23. November bis 01. Dezember 2005

In der Woche vor dem 1. Advent konnte ich an fünf Tagen hintereinander wunderschöne Farbenspiele in den Wolken nahe der Sonne beobachten. Auch bei meiner ersten Halo-Sichtung Ende September waren mir diese schillernden Wolken bereits aufgefallen. Damals war ich mir noch nicht ganz so sicher, doch jetzt verschwand der letzte Zweifel: es waren irisierende Wolken. Zugegeben, hinter diesem merkwürdigen Wort kann sich manch einer – sowie ich anfangs – überhaupt nichts vorstellen. Diese Wolken schillern wie Farben in einem Ölfleck, ist oft als Beschreibung dieses Phänomens zu lesen. Das Einzigartige ist wohl, dass sich die Farbverteilung beim Irisieren nach den Eigenschaften der Wolke richtet. So kann man durchaus sagen, dass der Farbverlauf der Wolkenform folgt und so habe ich es auch gesehen. Optische Phänomene wie Regenbogen, Halo oder Hof mit Kränzen lassen sich geometrisch beschreiben und erscheinen als bunte Bögen und Halb- bzw. Vollkreise am Himmel. Hier aber dient das ganze Wolkenmeer als Bühne, um den Tanz der Farben aufzuführen.

Fünf Tage hintereinander

Oft schaute ich Richtung Sonne, die tief am wechselhaften Himmel der letzten Novembertage stand, aber über das Wochenende (Freitag, Samstag, Sonntag) waren die irisierenden Wolken nur noch kurzzeitig für jeweils wenige Momente (Minuten?) zu erblicken. Doch an den ersten beiden Tagen, Mittwoch und Donnerstag, konnte ich sie in voller Pracht bewundern. Kurz gesagt: Ich war nicht mehr vom Fenster wegzukriegen. Zuerst erschienen kurz andauernde Vorboten, wobei ich nicht ganz ausschließen kann, dass es an einem Tag in Form eines Hofs um die Sonne erschien. Manchmal war es schon schwer, zwischen einem Hof und einem irisierenden Wolkenring zu unterscheiden; ein Foto ist mir gelungen, auf dem das zutrifft. Auf diesem sind scheinbar zwei Kränze zu sehen, die sich um die Sonne schließen. Doch wenige Stunden später, meist während des frühen Nachmittags, ging der Farbentanz so richtig los.

Geglückte Fotos

Großflächiges Irisieren, wie es auf vielen Aufnahmen im Web zu sehen ist, zeigte sich zwar nicht, aber trotzdem war es ein fantastischer Anblick und ich war völlig begeistert. An den genannten beiden Tagen saß ich jeweils für ungefähr eine Stunde am schrägen Dachfenster und sprang immer wieder auf, um eine bessere Stelle zu finden und das Ereignis mit der Kamera besser festzuhalten. Meine Ausrüstung bestand aus Kamera, 10×50-Fernglas und Sonnenbrille. Ohne Sonnenbrille geht nix, besonders an den heiteren Tagen, aber an wolkigeren Tagen waren einzelne Farbkleckser auch mit bloßen Augen zu bewundern. Ansonsten fällt das Farbenspiel erst beim getönten Blick so richtig auf, so wie am Mittwoch. Ich war gerade mal auf der zweiten Seite des ersten Kapitels von „Das elegante Universum“, als ich zum Fenster hinaussah und dieses Farbenmeer am Himmel entdeckte. Versucht zuu fotografieren habe ich mit und ohne Fernglas, mit und ohne Sonnenbrille. So habe ich insgesamt über einen Film verknipst und zu meinem Erstaunen sind sogar einige Versuche etwas geworden. Der Kamin, der die Sonne ausblendet ist zwar nicht sehr fotogen, aber etwas Unansehnliches ist ja immer auf Aufnahmen der Sonnenumgebung.

Wochenrückblick

Diese Woche waren am Dienstag und Mittwoch auch nochmal ein paar irisierende Wolken unterwegs, wobei die am Dienstag entstandenen Fotos sogar etwas geworden sind. Heute (01. Dezember) gab es nach wochenlanger durchwachsener Wetterlage endlich mal wieder einen sonnigen Tag von einem schönen Azurblau umhüllt. Im 10×50 hab ich mir auf der Sonne den Doppelfleck 0826 angesehen. Vom plötzlichen und chaotischen Wintereinbruch in weiten Teilen Deutschlands haben wir sowieso nur über die Medien erfahren. Schneefall in normalen Dosen gab es hier im südlichsten Zipfel von NRW erst pünktlich zum 1. Advent. Und neben der ganzen Aufregung um die himmlische Farbenpracht, sitze ich neuerdings manchmal vor dem großen Wohnzimmerfenster und beobachte das wilde Treiben in den Bäumen an der Terrasse. Mit einem Vogelbestimmungsbuch in der Hand kann das ganz schön interessant sein. Besonders als wir am Mittwoch eine grüne Papageienart zu Gast hatten.

Hinter’m Bücherregal

Und immer öfter schaut ein seltener Gast vorbei, der uns schon seit Oktober besucht: ein einheimisches Eichhörnchen. Zuerst plünderte es gelegentlich das aufgebaute Eichellager auf dem Fenstersims, nun lässt es sich auch mal im Garten blicken, doch wo hat es sich eingenistet? Kurz darauf haben wir rausgefunden, dass es einen Unterschlupf aus Zweigen und anderem Gestrüpp auf einem Dachbalken am Giebel bezogen hat. Kurz gesagt: Hinter meinem Bücherregal hat sich ein Eichhörnchen niedergelassen. Heute hörte ich sogar durch die Wand ein Kratzgeräusch und mehrmals durfte ich auch zusehen, wie es flink an der Hauswand entlang kletterte.

[Nachtrag, 30. Dezember] 

Außer das wir einmal bereits zwei Eichhörnchen beobachten konnten und dem seltenen Kratzen hinter der Tapete, waren wir mittlerweile auch bei kleinen Akrobatennummer live dabei. Zuerst versuchte es sich im Geäst der Haselnuss am Teich zurechtzufinden, dann sprang es rüber in die Krone von der Blutpflaume und nach erfolgreicher Suche nach einer Startbahn, saß es mit einem Satz auch schon in der Dachrinne.  Ein anderes Mal war es hinter dem Gartentörchen zwischen Hauswand und Garange unterwegs und den Nachbarsgarten hat es aber auch schon erkundet.

Advertisements

0 Responses to “Farbenspiele in den Wolken und das Eichhörnchen hinter’m Bücherregal”



  1. Schreibe einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s




Hier klicken, um neue Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Schließe dich 70 Followern an

Kontakt und


%d Bloggern gefällt das: