alleine für dieses Problem habe ich dann endlich eine Lösung gefunden, mit der ich sehr zufrieden bin.

  • Für wen ist universe2go besonders interessant? Wem empfehlen Sie es?

Ich wünsche mir, dass universe2go gerade Anfängern die Entdeckung des Himmel erleichtert, weil es ein sehr spielerischer Zugang ist. Und daraufhin habe ich auch die Auswahl der Objekte und die Geschichten für die Audioführungen ausgerichtet. Ein Beispiel: Statt alle 7.000 Galaxien aus dem NGC-Katalog gibt es ca. 100 Deep-Sky-Objekte die schön anzusehen sind, eine interessante Geschichte bieten und zum großen Teil mit günstigem Amateur-Equipment aufgefunden werden können. Natürlich interessieren sich auch Hobbyastronomen für diese neue Erfindung. Innovationen gibt es in der Astronomie ständig. Meist sind dies Verbesserungen und Leistungssteigerungen der Teleskope, Kameras und des Zubehörs. Aber neue Produktideen wie universe2go wecken natürlich die Neugier.

Ich selbst habe übrigens auch viel Spaß mit universe2go, zum Beispiel mit dem Quiz-Mode. Auch für mich, als erfahrenen Hobbyastronom ist es schon eine Herausforderung den Luchs, das Einhorn, die Eidechse oder den Kleinen Löwen zu finden.
  • Was waren die bisherigen Reaktionen auf Ihre Erfindung?
Das Interesse ist sehr groß und darüber freue ich mich riesig. Das ist ganz anders als damals mit dem AR-Okular. Insbesondere wenn die Menschen damit den Sternenhimmel beobachten, ist das Feedback fast 100%ig: „Wow, das ist ja cool/interessant“.
Eine große Hürde für die Vermarktung ist jedoch die Unbekanntheit der AR-Technologie. Wer von uns hat schon einmal durch ein Google-Glass oder eine andere AR-Brille geschaut? Die allermeisten Menschen haben noch keine persönliche Erfahrung mit Augmented-Reality und dann ist es sehr schwer sich das Seh-Erlebnis vorzustellen. Aber darum geht es im Wesentlichen beim universe2go – um dieses einzigartige Erlebnis der Symbiose von natürlichem Sternenhimmel und virtuellen Grafiken und Bildern. Hier muss ich noch viel Überzeugungsarbeit leisten.
  • Parallel zur Crowdfunding-Aktion sind Sie auch mit Interview und Stand bei der Astromesse ATT dabei?

Ja, universe2go wird auf dem ATT am 10. Mai in Essen vorgestellt, das ist übrigens Messe-Premiere. Und ich freue mich sehr, dass mich Paul Hombach zu einem Live-Interview für die interstellarum-Sternstunde zum ATT eingeladen hat.

Der universe2go-Prototyp im Einsatz beim Astronomietag 2014

  • Was sind die langfristigen Pläne für Ihr „Google Glass für Sternfreunde“?
Zunächst einmal muss ich die Finanzierung für die erste Produktionsrunde sichern. Dies geschieht durch eigenes Investment, Darlehen und Crowdfunding, parallel dazu versuche ich Venture-Kapital zu bekommen. Aber das wird erst der Start sein. Ich habe noch viele weitere Ideen für universe2go wie zum Beispiel eine Online-Verbindung zum Teleskop oder einen Lehrer-Schüler-Modus. Mehr will ich aber jetzt noch nicht verraten. Zudem ließe sich die Technologie auf andere Anwendungsbereiche wie zum Beispiel Freizeit (Wandern), Wartung oder Architektur ausdehnen. Darüber hinaus gibt es im Kreis der Köln-Bonner-Sternfreunde ein Interesse am AR-Okular. Wer weiß? Manchmal brauchen Idee einen zweiten Anlauf.
  • Das Universum in einem Satz:
Das Universum ist Gottes schönster Gedanke.

Vielen Dank für das Interview!

11.04.2014

Von Uganda über Japan nach Bonn: Einmalige Sonnenfinsternis-Show in der Volkssternwarte

Mit Regen begann der Morgen zum diesjährigen Tag der offenen Tür der Volkssternwarte Bonn (weitere 4 Berichte sind ganz unten verlinkt), der am Sonntag, den 03.11. stattfand, aber zum Glück verzog sich dieser noch rechtzeitig vor den ersten Besuchern. Gegen 10 kam ich bei der Volkssternwarte in Poppelsdorf an und direkt im ersten Gespräch traf ich auf ein paar Leute, die sich für die alte Argelander-Sternwarte interessierten. Die Frage nach den Schlüsseln für eine Führung durch die alten Räume ergab dann leider, dass die Uni Bonn wenige Tage zuvor die Schlösser ausgetauscht hatte. Das war für mich schon sehr ärgerlich, denn auch im Anschluss an Peter Odens Argelander-Vortrag (Bild 5) hätte ich gerne eine Führung angeboten, aber diesmal musste es eben bei Erklärungen vor dem historischen Sternwartengebäude bleiben. Von Jan Hattenbach, Wissenschaftsjournalist und Hobbyastronom, der für einen kleinen Besuch sogar aus Aachen vorbeikam, hörte ich zudem zum ersten Mal, dass die Sternwarte in Equadors Hauptstadt Quito nach dem Vorbild der Argelander-Sternwarte ab 1873 aufgebaut wurde.

Auch in den großen Kuppelraum des Refraktoriums der Volkssternwarte war an jenem Sonntag kein reinkommen. Wegen anstehender Baumaßnahmen wusste man zum diesjährigen Tag der offenen Tür auf einen beheizten Pavillion ausweichen. Hier wurde die kostenfreie Software Stellarium vorgeführt, während Kinder Kometen basteln und zeichnen konnten. Kometen waren sowieso das große Thema des Tages. Denn als sich gegen 11 Uhr die Wolken lichteten und so die Sonnenteleskope zum Einsatz kamen, wurde die „Kometenzeit in Bonn“ von Peter Oden (Volkssternwarte Bonn (VSB)) und Michael Geffert (Argelander-Institut für Astronomie (AIfA)) vor einer größeren Gruppe Besucher offiziell eröffnet (Bild 1). Anlässlich des mit Spannung erwarteten Kometen ISON wurde schon vor einigen Monaten dieses in Deutschland wohl einmalige Kometenzeit-Paket mit vielen verschiedenen Veranstaltungen inkl. Beobachtungen geschnürt. Während draußen die Instrumente – drei Fernrohre und ein Spektroskop – mit der tiefen Sonne wanderten, hatten im Vortragsraum schon ein paar Vorträge Kometen zum Thema. War hier der Andrang schon enorm – für den gesamten Tag wurden „deutlich über 400 Besucher“ gezählt -, ging es bei der geplanten Sonnenfinsternis-Liveübertragung weder vor noch zurück.

Kurz nach 14 Uhr betraten gleich 3 Personen mit ihren Laptops für diese einzigartige Sonnenfinsternis-Show die Bühne des nunmehr 60 bis 70 Besucher zählenden Vortragsraums. Während AIfA-Astronom Stefan Erbschwendner (links), der den aktuellen „Monat der Schulastronomie“ in Bonn organisierte, erstmal Allgemeines zum Thema Sonnenfinsternis erzählte und die Besonderheit dieser in Teilen Afrikas sichtbaren hybriden Form erläuterte, behielten Stefan Krause (Mitte) und Paul Hombach (rechts) die entsprechenden Webcasts im Blick. Die beiden letztgenannten VSB-Mitglieder führten dann anschließend durch’s weitere Programm, nachdem ein (von 10 Links) funktionierender Stream gefunden war. Das Livebild der totalen Sonnenfinsternis holte Stefan Krause aus Uganda über eine japanische Wetterseite nach Bonn-Poppelsdorf.

Bis auf einen Zwischenfall mit einem Standbild (das wiederholte Einloggen klappte überraschend problemlos) war die Übertragung stabil, so dass an die 70 Zuschauer das Fortschreiten der partiellen Phase bis zur hauchdünnen Sonnensichel live verfolgen konnten. Die Hobbyastronomen Stefan Krause und Paul Hombach kommentierten das Livebild via Japan, erzählten abwechselnd von ihrer langjährigen Sonnenfinsternis-Erfahrung und improvisierten amüsant und einfach gekonnt diese einmalige Sofi-Show bis zur mit Spannung erwarteten Totalität. Etwa um 15:25 Uhr deutscher Zeit war der Moment da. Für blitzschnell vergehende 10 Sekunden war die Sonne total verfinstert, wobei schlagartig die Korona auf der Leinwand auftauchte und sich anschließend der Mond von der Sonne mit Diamantring- und Perlschnur-Phänomen verabschiedete. Damit endete auch die wunderbare 80-minütige Liveshow zur totalen Sonnenfinsternis in Afrika, doch die „Kometenzeit in Bonn“ beginnt hiermit erst – und wird noch bis zum 10. Januar fortgesetzt. Und zumindest an jenem Sonntag war keine abendliche Himmelsbeobachtung möglich, aber hoffentlich lässt das Wetter demnächst eine öffentliche ISON-Beobachtung zu.

Weitere Eindrücke zum Tag der offenen Tür lassen sich hier nachlesen:

Und sogar im Interstellarum-Newsletter wird kurz über die Auftaktveranstaltung berichtet:

18.11.2013

2014

Das war die „Kometenwoche in Bonn“

Gestern ging sie zu Ende: die „Kometenwoche in Bonn“, in der mehrere Veranstaltungen zum Kometen PANSTARRS – passend auch zum Astronomietag – angeboten wurden. Bei der Anzahl der gesetzten Termine musste es einfach mal mit einer öffentlichen Beobachtung klappen, selbst bei den schlechten Wetteraussichten im Rheinland; am letzten Termin gab es endlich die passende Wolkenlücke. Aber der Reihe nach. Bevor es mit der Kometenwoche für PANSTARRS los ging, fand am 09. März im Argelander-Institut für Astronomie (AIfA) ein Gedenkkolloquium statt, bei der mit Fachvorträgen und persönlichen Erinnerungen an das Leben und Wirken von Hilmar Duerbeck und seiner Frau Waltraut Seitter, Deutschlands erster Astronomie-Professorin, gedacht wurde. Zum Abschluss gab es einen kleinen musikalischen Ausklang, bei dem ursprünglich zu viert Beethoven gespielt werden sollte, doch leider stand schließlich der Bonner Astronom Michael Geffert mit seinem Flügelhorn allein vor den zum Teil weit angereisten Gästen. Meine Eindrücke gibt es ausführlich mit weiteren Fotos in diesem Bericht.

Anschließend wollte ich eigentlich noch zu der ausverkauften lit.cologne-Lesung über den Visionär, Weltraumfantasten und sog. „Leonardo da Vinci der Heilanstalt“ Karl Hans Janke, aber für die Abendkasse war ich schon zu spät dran. Sehr interessant zu dieser Person sind ein Vergleich mit Wernher von Braun, eine MDR-Doku und die Homepage zur Ausstellung.

Am 11. März lud zu den Bonner Hochschultagen auch das AIfA in Bonn-Endenich ein. Für Oberstufenschüler wurde hier u.a. sehr informativ das Studium und von Nadya Ben Bekhti der (koffeinhaltige) Beruf des Astronomen vorgestellt. Einen ausführlichen Bericht gibt es hier.

Direkt im Anschluss gab es am Abend bei der Volkssternwarte Bonn (VSB) einen Kometenvortrag von Stefan Krause. Bei dem Auftakt zu der Bonner Kometenwoche stellte er besondere historische Kometen vor und gab einen Überblick zu PANSTARRS (siehe Bild) und den im Spätherbst zu erwartenden und noch helleren Schweifstern ISON.

Nachdem der erste öffentliche Beobachtungstermin am Mittwoch wegen Wolken ausfallen musste, waren die Hobbyastronomen des Köln-Bonner-Astrotreffs (KBA) tags darauf am 14. März doch erfolgreich, so dass die ersten Kometenbilder aus dem Rheinland entstanden. Für den Abend war zwar ein auflockernder Himmel angekündigt, aber bei mir südlich von Bonn zogen die Wolken nicht schnell genug ab.

Am Freitag, 15. März, trafen wir Hobbyastronomen uns mit den Berufsastronomen Michael Geffert und Nadya Ben Bekhti, die schon viele Jahre auch in Schulen aktiv sind, zu einer ersten kleinen Ideenrunde zum Thema Öffentlichkeitsarbeit. Zur selben Zeit waren zwei WDR-Reporter mit Kameramann und einer herumwuselnden Schar von Kinderreportern im Institut zu Besuch – natürlich wegen PANSTARRS. Der entstandene TV-Beitrag wurde gestern in der WDR-Lokalzeit aus Bonn ausgestrahlt und kann hier (sollte nicht nach 7 Tagen gelöscht werden) abgerufen werden. Da war Radioastronomin und Postdoc Ben Bekthi wieder in ihrem Element.

Auch zum 11. bundesweiten Astronomietag am 16. März wollte die Wolkendecke nicht aufreißen, so dass aus den „Sternstunden über der Heide“ diesmal eine „Kometenstunde im Rathaus“ wurde. Nach den wolkenlosen Blicken auf Mond und Planeten letztes Jahr, gab KBA-Sternfreund Paul Hombach ein überdachtes Indoor-Programm im Rathaus Sankt Augustin und präsentierte vor etwa 25 Gästen eine Runde „Pauls Portables Planetarium“ über Vagabunden des Sonnensystems mit vielen PANSTARRS-Fotos aus aller Welt. Auch die Presse war in Form von Reporter und Sternfreund Thomas Heinemann vor Ort; sein Artikel ist heute im General-Anzeiger Bonn nachzulesen, und unsere Astronomie-Blogs für die Region wurden auch erwähnt.

General-Anzeiger Bonn vom 19.03.2013; Thomas Heinemann

So fielen leider die Beobachtungen am diesjährigen Astronomietag aus, in 12.500 Metern Höhe sah das schon anders aus. Der Bonner Sternfreund Stefan Krause von Eclipse-Reisen.de chartete für die erwartete beste Sichtbarkeit von PANSTARRS einen Kometenflieger. Für 55 Fluggäste (darunter gleich 5 KBA-Hobbyastronomen) ging es nun am Samstag von Köln-Bonn über den Kometen nach Köln-Bonn, und nach dem großen Medien-Interesse im Vorfeld war auch der WDR beim Kometenflug einer Boeing 737 dabei. So gibt es nicht nur Fotoberichte der KBA-Mitglieder Peter Oden und Daniel Fischer (weitere Bilder hier und hier sowie ein Video mit flotten Trance-Beats), sondern auch den WDR-Bericht, der gestern in der ARD beim Morgen- und in gekürzter Fassung beim Mittagsmagazin ausgestrahlt wurde; auch N24 hatte etwas zu dem Kometenflug berichtet.

 

18. März. Zum Abschluss der „Kometenwoche in Bonn“ hatte es gestern Abend dann doch noch mit einer kleinen Beobachtungsaktion vor der Tür des AIfA geklappt. So gesehen ist es doch ein „erfolgreicher Abschluss“, wie Wilfried Bongartz schreibt. Weitere Fotos dieser öffentlichen Beobachtung kann man sich hier ansehen. Jetzt fehlt eigentlich nur noch eine persönliche Sichtung, denn trotz der gestrigen Wolkenlücke habe ich PANSTARRS einfach nicht erwischt.

Wilfried Bongartz

19.03.2013

„Kometenwoche in Bonn“ kommt … und weitere Termine

Wie man auch in meinen Astroterminen nachlesen kann, ist es jetzt noch genau eine Woche bis zur „Kometenwoche in Bonn“, bei der anlässlich des hellen Kometen PanSTARRS öffentliche Veranstaltungen in und um Bonn stattfinden werden. Sie beginnt nächsten Montag, 11. März, mit einem einleitenden Kometenvortrag von Stefan Krause und endet mit der letzten Beobachtungsaktion am darauffolgenden Montag, 18. März. Zufälligerweise fällt die beste Sichtbarkeit des auffälligen Schweifsterns, der leider in der Abenddämmerung nur tief am Westhorizont stehen wird, auf den 11. bundesweiten Astronomietag am 16. März. Hierzu laden nicht nur die aktiven Hobbyastronomen von VSB und KBA nach Bonn und parallel nach Sankt Augustin ein, auch die neue Gruppe der „Sternfreunde Siebengebirge“ plant in Bad Honnef eine eigene Beobachtungsaktion. Letztere erweitert den Astronomietag sogar um eine zweite öffentliche Beobachtung am Sonntagabend. Alle Termine mit Orten und Zeiten zur „Kometenwoche in Bonn“ wurden hier wunderbar zusammengefasst. Für ein gutes Gelingen braucht’s dann eigentlich nur noch ein paar hoffentlich wolkenlose Abende.

Nach dem „kometenhaften“ März folgt im April und Mai das beliebte Astroseminar, das schon zum 19. Mal auf dem DLR-Gelände in Köln-Porz stattfindet. Des Weiteren sind für diese beiden Monate auch drei Vorträge geplant, die im Rahmen der Bonner „Sammlung historischer Himmelsaufnahmen“ stattfinden werden. Außerdem im Mai: das 13. „Pauls Portables Planetarium“ von Paul Hombach und Sonnenbeobachtung beim zweitägigen Klosterfest in Sankt Augustin. Über die genannten Termine kann man sich auch direkt im Veranstaltungskalender informieren.

04.03.2013

Über Sicheln, Transite und Feuerringe … im Museum

„Pauls Portables Planetarium“ – dazu lud am Dienstagabend wieder das Deutsche Museum Bonn ein. Neben der üblichen Himmelsschau mit Stellarium – diesmal mit Mitmach-Teil – bestand das mit „Sicheln, Transite und Feuerringe“ betitelte Vortragspaket natürlich noch aus einer Nachlese zum Venustransit und anderen Himmelsereignissen der letzten Wochen.

Als ich gegen 18:00 Uhr in der Ahrstraße ankam, standen, obwohl die Wetteraussichten nicht allzu rosig aussahen, bereits zwei Fernrohre vor dem Eingang. Den ersten Besuchern konnten wir so tatsächlich noch in ein paar Wolkenlücken unseren Stern in Weiß- und H-alpha-Licht zeigen. Die Sonne zeigte einige auffällige Flecken und auch Protuberanzen waren gut zu sehen. Doch die Wolken behielten die Oberhand und so wurde nach einer halben Stunde leider schon wieder abgebaut.

Dabei schaute uns ein Mann über die Schultern, der offenbar vermisst wird. Ob Radio, Fernsehen oder Smartphone – ohne die Leistungen von Heinrich Hertz wäre unser modernes Leben nicht denkbar und heute kann man in Bonn sogar auf einer digitalen Schnitzeljagd mit dem Smartphone den Spuren dieses genialen Physikers, der seine letzten Lebensjahre hier am Rhein verbrachte, folgen. So schließt sich der Kreis von Hertz‘ Entdeckung der Funkwellen/Radiowellen.

Noch bis Mitte Januar 2013 läuft die Ausstellung über Heinrich Hertz im Deutschen Museum Bonn. Neben der Hertz’schen Caching-Tour aus 7 Stationen werden diesen Sommer auch regelmäßig naturwissenschaftliche Spaziergänge durch Bonn angeboten.

Zwischen Teilchenbeschleuniger, Neutrino-Detektoren, 100m-Radioteleskop-Modell und der Sonderausstellung begann um 19:00 Uhr schließlich der wieder sehr gut besuchte Vortrag von Paul Hombach. Zu Beginn gab es wie immer mit Stellarium einen Blick an den aktuellen Nachthimmel. Diesmal war auch das Publikum gefragt und so wurde beim Mitmach-Special auch der Himmel über diversen Urlaubszielen gezeigt, wobei u.a. mit Schottland, Westafrika, Madagaskar, Neuseeland und Kanada die Reiseziele über den gesamten Globus verteilt waren.

Danach folgte die große Venustransit-Nachlese mit reichlich Bildmaterial der beiden KBA-Exkursionen nach Rügen und Rhodos.

Für die Bonner Region blieb der Venustransit leider hinter grauen Nieselregenwolken verborgen. Zwei eigene Fotos zeigten den nur um wenige Stunden verspäteten blauen Himmel über dem Rheinland.

Aber es gab nicht nur Pretty Pictures von Großobservatorien und Weltraumteleskopen zu sehen, …

… sondern auch die ersten bewegten Bilder eines Venusdurchgangs, die in Japan vor 138 Jahren „gedreht“ wurden. Denn die Fotoplatten, die Jules Janssen im Dezember 1874 mit seinem entwickelten „fotografischen Revolver“ in Nagasaki aufgenommen hat, lassen sich heute zum ersten Kino- oder Zeitrafferfilm überhaupt zusammensetzen. Als die Bilder laufen lernten

Aber nicht nur die Venus stand auf dem Programm, so wurden auch die neuesten Deep-Sky-Aufnahmen und Fotos von Nachtleuchtenden Wolken – in quasi-3D – von Bonner Sternfreunden gezeigt. Ein weiteres Thema war außerdem die ringförmige Sonnenfinsternis,  von der einige schöne Bilder aus dem Westen der USA und dem Osten Asiens gezeigt wurden. Und nach aktuellen Pretty Pictures aus der Forschung, gab’s wie schon bei der Mai-Ausgabe als musikalischen Rausschmeißer eine improvisierte Venustransit-Komposition am Keyboard. Pauls Klänge untermalten einen Venustransit-Sonnenaufgang in Echtzeit, den Rudolf Dobesberger aus Oberösterreich am 06. Juni aufgenommen hat. So konnten die Besucher noch einmal den Anblick des letzten Venusdurchgangs für über 100 Jahre genießen.

Den Clip mit Original-Ton kann man sich auch bei Youtube ansehen.

06.07.2012

2013

  • 01.01.2013 – Für die „Kölner Wissenschaftsrunde“ steht das Jahr 2013 ganz im Zeichen der Luft- und Raumfahrt. Das Raumfahrt-Themenjahr beginnt im Januar direkt mit einem „Monat der Schulastronomie“ und es werden über das ganze Jahr noch viele interessante Vorträge und andere öffentliche Veranstaltungen folgen. Weitere Informationen mit einer Jahresübersicht über das Programm finden sich hier.
  • 10.01.2013 – Drei Tage bevor die Sonderausstellung „Heinrich Hertz – Vom Funkensprung zur Radiowelle“ am 13. Januar endet, gibt es ab 19 Uhr im Deutschen Museum Bonn einen letzten Vortrag zu diesem genialen Physiker. Rainer Selmann, der den naturwissenschaftlichen Bonner Stadtspaziergang „Her(t)zenssache“ angeboten hatte, wandelt diesmal bei einem „virtuellen Spaziergang“ auf den Spuren von Hertz und begegnet dabei ebenso den bekannten Bonner Forschern Argelander und Kekulé.
  • 20.01.2013 – Auf dem Gelände der Alten Sternwarte in Poppelsdorf findet zum 66. Mal im Refraktorium der Volkssternwarte Bonn (VSB) das Planetenseminar statt. Zwischen 19 und 22 Uhr wird es vier spannende Vorträge geben – u.a. zum Kometenjahr 2013 und über zwei Australien-Reisen 2012 zu Venustransit und Totaler Sonnenfinsternis. Um eine Anmeldung unter PHombach(at)volkssternwarte-bonn.de wird gebeten.
  • 02.02.2013 – An der 6. Wissenschaftsrallye der Uni Bonn nimmt neben zahlreichen Instituten auch die Volkssternwarte Bonn (VSB) teil. Das Refraktorium auf dem Gelände der Alten Sternwarte in Poppelsdorf wird dabei eine von insgesamt 13 Stationen sein, die an diesem Tag geöffnet haben werden – bei sonnigem Wetter wird hier auch Sonnenbeobachtung möglich sein. Die Wissenschaftsrallye richtet sich vor allem an Wissenschaftsinteressierte und junge Entdecker zwischen 13 und 16 Jahren. Um den Rallyepreis zu gewinnen, müssen mindestens 10 Stationen erfolgreich absolviert worden sein.
  • 05.02.2013 – Bis zum 07.02. findet das 18. Bad Honnefer Winterseminar statt; „Der Mond“ ist diesmal das große Thema der dreitägigen Veranstaltung im Physikzentrum Bad Honnef. Das umfang- wie abwechslungsreiche Seminarprogramm umfasst dabei physikalische Aspekte (u.a. Dynamik, Entstehung, Geologie und Geochemie des Mondes) ebenso wie kulturgeschichtliche Vorträge (u.a. Mondkalender, Keplers Mondreise, Mond in anderen Kulturen), und auch in künstlerischen Aufführungen findet sich der Mond wieder.
  • 12.02.2013Paul Hombach, Sternfreund des Köln-Bonner-Astrotreffs (KBA) und Moderator der Astronomie-Sendung “Sternstunde” lädt auch 2013 wieder zu seiner Vortragsreihe in der Ahrstraße 45 ein. Trotz eines Karnevaldienstags findet im Deutschen Museum Bonn ab 19 Uhr die erste Ausgabe im neuen Jahr von “Pauls Portables Planetarium” statt; die Veranstaltung ist wie immer kostenlos. Und wie immer besteht bei klarem Himmel die Möglichkeit auf einen Blick durch aufgestellte Fernrohre.
  • 23.02.2013 – Drei Monate vor dem berühmten ATT findet zum 13. Mal das ATH (AstronomieTreff Hückelhoven) statt. Von 10 bis 18 Uhr hat die Astromesse im Gymnasium Hückelhoven geöffnet. Im angebotenen Vortragsprogramm wird der Bonner Sternfreund Stefan Krause über das Kometenjahr 2013 sprechen.
  • 09.03.2013 – Zwischen 11 und 17 Uhr wird am Argelander-Institut für Astronomie (AIfA) in Bonn-Endenich ein Kolloquium zum Gedenken an Hilmar Duerbeck stattfinden. Völlig unerwartet verstarb der bekannte und sehr geschätzte Autor und Astronomiehistoriker am 05. Januar 2012 in seinem Haus in Schalkenmehren; eine Trauerfeier fand am 04. Februar statt. Weitere Informationen wie zum Veranstaltungsprogramm und zur erwünschten Anmeldung finden sich hier.
  • 11.03.2013 – Bei den bis zum 15.03. stattfindenden Hochschultagen der Uni Bonn öffnen gleich am ersten „Schnuppertag“ die Bonner Astronomen ihre Türen für Schülerinnen und Schüler der Oberstufe oder kurz vor dem Abitur. Ab 15 Uhr geben sie im Argelander-Institut für Astronomie (AIfA) in Bonn-Endenich einen Einblick in die faszinierende Welt der Astronomie und stellen den Beruf des Astronomen vor. Neben des Hauptprogramms wird es bei entsprechendem Wetter auch Himmelsbeobachtung geben.
  • 11.03.2013Komet PanSTARRS kommt! Darum steht bis zum 18.03. eine ganze Woche ganz im Zeichen des hellen Schweifsterns. Dabei sind viele öffentliche Beobachtungen in der Bonner Region geplant, bei denen Hobbyastronomen mit ihren Teleskopen bereit stehen und einen Blick auf den Kometen hoffen. Alle Termine, die von KBA, VSB und den „Sternfreunden Siebengebirge“ zur sog. „Kometenwoche in Bonn“ angeboten werden, gibt es hier in der Übersicht.
  • 16.03.2013 – Zum mittlerweile 11. Astronomietag der VdS (Vereinigung der Sternfreunde) laden auch wieder die Bonner Sternfreunde von KBA und VSB ein. An diesem Tag werden wie im vergangenen Jahr die „Sternstunden über der Heide“ am Freibad in Sankt Augustin stattfinden. Bei klarem Abendhimmel sind dann der zunehmende Mond und Jupiter mit seinen vier hellen Monden sichtbar, außerdem könnte tief am Westhorizont der vielversprechende Komet C/2011 L4 (PanSTARRS) mit bloßem Auge zu sehen sein.
  • 05.04.2013 – Zusätzlich zu der „Sammlung historischer Himmelsaufnahmen“ hält der Bonner Astronom Michael Geffert ab 19 Uhr im Argelander-Institut für Astronomie (AIfA) einen Vortrag zum Thema „Die hellsten Kometen der letzten 200 Jahren“.
  • 09.04.2013 – Bis zum 14.05. findet bereits das 19. DLR-Astroseminar statt. Unsere Sonne und die Sterne sind in diesem Jahr das große Thema der Vortragsreihe, die wie immer kostenfrei ist. Alle Informationen zu Programm, Veranstaltungsort und Anmeldung sind hier und hier auf einen Blick zusammengestellt.
  • 03.05.2013 – Ab 19 Uhr hält Michael Geffert im Argelander-Institut für Astronomie (AIfA) in Bonn-Endenich einen Vortrag zum Thema „Unser Mond – Beobachtungen, Aufnahmen, Theorie“.
  • 14.05.2013 – Ab 19 Uhr gibt’s im Deutschen Museum Bonn wieder eine Ausgabe von „Pauls Portables Planetarium“ – inkl. Himmelsbeobachtung bei einem wolkenlosen Himmel.
  • 25.05.2013 – Ab 10 Uhr öffnet bereits zum 29. Mal in Essen der AstroTrödelTreff (ATT) seine Pforten. Und wie die Macher von Europas größter Astronomiebörse bereits im Juni verrieten, soll nach dem letztjährigen Vortrag von Okular-Spezialist Al Nagler wieder ein besonderer Gast eingeladen werden: „Für den ATT 2013 möchten wir an diesen Vortrag anknüpfen und arbeiten bereits an unserem nächsten „Stargast“ aus den USA.“
  • 25./26.05.2013 – An diesen beiden Tagen findet das 6. Klosterfest in Sankt Augustin statt – ein gigantisches Familienfest der Völker und Kulturen, zu dem 10.000 Besucher erwartet werden. Da die Bonner Sternfreunde durch Aktionen wie die „Steyler Sternstunden“ oder den „Sternstunden über der Heide“ seit vielen Jahren mit der Stadt verbunden sind, werden auch die Hobbyastronomen mit einem Stand vertreten sein und bei klarem Himmel Sonnenbeobachtung mit ihren Teleskopen anbieten.
  • 31.05.2013 – Im Rahmen der „Sammlung historischer Himmelsaufnahmen“ berichtet der Bonner Astronom und Wissenschaftsvermittler Michael Geffert im letzten Vortrag über „Spektren – Der Schlüssel zur Erforschung der Sterne“. Auch diese Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Argelander-Institut für Astronomie (AIfA).
  • 01.07.2013 – Das Rheinland wird in der ersten Juliwoche zum Tagungsort des 26. Planetary Congress, denn bis zum 05.07. wird diesmal das jährliche Treffen der Association of Space Explorers (ASE) in Köln, Bonn und Aachen stattfinden. Diesem exklusiven Club kann man nur beitreiten, wenn man mindestens einmal die Erde umkreist hat, weshalb u.a. bei den öffentlichen Vorträgen mit vielen Astro- und Kosmonauten – aktuell sollen es 80 sein – zu rechnen ist. Das Veranstaltungsprogramm ist hier einsehbar.
  • 16.07.2013 – Der Hobbyastronom, Improkünstler, Pianist und Moderator Paul Hombach lädt ab 19 Uhr ins Deutsche Museum Bonn zur Sommerausgabe von „Pauls Portables Planetarium“ ein. Direkt vor der Museumstür wird bei klarem Himmel auch Sonnenbeobachtung geboten.
  • 19.07.2013 Nachdem es zur entstehenden „Sammlung historischer Himmelsaufnahmen“ bereits im Frühjahr drei Vorträge zur Bonner Astronomiegeschichte zu hören gab, wurden nun drei neue Termine (19.07., 16.08., 18.10.) angekündigt. Der erste Vortrag hat die Geschichte des größten Teleskops von Bonn zum Thema. Die Veranstaltung zum Bonner Doppelrefraktor beginnt um 19 Uhr im Argelander-Institut für Astronomie (AIfA).
  • 01.08.2013 – Für 10 Tage wird bis zum 10.08. die interaktive Mars-Wanderausstellung, die vom Frühjahr 2012 bis zum Herbst 2015 durch 25 deutsche Städt tourt, im Löhr-Center Koblenz gastieren und damit auch nahe des Bonner-Sterne-Landes zu sehen sein. Alle bundesweiten Termine der großen Ausstellung „Mars – Vision und Mission“ finden sich hier ganz unten auf einen Blick.
  • 12.09.2013 – Nach dem Halt in Koblenz wird bis zum 21.09. die Mars-Wanderausstellung im großen Shopping-Center RheinRuhrZentrum zwischen Essen und Mühlheim an der Ruhr zu sehen sein. Alle bundesweiten Termine der u.a. von ESA und DLR veranstalteten Ausstellung „Mars – Vision und Mission“ finden sich hier ganz unten auf einen Blick.
  • 14.09.2013 – Die Schließung der Bonner Universitätssternwarte, das Observatorium Hoher List (OHL), wurde im Juli 2012 offiziell verkündet, doch nun gibt es ein positives Lebenszeichen von der Sternwarte in der Vulkaneifel bei Schalkenmehren. So wird am 14.09. ab 14 Uhr ein Tag der offenen Tür stattfinden – inkl. Beobachtung bei geeignetem Wetter. Außerdem werden mittwochs ab 14 Uhr wieder Führungen abgeboten.
  • 17.09.2013 – Bis zum 21.09. findet in Wuppertal das Wissenschaftsfestival „Highlights der Physik“ statt, wobei es diesmal unter dem Motto „Vom Urknall zum Weltall“ vorwiegend um Teilchenphysik und Astroteilchenphysik gehen wird. Neben einem großen Wissenschaftszelt mit über 30 Ausstellungsständen auf dem Rathausplatz in Wuppertal-Barmen gibt es ein überaus vielfältiges Veranstaltungsprogramm für kleine und große Entdecker der unsichtbaren Teilchenwelt.
  • 22.09.2013 – Passend zum Raumfahrt-Themenjahr in Köln wird der DLR-Standort in Köln-Porz wieder einen Tag der offenen Tür veranstalten. Mit der Flugzeug-Sternwarte SOFIA als „Star-Gast“ kamen 2011 rund 85.000 Besucher auf das DLR-Gelände und den angrenzenden Militär-Flughafen. Und auch dieses Mal sind Bonner Sternfreunde mit einem Stand (Nummer 130 auf dem Geländeplan) vertreten und bei hoffentlich wolkenlosem Himmel Sonnenbeobachtung anbieten.
  • 17.10.2013 – Nur 9 Tage nachdem bekannt wurde, dass Peter Higgs und Francois Englert den diesjährigen Physik-Nobelpreis für die 1964 gemachte Vorhersage des 2012 am CERN nachgewiesenen Higgs-Teilchens erhalten, findet in Bonn erneut ein öffentlicher Higgs-Vortrag statt; sogar mit Experimenten. Der Vortrag „Faszination Higgs-Boson“ beginnt um 19:30 Uhr im Wolfgang-Paul-Hörsaal, Kreuzbergweg 28, unweit des Physikalischen Instituts in Bonner-Poppelsdorf.
  • 03.11.2013 – Der Tag der offenen Tür der Volkssternwarte Bonn (VSB), der wieder von 10 bis 18 Uhr im Refraktorium bei der Alten Sternwarte in Bonn-Poppelsdorf stattfindet, ist zugleich Startschuss für die „Kometenzeit in Bonn“. Denn für den immer noch vielversprechenden Kometen ISON bieten die Hobbyastronomen zusammen mit den Fachastronomen des Argelander-Instituts für Astronomie (AIfA) für ganze 10 Wochen ein abwechslungsreiches Kometen-Programm für Klein und Groß, Jung und Alt. Und hoffentlich zeigt sich der Schweifstern dann auch zu den angebotenen Beobachtungsterminen in unseren Fernrohren.
  • 05.11.2013 – Auch die letzte Ausgabe für 2013 von „Pauls Portables Planetarium“ findet wie immer ab 19 Uhr im Deutschen Museum Bonn statt – wie immer ist der Eintritt frei und es besteht die Möglichkeit auf Himmelsbeobachtung.
  • 19.11.2013 – Während anlässlich des Schweifsterns ISON die „Kometenzeit in Bonn“ stattfindet, veranstalten Christian Preuß und Daniel Bockshecker von den benachbarten „Sternfreunden Siebengebirge“ einen dreiteiligen Kometen-Workshop speziell für „interessierte Einsteiger und neugierige Anfänger“. An drei Dienstagen findet er am 19.11., 26.11. und 03.12. in Bad Honnef statt; die Anmeldung erfolgt über die VHS Königswinter.
  • 12.12.2013 – Kometen und die Kometenmission Rosetta sind das große Thema auf dem 26. Raumfahrt-Kolloquium in Aachen. Nach 10 Jahren und 2 Monaten Flugzeit kommt Rosetta nächstes Jahr endlich beim Zielkometen an, auf dem auch gelandet werden soll. Die Fachtagung wird vom Fachbereich Luft- und Raumfahrttechnik der FH Aachen veranstaltet und findet von 13 bis 20 Uhr statt.

2012

  • 05.05.2012 – Ab 10 Uhr öffnet bereits zum 28. Mal in Essen der AstroTrödelTreff (ATT) seine Pforten. Am meisten wird sicher der Vortrag vom mittlerweile 77-jährigen Al Nagler erwartet, den man anschließend noch am ICS-Stand antreffen kann. Aber auch Stefan Krauses Venustransit-Vortrag wird interessant, denn dabei kommt es zu einer musikalischen Welturaufführung eines besonderen Klangerlebnisses, einer Transit-Sonate wenn man so will.
  • 08.05.2012 – Ab 19 Uhr ist der Bonner Sternfreund Paul Hombach mit seiner Laptop-Sternwarte wieder im Deutschen Museum zu Gast und lädt zu einer neuen Ausgabe von „Pauls Portables Planetarium“ ein. Dieses Mal ist das große Thema der Venustransit, der vom Musiker auch zu einer Transit-Sonate vertont wurde.  Und falls das Wetter mitspielt wird noch die Venussichel am Taghimmel angepeilt. Das Museum zeigt außerdem noch bis Januar 2013 eine Ausstellung zu Heinrich Hertz.
  • 10.05.2012 – Aus der Vortragsreihe zur Sonderausstellung „Vom Stein zum Staub“ gibt es im Poppelsdorfer Schloss ab 18 Uhr einen Mondstaub-Vortrag.
  • 22.05.2012 – Ab 15:30 Uhr wird am DLR in Köln-Porz der führende Exoplanetenforscher in Deutschland, Artie Hatzes von den Tautenburger Planetenjägern, einen Vortrag über exotische Welten um ferne Sterne halten.
  • 22.05.2012 – Ab 19:30 Uhr werden die Bonner Sternfreunde Paul Hombach und Stefan Krause am AifA-Institut in Bonn-Endenich einen Vortrag zum Venustransit 2012 halten. Dabei wird es außerdem eine weitere Aufführung ihrer Gemeinschaftskomposition „Transits in Time“ geben.
  • 06.06.2012 – Bei gutem Beobachtungswetter werden ab etwa 5 Uhr morgens Sternfreunde der Volkssternwarte Bonn (VSB) sowie des Köln-Bonner-Astrotreffs (KBA) am Rhein auf dem Alten Zoll (nahe der Bonner Uni) auf den Sonnenaufgang warten. Denn an diesem Morgen wird zum letzten Mal in diesem Jahrhundert ein Venustransit vor der Sonne stattfinden. Der nächste Durchgang der Venus wird erst im Jahr 2117 zu sehen sein.
  • 03.07.2012 – Eine neue Ausgabe von „Pauls Portables Planetarium“ wird ab 19 Uhr im Deutschen Museum Bonn stattfinden. Die Veranstaltung ist wie immer kostenlos, auch ein Blick in die Sonderausstellung zu Heinrich Hertz lohnt sich.
  • 15.09.2012 – Kurz vor dem Herbstanfang lädt ab 14 Uhr die Volkssternwarte Bonn noch zur Sommerausgabe des Planetenseminars ein – inkl. Vorträgen, Grillen und bei schönem Wetter natürlich mit Sonnenbeobachtung.
  • 25.09.2012 – Ab 20 Uhr hält im Kölner Rautenstrauch-Joest-Museum der deutsche Astronaut Reinhold Ewald einen Vortrag mit dem Titel „Die nächsten 50 Jahre der bemannten Raumfahrt“.
  • 29.09.2012 – Die Volkssternwarte Köln weiht ab 11 Uhr ihr neues 23-Zoll-Teleskop ein. Das CLT (Cologne Large Telescope) wird mit 60 Zentimeter Spiegeldurchmesser das „größte, öffentlich zugängliche Fernrohr von NRW“ sein.
  • 01.10.2012 – Ab 19 Uhr findet im Deutschen Museum Bonn der erste Vortrag der dreiteiligen Reihe „Der musikalische Himmel“ statt. Das wird eine ungewöhnliche Begegnung, wenn der bekannte Bonner Astronom Argelander mit seiner großen Himmelsdurchmusterung auf die Musik Beethovens trifft. Der Titel des Vortrags lautet „Beethoven und die Bonner Durchmusterung“.
  • 19.10.2012Paul Hombach, Sternfreund des Köln-Bonner-Astrotreffs (KBA) und Moderator der Astronomie-Sendung „Sternstunde“ lädt zum ersten von zwei Astrotainment-Auftritten ein. Diesmal ist er ab 20 Uhr auf der Kleinkunstbühne des Haus Menden in Sankt Augustin zu sehen.
  • 28.10.2012 – Wie jedes Jahr Ende Oktober lädt die Volkssternwarte Bonn, die diesen Monat ihr 40-jähriges Bestehen feiert, ab 11 Uhr zum Tag der offenen Tür ins Refraktorium (direkt neben der Alten Sternwarte in Poppelsdorf) ein. Auf dem Programm stehen fünf interessante und abwechslungsreiche Vorträge, und schon ab 11:30 Uhr gibt es einen Astronomie-Workshop speziell für Kinder ab 6 Jahren. Bei hoffentlich klarem Himmel wird natürlich tagsüber Sonnenbeobachtung angeboten und auch nach dem offiziellen Ende um 18 Uhr ist Beobachtung am Abend möglich, sofern ein wolkenloser Sternhimmel lockt.
  • 06.11.2012 – Eine neue Ausgabe von „Pauls Portables Planetarium“ wird ab 19 Uhr im Deutschen Museum Bonn stattfinden. Die Veranstaltung ist wie immer kostenlos, auch die Sonderausstellung zu Heinrich Hertz kann besucht werden.
  • 14.11.2012 – „Wilhelm Herschel, Komponist und Astronom“ lautet der um 19 Uhr beginnende Vortrag – ebenfalls aus der Reihe „Der musikalische Himmel“ – im Deutschen Museum Bonn. Hier wird nicht nur das Leben des berühmten Astronomen vorgestellt, auch von Herschel selbst komponierte Musikstücke werden aufgeführt.
  • 19.11.2012Paul Hombach, Sternfreund des Köln-Bonner-Astrotreffs (KBA) und Moderator der Astronomie-Sendung „Sternstunde“ lädt zum Astrotainment-Abend auf der Kabarettbühne der Springmaus in Bonn-Endenich ein.
  • 22.11.2012 – Von 13 bis 20 Uhr richtet der Fachbereich für Luft- und Raumfahrttechnik der FH Aachen bereits zum 25. Mal ein Raumfahrt-Kolloquium aus. Zu dem Thema „Raumfahrt-Visionen von einst und heute“ werden namhafte Raumfahrt-Experten wie u.a. NASA-Berater Jesco von Puttkammer und Astronaut Reinhold Ewald zu hören sein. Weitere Infos wurden hier zusammengestellt.
  • 23.11.2012 – Bis zum 10. März 2013 ist auf der Bonner Museumsmeile im Haus der Geschichte eine große Science-Fiction-Ausstellung mit über 600 Exponaten – von Perry-Rhodan-Geschichten bis zum berühmten Bügeleisen aus dem Raumschiff Orion – zu sehen. Die Ausstellung kann Dienstag bis Freitag zwischen 9 und 19 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr besucht werden; der Eintritt ist frei. Neben einer Fotoreihe und einem Gespräch mit dem Ausstellungskurator Christian Peters finden sich erste Pressemeldungen hier, hier und hier.
  • 04.12.2012 – Um 19 Uhr beginnt im Deutschen Museum Bonn der letzte Vortrag der Reihe „Der musikalische Himmel“. An diesem Abend bringt uns Hobbyastronom Paul Hombach mit seinem Keyboard das Thema Sonifikation – die Vertonung von astronomischen Daten – näher.
  • 13.12.2012 – Im vorletzten Vortrag zur Heinrich-Hertz-Sonderausstellung im Deutschen Museum Bonn wird ab 19 Uhr der Regensburger Wissenschaftshistoriker Roland Wittje zum Thema „Von der elektrodynamischen Wirkung zu elektrischen Wellen“ sprechen. Darin wird es um die von Ende 1886 bis Ende 1888 durchgeführten bahnbrechenden Experimente gehen, mit denen der geniale Physiker zum Nachweis der elektromagnetischen Wellen gelangte.
  • 21.12.2012 – In der aktuell 14. Ausgabe der Vortragsreihe „Bonner Sternenhimmel“ wird der Bonner Astronom Michael Geffert über „15000 Himmelsaufnahmen – der Schatz der Erben Argelanders“ berichten. Hierbei geht es vor allem um Friedrich Küstners Fotoplatten, die ab 1900 bei seiner Arbeit am großen Doppelrefraktor der Bonner Sternwarte entstanden sind. Die Veranstaltung findet im Argelander-Institut für Astronomie (AIfA) in Bonn-Endenich statt und beginnt um 19 Uhr.

Musikalische Zeitreise zum Venustransit online

Nach der Welturaufführung in Essen vor einer Woche und in Bonn drei Tage später, ist das Gemeinschaftsprojekt der Bonner Sternfreunde Paul Hombach und Stefan Krause nun online verfügbar. Die Länge von 400 Sekunden enspricht dem 400 Minuten dauernden Venusdurchgang 2012 und steht außerdem für fast 400 Jahre Erforschung von Venustransits. Und was ist das Ergebnis eigentlich? Man kann es als musikalische Zeitreise durch die Jahrhunderte, audiovisuelle Reise durch die Astronomie- und Weltgeschichte oder historische Klangcollage betrachten, ebenso wurde es schon als „Transit-Sonate“ bezeichnet, offiziell heißt die Komposition einfach „Transits in Time“. Eine letzte Aufführung wird es am 22. Mai am Argelander-Insitut in Bonn-Endenich geben.

13.05.2012

Ein Optikspezialist als Publikumsmagnet: Al Nagler in Essen

Am 05. Mai fand bereits die 28. Ausgabe des AstroTrödelTreffs ATT in Essen statt – offenbar die letzte ohne Videoüberwachung – und das absolute Hightlight war für viele Messebesucher sicher der Besuch von Al Nagler, dessen Okulare von unzähligen Hobbyastronomen verwendet werden. Etwa Viertel vor 11 kamen Lambert und ich an der Gesamtschule an und stürzten uns gleich ins Getümmel. Während er es sich am Heimatstand – mit neuem Konzept – des Oculum-Verlags bequem machte, schaute ich mich ein wenig auf der Messe um und bezog gleich einen Platz in der ersten Reihe von Stefans Venustransit-Vortrag. Thematisch ging es zuerst um himmelsmechanische Aspekte und später hauptsächlich um die großen Expeditionen des 18. und 19. Jahrhunderts, aber nicht nur, denn z.b. wurden auch Venustransits in der Kunst angesprochen. Wie Stefan zeigte, funktioniert das Motiv sogar als Backware und winkte mit einem Exemplar von seinen auf 100 Stück limitierten leckeren Transitkeksen.

Zum Schluss seines Vortrags folgte die angekündigte Welturaufführung einer einzigartigen „musikalischen Zeitreise“ durch die Astronomie- bzw. Weltgeschichte. Der 400 Minuten dauernde Venusdurchgang 2012 wird dabei auf 400 Sekunden verkürzt, gleichzeitig entpricht diese Zahl den vergangenen vier Jahrhunderten Erforschung der Venustransits. Die Komposition unter dem Titel „Transits in Time“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Bonner Sternfreunde Paul Hombach und eben Stefan Krause. Mehr Bilder hab ich bei der zweiten Aufführung drei Tage später im Deutschen Museum Bonn aufgenommen. Die astronomische Klangcollage endete mit lautem Applaus.

Zum Stöbern im Messegedränge kam ich aber nicht, schließlich wollte ich mir für Al Naglers Vortrag um 14 Uhr einen guten Platz in der ersten Reihe sichern.

Neben mir hatte Als Frau Judi Platz genommen und plauderte mit den ATT-Machern aus dem Nähkästchen und als auch der Laserpointer besorgt war, konnte es schließlich losgehen – ohne Simultanübersetzer. Er erzählte, dass er zum ersten Mal Deutschland besuche, und hat als Fachmann für Linsen erstmal eine alte Karikatur von ihm richtig gestellt.

Seit einem Besuch des New Yorker Hayden-Planetariums im Jahr 1948 ist Al „infected with astronomy“. Hier fand auch das erste Date des seit 1961 verheirateten Paares statt. Witzige Anekdoten hatte der Optikdesigner genug auf Lager, selbst die amüsante Geschichte vom Police Officer und dem „coffin“ auf dem Rücksitz seines Checker-Taxis wurde zum besten gegeben. Zum Leidwesen seiner Mutter hat er beim Schleifen und Polieren des 20cm-Spiegels die Tischplatte der Nähmaschine ruiniert. Im Dezember 1955 erschien ein Artikel zu dem selbstgebauten Achtzöller und damit verdiente der 20-jährige Al Nagler sein erstes Geld mit der Astronomie. Damals wollte man – laut nebenstehender Anzeige – für ein Teleskop mit 280-facher Vergrößerung tatsächlich nur 3 Dollar 49.

Einige persönliche Bilder von den seinen ersten Teleskoptreffen wurden gezeigt. Beispielsweise war auf einem Foto seine Frau Judi und eine eingerahmte Aufnahme des Doppelsternhaufens im Perseus zu sehen. Damals schienen auch die Tuben noch stabiler gewesen zu sein, so zeigt ein Foto einen Mann beim Spaziergang auf einem Dobson.

Außerdem gab es schon skurrile Selbstbauten findiger Bastler. Da wurden Tuben als Schornsteine getarnt und sogar ein Radio-Teleskop für visuelle Beobachtung tüftelte jemand aus.

Soviel zum Hobbyastronom Al Nagler, und es folgte der Hauptteil, in dem über das titelgebene Riesenokular bzw. die Tätigkeit für die NASA erzählt wurde. Vor allem ging es hier um seine Arbeit am Apollo-Mondlandesimulator, für den er u.a. einen Aufbau aus einer 90cm-Linse und einem 2,4m-Spiegel entwarf. Damit wurde das mit einer TV-Kamera abgefilmte Bild einer Mondlandschaft in die Fenster des Simulators projiziert. Anhand einer schwarzen Kugel mit 1.000 Sternpunkten, wobei Al für mehr Realismus sogar einige Sterne vergoldete, wurde zusätzlich vom Projektor der Sternhimmel maßstabsgetreu abgebildet. Umgerechnet hatte dieses Raumschiff-verschlingende Okular eine Austrittspupille von 30cm, einen Augenabstand von 90cm und lieferte ein scheinbares Gesichtsfeld von 110°. Und damit hat das Ethos-Okular tatsächlich seinen Ursprung im Apollo-Projekt.

Und bei allen Optik-Fachbegriffen streute der 77-jährige oft lustige Geschichten zu Neil Armstrong, Alan Bean und anderen ein. Als Abschluss ging es um seine 1977 gegründete Firma TeleVue und gab einen Überblick über die gesamte Produktpalette – von den ersten Plössls und Barlows, über die berühmten Naglers bis zu den heutigen Ethos- und Delos-Okularen. Und als man „I Thank My Lucky Stars!“ auf der Leinwand las, endete der 50-minütige Vortrag des sympathischen Redners.

Die Aula leerte sich ziemlich schnell, doch ebenso zog es einige nach vorn. Viele Autogramme und Gruppenfotos wurden verlangt – aus irgendwelchen Gründen hat Al auch ein Foto von mir gemacht – und die eine oder andere Frage wurde noch beantwortet.

Ein Vater mit seinen beiden Töchtern wollte noch etwas zu seiner Begegnung mit Neil Armstrong wissen.

Vor der Show hat sich Patrick aus Bonn mit Al und seiner Frau Judi fotografieren lassen.

Und auch das ATT-Team von der Sternwarte fragte nach der Vorstellung.

Geduldig signierte Al Nagler alles, was man ihm hinhielt, und das war nicht nur Papier, seine Unterschrift war ebenso auf Tuben und Okularen begehrt. An diesem Tag hatte der berühmte Okularspezialist viel zu tun, so stellte er später persönlich am ICS-Stand den Prototyp des neuen 8mm Delos-Okulars vor. Hier gibt’s weitere Impressionen von ICS und Astroshop.

Und ja, auch ich bat um ein paar nette Worte.

11.05.2012

« Vorherige SeiteNächste Seite »


Hier klicken, um neue Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Schließe dich 76 anderen Followern an

Kontakt und