Das war die 30. Astronomiebörse ATT in Essen

Am Samstag war es wieder soweit: Um 10 Uhr wurde in der Essener Gesamtschule Bockmühle der AstroTrödelTreff (ATT) eröffnet, wobei Europas größte Astronomiebörse nun schon zum 30. Mal stattfand. Bis 18 Uhr haben sich über 2.000 Hobbyastronomen bei etablierten Händlern, verschiedensten Unternehmen und kleinen Vereinen über Neuheiten informiert oder haben günstige Schnäppchen mit satten Messerabatten ergattert. Von den üblichen Verdächtigen wie u.a. Baader (mit seiner voll ausgerüsteten Sternwartenkuppel in der Haupthalle), Hofheim, APM, Intercon Spacetec über Astronomie-Tourismus-Unternehmen wie das Bonner Reisebüro Eclipse-Reisen.de oder SaharaSky bis zu neuen (Albireo) sowie längst etablierten Verlagen (Oculum) – auf dem ATT wird man einfach immer fündig, und sei es noch so ein ausgefallenes Randgebiet der Amateurastronomie. Neben den Büchertischen am Stand von Oculum (Bild 6) präsentierte Tom Pfleger seine Deep-Sky-Software „Eye & Telescope“ auf dem großen Bildschirm und zusätzlich stellte Christian Protzel am Tablet die brandneue interstellarum-App (erscheint Ende Mai) vor. Und beim gemütlichen Schlendern über das Messegelände traf man auch viele bekannte Gesichter oder sah man wie im Falle von Blogger-Kollege Stefan Gotthold (clearskyblog.de; Stefans ATT-Rückblick) zum ersten Mal. Zufälligerweise versammelte sich beim Oculum-Stand ein Grüppchen von uns Sternfreunden des Köln-Bonner-Astrotreff (KBA), so dass Daniel Bockshecker direkt ein Foto machte (gleich 5 interstellarum-Autoren nebeneinander!), natürlich mit unserem Berliner Außenposten Stefan (Gottie) Gotthold.

Kürzlich hatte mir der Bonner Sternfreund Martin Neumann in einem Interview verraten, dass er auch auf dem ATT mit einem eigenen Stand dabei sein wird. Und tatsächlich: Nicht weit vom Eingang direkt im ersten Flur hatte er die Möglichkeit seine Erfindung universe2go einem größeren Publikum vorzustellen und auch mit dem Prototypen vorzuführen; die Crowdfunding-Aktion zu seinem innovativen Produkt steht aktuell bei 84 Prozent und noch genau 19 Tage lang kann das interessante Projekt finanziell unterstützt werden. Um 15 Uhr wurde universe2go außerdem noch live im ATT-Studio der interstellarum-Sternstunde präsentiert (ab Minute 1:30). Die jeweils 30-minütigen Aufzeichnungen können übrigens hier (13 Uhr), hier (14 Uhr), hier (15 Uhr) und hier (16 Uhr) abgerufen werden; zahlreiche Fotos zur Sternstunde-Produktion mit Paul Hombach und Daniel Fischer vor der Kamera gibt’s hier sowie dort.

Daniel Fischer

Weil ich mir die falsche Uhrzeit gemerkt hatte, kam ich deutlich zu spät zum Vortrag des ersten deutschen Raumfahrers. Obwohl der heute 77-jährige Sigmund Jähn auf ein ereignisreiches Leben zurückblicken kann, scheint er doch immer noch der bescheidene und zurückhaltene Mann zu sein wie er seit seinem Ausflug zur Raumstation Saljut 6 im August 1978 beschrieben wird. In dem einstündigen Vortrag des deutschen Raumfahrt-Veteranen ging es u.a. natürlich um das Interkosmos-Programm, es wurden Einzelheiten zum anderthalbjährigen Training und der Rakete erläutert und er erzählte lang über seine Erfahrungen im Orbit, sprach sowohl über die durchgeführten Arbeiten als auch über die Freizeit inkl. der Hochzeit des Sandmännchens sowie der einmaligen Aussicht dort oben. Thematisiert wurden auch die Auswirkungen eines Weltraumaufenthalts auf den Menschen und im letzten Abschnitt sprach er über seine langjährige Arbeit bei DLR und ESA; Jähn ging 2005 in den Ruhestand. Ebenso spannend waren auch die Anekdoten, die bei der anschließenden Fragerunde zu hören waren. Beispielsweise konnte er aus erster Hand berichten, wie ein im Orbit entsorgter Behälter mit Abfall zu einer Story über einen begleitenden Außerirdischen wurde. Außerdem erinnerte sich der erste Deutsche im Weltraum an Treffen mit Hermann Oberth, dem Pionier der Raumfahrt und Raketenforschung, sowie an einen Mitte der 1980er Jahre stattgefundenen Kongress der ASE, bei dem der Kosmonaut aus der DDR zum ersten Mal Astronauten aus dem Westen kennenlernte.

Als Abschluss wurden schließlich ab 15 Uhr noch zahlreiche Autogrammwünsche von Jung und Alt erfüllt.

12.05.2014

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5 Responses to “Das war die 30. Astronomiebörse ATT in Essen”


  1. 1 Zeitreisender . um .

    Vielen Dank für den interessanten Bericht!

  2. 2 Stefan Gotthold (@gottie29) . um .

    Hi,
    sehr schöner Bericht und auch tolle Bilder. War super dich auch kennen gelernt zu haben und das man ein wenig Zeit fand zum quasseln.
    Übrigens hast Du noch einen Blogger-Kollegen eingefangen. Der nette Mensch mit der Mütze, der auf den Montior schaut ist der Autor von Astromarco’s Blog. ;-)
    Viele Grüße
    Stefan

  3. 3 majinsonic . um .

    Ich war im ATT Team. Ich bin mit meinem Kollegen die ganze Zeit über die Messe gewuselt. Man kann sich gar nicht vorstellen welche Mühen die Vorbereitungen und Nachbereitungen machen.

    Es sind immer nette Leute vor Ort und oftmals hat man das Gefühl im Chaos, bei den Menschenmassen, zu ersticken. Doch für die 30ste ATT war der Erfolg eher kläglich. In den vergangenen Jahren war defintiv mehr los. Ich habe bereits meine 6ste ATT mitgemacht und schaue mal, ob ich in den nächsten Jahren als ATT Helfer weiterhin zur Verfügung stehe.

    Es war ein interessanter Bericht und das ganze war auch sehr Interessant. Falls du mal Infos zu „Hinter den Kulissen“ brauchst, melde dich ruhig bei mir :)

    LG
    MajinSonic


  1. 1 interstellarum Sternstunde wieder live vom ATT | Skyweek Zwei Punkt Null Trackback zu . um .
  2. 2 Das war die ATT 2014 | astrozwerge Trackback zu . um .

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