Archive for the 'Hinweise' Category



Heute: Vorbeiflug des Halloween-Asteroiden 2015 TB145

So sieht er also aus: der Asteroid 2015 TB145, der erst diesen Monat am 10. Oktober entdeckt wurde und heute um 18:00 Uhr in rund 1,3-facher Mondentfernung – 480.000 Kilometer – an der Erde vorbeifliegen wird. Passend zu Halloween wird er in den Medien bereits „Spooky“ genannt oder als Pumpkin- bzw. Kürbis-Asteroid bezeichnet. Und wie die obige erste Radar-Aufnahme, gestern mit dem 305-Meter-Arecibo-Radioteleskop empfangen, erkennen lässt, hat 2015 TB145 schon irgendwie Ähnlichkeit mit einem Totenschädel. Das Bild zeigt außerdem, dass der Asteroiden-Besuch nicht wie berechnet 320 Meter, sondern etwa 600 Meter groß ist. Es scheinen sich auch weitere Hinweise zu zeigen, dass der Asteroid eigentlich ein erloschener, toter Komet sein könnte. Bereits die ungewöhnliche Umlaufbahn lässt einen kometaren Ursprung vermuten. So gesehen ist 2015 TB145 um einiges spannender, als die nahen monatlichen Asteroiden-Besucher (gang unten), die ganz normal und für die Erde nicht gefährlich sind – auch wenn die Medien immer gern vom Weltuntergang schreiben.

Auch für Teleskopbesitzer ist der große Halloween-Himmelskörper sehr interessant, denn immerhin erreicht er heute Nachmittag im erdnächsten Punkt die 10. Größenklasse. Zum Dämmerungsende und ohne störenden Mond am Himmel ist der Asteroid um 18:00 Uhr immer noch 10,7mag hell (knapp unterhalb des Kastens des Großen Wagen), allerdings wird er schnell lichtschwächer und hat 2 Stunden später nur noch eine Helligkeit von 12,5mag (im Sternbild Jagdhunde). Gute Aufsuchkarten für die Beobachtung von 2015 TB145 finden sich hier (18:00 Uhr) und hier (19:00 Uhr). Wer nun kein Fernrohr oder einen wolkenverhangenen Himmel hat, kann hier ab 17:30 Uhr den Livestream des Slooh-Portals einschalten. Für das Rheinland sieht die derzeitige Wolkenprognose ganz gut aus, so dass ich direkt um 18:00 Uhr mein Glück versuchen werde. Denn außerdem ist es der dichteste Vorbeiflug eines Asteroiden dieser Größe für insgesamt 30 Jahre. In diesem Sinne: Clear Skies!

[Update] Vergangene Nacht ab 1:00 Uhr gab es bereits diese Liveübertragung aus Italien. Parallel dazu hat Hobbyastronom Oliver Schneider den Asteroiden fotografiert, woraus eine dynamische GIF-Animation (von 2:03 bis 3:23 Uhr) und diese Aufnahme, die die schnelle Bewegung deutlich werden lässt, entstanden sind.

2015 TB145 am 31.10.2015 zwischen 3:40 und 3:59 MEZ; Oliver Schneider

31.10.2015

Ein Astronomie-Doppelpack zur Mondfinsternis in Bonn

Die meisten werden es schon wissen: Wenn in der Nacht zu Montag ab kurz nach 3:00 Uhr der Vollmond in der Kernschatten der Erde eintritt, beginnt eine totale Mondfinsternis. Die Totalität, in der der Mond die bekannte rötliche Färbung zeigt, kann von 4:11 bis 5:23 Uhr beobachtet werden. Was viele allerdings nicht wissen: Dies wird für einige Jahre die letzte gut beobachtbare und in voller Länge sichtbare totale Mondfinsternis sein. Denn das wird erst wieder in 14 Jahren im Dezember 2029 der Fall sein. Der einzige Haken ist nur, dass die jetzige Finsternis leider auf die zweite Nachthälfte fällt. Dennoch möchte die Volkssternwarte Bonn (VSB) allen Nachtschwärmern, egal ob Hobbyastronom oder nur interessierter Laie, die Möglichkeit bieten, dieses Himmelsschauspiel nicht zu verpassen und lädt ab 3:00 Uhr ins Argelander-Institut für Astronomie (AIfA) in Bonn-Endenich ein. Dort soll bis 5:30 Uhr eine öffentliche Beobachtung anlässlich der totalen Mondfinsternis stattfinden. Alle MoFi-Süchtigen sind herzlich eingeladen – selbst zu nachtschlafender Zeit. Und die gute Nachricht ist, dass die Wetterprognosen für Bonn bis jetzt sehr gut aussehen. Zu dieser Jahreszeit ist zwar oft mit Hochnebelfeldern zu rechnen, aber für das Rheinland ist – wenn überhaupt – nur eine geringe Bewölkung angekündigt.

Die zweite Veranstaltung des Bonner Astronomie-Doppelpacks findet zuvor in der Volkssternwarte Bonn (direkt neben der Argelander-Sternwarte in Bonn-Poppelsdorf) statt: Am morgigen Sonntag lädt sie von 11:00 bis 17:00 Uhr zum jährlichen Tag der offenen Tür ein. Von 11:30 bis 12:30 Uhr gibt es zunächst ein spezielles Kinderprogramm, anschließend folgen eine Reihe interessanter Kurzvorträge, bei denen es u.a. genauso um die totale Sonnenfinsternis vor einem halben Jahr wie auch um die astronomischen Highlights 2016 gehen wird. Und bei dem angekündigten sonnigen Wetter wird natürlich auch Sonnenbeobachtung durch spezielle Fernrohre angeboten. Alle teilnehmenden Hobbyastronomen freuen uns auf viele neugierige Besucher, interessante Fragen und Gespräche und ebenso auf einen (hoffentlich) sonnigen Sonntag.

26.09.2015

Ab 28.02. lädt „Dialog der Sterne“ zu Kunst und Wissenschaft ein

Was herauskommt, wenn sich die scheinbar gegensätzlichen Disziplinen Kunst und Wissenschaft auf Augenhöhe begegnen und miteinander interagieren, kann man noch anderthalb Wochen lang in der Bundeskunsthalle in Bonn erleben. Der 22. Februar ist nämlich der letzte Ausstellungstag von „Outer Space – Faszination Weltraum“; erst am 27. Januar konnte hier der 100.000 Besucher begrüßt werden. Und wie es der Zufall will, öffnet genau eine Woche nach dem Ende der Bonner Weltraum-Ausstellung eine weitere Ausstellung, in der sich Kunst und Wissenschaft treffen. In Pulheim bei Köln findet vom 28. Februar bis 22. März die Ausstellung „Dialog der Sterne“, die vom „Sonderforschungsbereich 956“ veranstaltet wird, statt. Sie kann täglich von 16:00 bis 20:00 Uhr im Atelier 50 des Walzwerks besucht werden. Zunächst handelt es sich hier um eine Kunstausstellung, die durch wissenschaftliche Vorträge ergänzt wird. Als kleines Highlight möchte ich den Herschel-Musikabend am 06. März erwähnen, denn bekanntlich war Wilhelm Herschel nicht nur ein großer Astronom, sondern auch Musiker und Komponist.

Unterstützt wird das Rahmenprogramm von „Dialog der Sterne“ durch Himmelsbeobachtungen, die 3x von der Volkssternwarte Köln sowie – ein klarer Himmel vorausgesetzt – 4x von den Hobbyastronomen des Köln-Bonner-Astrotreff (KBA) angeboten werden und jeweils um 20:00 Uhr nach dem Vortrag beginnen. Zusätzlich sind auch Schulveranstaltungen geplant, für die eine Anmeldung erforderlich ist. Sicherlich ist die Pulheimer Ausstellung allein schon vom Umfang nicht mit der Bonner „Outer Space“ zu vergleichen, dennoch bietet sie drei vollgepackte Wochen(!) mit der universellen Faszination für den Weltraum – hoffentlich mit clear skies!

10.02.2015

„Astrotermine für Bonn“ und Vorschau auf 2015

Das neue Jahr ist zwar schon ein paar Tage alt, ich möchte jedoch nicht versäumen darauf hinzuweisen, dass es auch 2015 wieder meine Übersicht „Astronomie für Bonn“ gibt. Mit Hinweisen und Links informiert ZauberDerSterne.de wie gewohnt über interessante Veranstaltungen für astronomisch Interessierte in der Umgebung. Beispielsweise kann noch bis zum 22. Februar die sehenswerte Weltraum-Ausstellung „Outer Space“ in der Bundeskunsthalle besucht werden und direkt eine Woche später lockt schon die nächste Ausstellung. In Pulheim bei Köln wird ab dem 28. Februar zum „Dialog der Sterne“ eingeladen, wo sich ebenfalls Kunst und Astronomie begegnen, und unterstützt wird die Schau durch Hobbyastronomen des Köln-Bonner-Astrotreff (KBA) und der Volkssternwarte Köln. Ein weiterer großer Termin ist der „Tag der Luft- und Raumfahrt“, den alle zwei Jahre das DLR in Köln-Porz veranstaltet und der diesmal am 20. September stattfinden soll. Das sind aber nur ein paar Veranstaltungen für 2015. Übrigens: In meiner Übersicht ist ein allgemeiner Hinweis auf das Programm im „Sternenpark Eifel“ im „Nationalpark Eifel“ neu hinzugekommen. Denn die Sternwarte in Vogelsang, zwischen Mechernich und Simmerath gelegen, kann bereits besucht werden. Dort lässt sich fern der Lichtverschmutzung der hellen Städte tatsächlich noch ein dunkler Nachthimmel erleben.

Darüber, dass die Volkssternwarte Bonn (VSB) zusammen mit dem Köln-Bonner-Astrotreff (KBA) dieses Jahr die Bonner Sidewalk-Astronomie auf der Poppelsdorfer Allee ausbaut, hatte ich kürzlich bereits berichtet. 12 Termine gibt es, so dass für jeden Monat eine öffentliche Beobachtung mit aufgestellten Teleskopen geplant ist. Viel ist bei dem hellen Stadtlicht nicht sichtbar, aber der zunehmende Mond lädt jedes Mal auf’s Neue zum Staunen ein und außerdem kehrt im Frühjahr/Frühsommer endlich der Riesenplanet Jupiter an den Abendhimmel zurück. Ein Beobachtungstermin darf 2015 natürlich nicht fehlen: Die totale Sonnenfinsternis am 20. März, wobei selbst von Bonn aus die Sonne noch zu 77 Prozent vom Neumond bedeckt wird. Diesen und viele weitere Termine sind im neuen Veranstaltungsprogramm, dass erneut die Volkssternwarte Bonn (VSB) mit dem Argelander-Institut für Astronomie (AIfA) zusammengestellt hat, enthalten. Alles auf einen Blick – von „Pauls Portables Planetarium“ über den „Bonner Sternenhimmel“ bis zum „Tag der offenen Tür“ – hat man mit dem dazugehörigen Jahresflyer für 2015, über die Montagsvorträge wird mit einem zweiten Flyer informiert. Letztere widmen sich u.a. auf die ein oder andere Weise dem faszinierenden Thema „Licht“, anlässlich des von der UNESCO ausgerufenen „Internationalen Jahr des Lichts“. Am 26. Januar ab 18:30 Uhr wird in der Volkssternwarte Bonn, direkt neben der Argelander-Sternwarte, das neue astronomische Jahr eingeläutet.

Und auch Blogger-Kollege und Wissenschaftsjournalist Daniel Fischer hat ebenfalls wieder einen umfangreichen Planer für dieses Jahr zusammengestellt. Was wird am Himmel beobachtbar sein, was für Veranstaltungs- und Raumfahrttermine gibt es und welche runden Jahrestage ereignen sich? Darüber informiert seine Übersicht „Bedeutendes am Himmel im Jahr 2015“.

15.01.2015

12 Monate mit 12 öffentlichen Mondbeobachtungen in Bonn

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Auch 2015 wird wieder so einiges in und um Bonn für den astronomisch Interessierten geboten. Dazu hatten Blogger-Kollege Daniel Fischer und ich unabhängig voneinander die Idee, die öffentlichen Beobachtungen mal nicht nur zu besonderen Anlässen und Terminen stattfinden zu lassen, denn oftmals scheitert die Fernrohraktion kurzfristig am wolkenverhangenen Himmel. Astronomie und klarer Himmel ist leider nicht planbar. Aus diesem Grund hatten wir uns gefragt: Warum nicht einfach mal mehr Beobachtungstermine setzen, in der Hoffnung, dass dann auch der ein oder andere wolkenlose Abend dabei sein wird. Und so entstand aus der Idee eine Reihe von insgesamt 12 öffentlichen Beobachtungen, die über das Jahr 2015 ein Mal pro Monat stattfinden sollen.

  • 24. Januar um 18 Uhr
  • 28. Februar um 19 Uhr
  • 28. März um 20 Uhr
  • 25. April um 21 Uhr
  • 23. Mai um 22 Uhr
  • 27. Juni um 22 Uhr
  • 25. Juli um 22 Uhr
  • 22. August um 21 Uhr
  • 19. September um 20 Uhr
  • 17. Oktober um 19 Uhr
  • 21. November um 18 Uhr
  • 19. Dezember um 17 Uhr

Die Termine wurden so gewählt, das in jedem Fall durch die Teleskope der zunehmende Mond mit seinen plastischen Kraterlandschaften beobachtet werden kann, dazu werden die Nächte von Frühjahr und Frühsommer noch durch den Riesenplaneten Jupiter verschönert. Wie auf den oben gezeigten Fotos zu sehen ist, werden die Fernrohre auf Höhe der alten Bonner Sternwarte (Poppelsdorfer Allee 47) auf der Wiese der Poppelsdorfer Allee aufgebaut. Und zum Schluss noch der wichtigste Hinweis: Die öffentlichen Beobachtungen finden ausschließlich nur bei geeigneten Wetterbedingungen statt. In diesem Sinne: clear skies 2015! Die Bonner Hobbyastronomen des Köln-Bonner-Astrotreff (KBA) und der Volkssternwarte Bonn (VSB) freuen sich auf viele Besucher, staunende Gesichter und interessante Fragen.

13.01.2015

Schon 50.000 Besucher im „Outer Space“ in der Bundeskunsthalle

„Wir sollten in den nächten Tagen den 50.000 Besucher zählen“, schrieb mir heute ein Mitarbeiter der Bundeskunsthalle in Bonn. Gemeint ist die großartige Ausstellung „Outer Space – Faszination Weltraum“, die in weniger als zwei Monaten bereits 50.000 Besucher anlockte und die jetzt noch gut drei Monate lang bis zum 22. Februar besucht werden kann. Auf unvergleichliche Weise begegnen sich hier zwei eher gegensätzliche Facetten des Weltraums – die Kunst und die Wissenschaft – tatsächlich auf Augenhöhe. Wie Raumfahrt-Exponate zu Kunstwerken oder wie umgekehrt Kunstobjekte und -installationen von der Wissenschaft beeinflusst werden, lässt sich wunderbar in „Outer Space“ entdecken. Schon einige Male habe ich ausführlich – u.a. mit einem langen Fotobericht oder meinem Blog-Interview mit dem Ausstellungsleiter – über die große Bonner Weltraum-Ausstellung berichtet. Genau dieser interdisziplinäre Charakter ist der außerordentliche Reiz der sehenswerten Schau. Und was mich als Hobbyastronom und Initiator der öffentlichen Beobachtungen besonders freut, ist, dass der Köln-Bonner-Astrotreff (KBA) einen kleinen Teil zu „Outer Space“ beiträgt und die Faszination Weltraum live im Okular zeigen kann. Schon zur Sonnenbeobachtung am 03. Oktober, dem ersten Ausstellungstag, und zur Mondbeobachtung am 01. November bauten wir Sternfreunde unsere Teleskope einfach auf dem Platz vor der Bundeskunsthalle auf, und so haben wir das auch wieder am 29. November vor. Die Wetterprognosen versprechen aktuell sogar 8 Sonnenstunden, so dass ich doch zuversichtlich bin, dass die nächste öffentliche Outer-Space-Himmelsbeobachtung mit dem KBA wie geplant stattfinden kann. Wenn es wolkentechnisch weiter so gut aussieht, dann werden ab 16:30 Uhr auf dem Museumsplatz bzw. direkt neben der Ariane-Trägerrakete zum dritten Mal die Teleskope bereitstehen.

In diesem Sinn: clear skies und auf die nächsten 50.000!

26.11.2014

Wolkige Mondbeobachtung am „Weltraumbahnhof Bonn“

Kaum hatte ich mein 12-Zoll-Teleskop auf den Museumsplatz vor der Bundeskunsthalle gestellt, kamen schon die ersten Kinder mit ihren Eltern. Ich konnte das Fernrohr nicht mal mehr um ein paar Meter versetzen, denn der Mond kam gerade hinter einer Wolke hervor und so machte ich Platz für die neugierigen Besucher. Nun war tatsächlich an den beiden aufgestellten Teleskopen vorläufig Schlangestehen angesagt, was erstmal 15, 20 Minuten anhalten sollte. Danach wurde es wolkenbedingt ruhiger, dennoch schauten noch viele interessierte Passanten und Museumsbesucher vorbei. So war auch mal Zeit für eine genauere Beobachtung des Halbmondes, ein Foto mit dem Smartphone oder längere Gespräche.

Das Feiertagswetter zu der Beobachtungsaktion am 01. November (weitere Fotos hier) fiel dann leider anders als geplant aus. Die wolkenlose Vorhersage hatte sich erst am Tag selber verschlechtert, aber mit der aufgezogenen dichten Bewölkung hatte ich dann wirklich nicht gerechnet. Anders sah es dagegen am Vortag aus, denn die Mondbeobachtung des Köln-Bonner-Astrotreff (KBA) sollte eigentlich zu einem Halloween-Familiennachmittag in der großartigen Weltraum-Ausstellung „Outer Space“ gehören. Dafür sah die Wetterprognose jedoch nicht so gut aus, wie für den darauffolgenden Tag, weshalb ich unsere Aktion um 24 Stunden verschoben hatte; letztlich war der Mond am Halloween-Abend dann doch schön zu sehen. Auch wenn schließlich das Wetter der beiden Tage regelrecht vertauscht war und die Blicke oft in Richtung der zum Teil dichten Wolken gingen, hat die öffentliche Beobachtung allen KBA-Sternfreunden Spaß gemacht. Der Mond hielt sich an diesem Abend zwar meist versteckt, aber dennoch schauten bis zuletzt einige Leute vorbei und man kam direkt ins Gespräch. Ich schätze, dass in der Zeit von 17:00 bis 19:30 Uhr um die 50 Besucher vorbeigekommen sind. Das ist zwar etwa die Hälfte weniger als zu unserer wettertechnisch überaus gelungenen Sonnenbeobachtung zum Ausstellungsstart von „Outer Space“, aber die nächste Mondbeobachtung gibt’s ja bereits am 29. November. Ab 16:30 Uhr bauen Bonner  Hobbyastronomen dann wieder direkt neben der Ariane-Trägerrakete auf dem Museumsplatz ihre Teleskope auf – sofern uns die Wolken nicht erneut einen Streich spielen.

19.11.2014

Nach der Vorspeise „Gravity“ kommt jetzt das Festmahl „Interstellar“

 

„We must confront the reality that nothing in our solar system can help us.“ Dieser Satz von Michael Caines Charakter markiert die hoffnungslose Ausgangslage von Christopher Nolans („Memento“, „Prestige“, „Inception“) neuestem Sci-Fi-Hit, der heute in den deutschen Kinos anläuft. Die Erde ist in der nahen Zukunft von „Interstellar“ dem Untergang geweiht. Bald wird sie unbewohnbar sein, denn wegen klimatischer Veränderungen werden langsam alle natürlichen Lebensmittelvorräte vernichtet und unsere blaue Heimat im All verstaubt allmählich zu einem Wüstenplaneten. Das Sterben der Menschheit ist nur noch eine Frage der Zeit und so hängt ihr Überleben allein vom Erfolg einer bemannten Mission zum Saturnsystem ab. Das Ziel der Astronauten ist ein Schwarzes Loch, das die Öffnung eines Wurmlochs darstellt. Damit geht das Raumschiff „Endurance“ und seine Besatzung auf die erste interstellare Reise, um in anderen Galaxien ein neues Zuhause für die Menschheit zu finden. 

Bereits 1988 berechneten die Physiker Kip Thorne und Michael Morris, dass tatsächlich theoretisch ein in beiden Richtungen durchquerbarer Wurmloch-Typ möglich wäre, genauso wie sie es im Sommer 1985 in einem Manuskript von Carl Sagans Roman „Contact“ gelesen hatten. In ihre Mathematik floss auch das Zwillingsparadoxon der Allgemeinen Relativitätstheorie ein, wodurch ihre theoretische Wurmloch-Lösung sogar zu einer Zeitmaschine wurde. Nach Robert Zemeckis beeindruckender Verfilmung von „Contact“ schafft es das Morris-Thorne-Wurmloch nun erneut auf die große Leinwand. Während sich der Film „Contact“ auf den philosophischen Aspekt einer Reise zum Stern Wega konzentrierte, ist es bei Nolans Weltraumdrama „Interstellar“ ganz klar die emotionale Komponente, wie schon vor 11 Monaten im ersten Trailer zu spüren war. Ging es etwa in „Memento“ noch um Erinnerungen und in „Inception“ um Träume und Gedanken, so dürfte das Thema Liebe jenseits von Raum und Zeit den Kern von „Interstellar“ darstellen. Es ist eine Geschichte über Vaterschaft und wohl der emotionalste Film des Kino-Visionärs. „Für mich geht es in dem Film darum, was es heißt, Vater zu sein“, so der Regisseur, und selbst Hauptdarsteller Matthew McConaughey bewegt dieses Thema.

Die Kritiken zum Weltraumabenteuer „Interstellar“, dem wohl meisterwartesten Film 2014, sind größtenteils sehr gut. Beispielsweise schreibt „Variety“: „Nolans neunte Regiearbeit ist emotional zugänglicher als seine unterkühlten, kopflastigen Thriller und Batman-Filme. „Interstellar“ gehört zu den besten Werken von Nolan, der sich erneut als der führende Geschichtenerzähler seiner Generation erweist. Sein Film hat seinen Platz neben visionären Sci-Fi-Trips wie „2001“, „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ und „Gravity“ mehr als verdient.“ „Gravity“ gilt übrigens für viele Filmfreunde als kleine Vorspeise bzw. als 90-minütige Actionsequenz, dagegen folgt nun mit „Interstellar“ das eigentliche 169 Minuten dauernde Drei-Gänge-Menü. „Nolan’s is the full three-course meal.“ In einer anderen Kritik heißt es: „Wo „Gravity“ kurz, reduziert und gefällig war, ist „Interstellar“ lang, grandios und anspruchsvoll.“ Auch bekannte Regiegrößen haben sich bereits im Vorfeld zu „Interstellar“ sehr positiv geäußert, Quentin Tarantino verglich ihn sogar mit Filmen von Andrei Tarkowski („Solaris“) und Terrence Malick („The Tree Of Life“).

Ob der neue Sci-Fi-Blockbuster, an dem auch Theoretiker Kip Thorne als wissenschaftlicher Berater für Schwarze Löcher beteiligt war, nun hält was die Trailer, die Kritiken und Hauptdarsteller McConaughey versprechen („Es ist der größte Film, an dem ich je beteiligt war. Es ist sogar der größte Film, an dem jemals irgendwer beteiligt war.“), kann ab heute jeder selbst im Kino beurteilen. „Everybody ready to say goodbye to our solar system? – To our galaxy.“ Und zur Oscar-Verleihung am 22. Februar 2015 sind wir wieder zurück.

06.11.2014

Ohne Worte: Neuer Trailer zum IMAX-Film „In Saturn’s Rings“

Das sind der neueste Trailer und die Zahlen zu einem Filmprojekt, von dem ich schon vor 10 Monaten berichtet habe, als man via Crowdfunding die Produktion des Soundtracks unterstützen konnte. „In Saturn’s Rings“ befindet sich nun fast auf der Zielgeraden und laut Regisseur Stephen van Vuuren könnte der Film noch Ende 2014 oder Anfang nächsten Jahres erscheinen. Und auch Samuel Barbers bekannte „Adagio for Strings“ wird in der fertigen 40-minütigen IMAX-Doku zu hören sein, das zeitlose Stück wurde bereits am 17. Januar wie geplant vom Greensboro Symphony Orchestra aufgenommen, wobei 50 Gigabyte an Daten entstanden sind. Nicht weniger Information steckt in den Einzelbildern, denn bei 750 Megabyte pro Bild und einer Rate von 24 Bildern pro Sekunde entstehen schließlich ebenfalls 50 Gigabyte (eher mehr) Film.

Hinter all den Zahlen und unzähligen Nullen und Einsen steht jedoch ein Film, der zu einem besonderen Erlebnis werden könnte. Denn statt wie heute üblich 3D-Modelle oder sonstige am Computer entstandene Grafiken zu zeigen, werden nämlich für die gesamte Doku ausschließlich echte Aufnahmen verwendet. Man sieht nur echte Fotos von Raumsonden oder Astrofotografen! Sehr interessant finde ich außerdem, dass es keinen ablenkenden Erzähler gibt, denn so wird „In Saturn’s Rings“ zu einem visuellen Augenschmaus und neuartigen Filmerlebnis. Es gibt kein CGI, hier spielt stattdessen wirklich nur die Schönheit der Natur die Hauptrolle und der Zuschauer kann einfach die atemberaubenden Naturbilder genießen und in die Saturnringe abtauchen. Das könnte tatsächlich großartig werden. Der Film soll in IMAX-Kinos (4K-Auflösung) und anderen Kinos mit Großleinwänden sowie in Fulldome-Planetarien (8K-Auflösung) zu sehen sein.

24.09.2014

Ariane 5 ist am Weltraumbahnhof Bonn angekommen

So steht ein 12 Meter hohes Modell der Ariane-5-Trägerrakete (Maßstab 1:5) schon seit dem 18. September auf dem Bonner Museumsplatz und passt zudem wunderbar in die Skyline der Bundeskunsthalle, in der bereits am 03. Oktober die große Schau „Outer Space – Faszination Weltraum“ (#OuterSpaceBonn via Twitter, #OuterSpaceBonn bei Facebook) starten wird. Nach jahrelanger Vorarbeit öffnen sich dann für Kunst- und Geschichts-Interessierte wie für Weltraum- und Science-Fiction-Fans unendliche Weiten „zwischen Kunst und Wissenschaft“.

Am Donnerstag erhob sich bei meiner Ankunft um 9:45 Uhr der Hauptteil der Ariane bereits senkrecht in den grauen Bonner Himmel, während gerade die Triebwerke mit dem  Sockel verschraubt wurden. Drei Kranwagen waren für den Aufbau vor Ort. Auf dem Platz oder direkt vom Museumsdach wurde von einigen Neugierigen das Treiben der französischen „Raketenbauer“ beobachtet, auch ein paar Schulklassen hielten kurz auf dem Weg ins benachbarte Kunstmuseum Bonn an und das Radio Bonn/Rhein-Sieg interviewte zwischenzeitlich die beiden Kuratoren, die die Arbeit am Startplatz natürlich nicht verpassen wollten. Kurz nach 11 Uhr war das von Leihgeber „Airbus Defence and Space“ in Toulouse zur Verfügung gestellte Ariane-Modell – die oberste Raketenstufe wurde zuvor noch ausgiebig mit Sprühflasche und Lappen frisch poliert – schließlich komplett und wartet seitdem auf ihren Start – auf den Start der großen Bonner Weltraum-Ausstellung. Und quasi direkt neben der Trägerrakete werden auch die drei von mir organisierten öffentlichen Beobachtungstermine stattfinden, bei denen Sternfreunde des KBA bei hoffentlich klarem Himmel die Sonne und den Mond beobachten wollen.

Hier gibt’s noch weitere Impressionen zum Aufbau des Weltraumbahnhofs Bonn:

23.09.2014


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