Das Leben, das Universum und der ganze Rest

„Das Leben, das Universum und der ganze Rest“ ist nicht nur der Titel eines Bandes aus Douglas Adams‘ kultiger Romanreihe, ich finde damit ließe sich auch treffend Terrence Malicks wohl wichtigster Film „The Tree of Life“ (Trailer) beschreiben, denn nur das Wort Familiendrama trifft es nicht im geringsten. In gewohnt lyrischer und undurchsichtiger Art und Weise verknüpft Kinopoet Malick seine Geschichte mit der Suche nach dem Sinn des Lebens und bettet dabei alles in einen wahrhaft kosmischen Epos ein. „The Tree of Life“ ist der Blick auf unser kleines Leben zwischen Werden und Vergehen in einem unendlichen Universum. Die kosmische Perspektive verdeutlicht dabei eine atemberaubende 15-minütige Szene, die noch lange im Gedächtnis bleibt. Denn wie majestätisch Galaxien oder der Pferdekopf- und Helixnebel zu Preisners „Lacrimosa“ über die große Leinwand schweben, ist ein schlicht einmaliger Gänsehautmoment. Wie in einem Naturfilm offenbart Regisseur Malick das Entstehen des Kosmos, die Geburt der Erde und die Entwicklung des Lebens bis zu einem nahenden Asteroiden vor 65 Millionen Jahren. Wie ein Raubsaurier Gnade kennen kann, gefällt allerdings nicht jedem, aber dennoch gilt: Nie war die Entstehung der Welt schöner. Nie gesehene Bilder erschuf der Kinopoet zusammen mit dem aus der Rente geholten Douglas Trumbull, der schon für die Spezialeffekte in Stanley Kubricks „2001“ verantwortlich war. Malicks Opus Magnum würde Kubrick sicher gefallen.

Fazit: „The Tree of Life“ gehört ganz klar zu den Filmen, die man nur mögen kann oder nicht. Sogar bei seiner Vorführung in Cannes 2011 erntete der Streifen zugleich Buhrufe und langen Applaus, und wurde schließlich mit der Goldenen Palme ausgezeichnet. Wer einen nachdenklichen Film mit einer ungewohnten Erzählweise (nie bauen zwei Szenen aufeinander auf, vielmehr sind es Erinnerungsfetzen wie in einem Fotoalbum) erwartet und Malicks poetische Bildsprache aus „Der schmale Grat“ oder „The New World“ kennt, sollte sich diese Ode an die Kindheit (u.a. wunderbar mit Smetanas „Moldau“ untermalt) bzw. an die Schönheit der Natur nicht entgehen lassen.

08.01.2014

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