Stärkster Hinweis auf Europas Salzwasser-Ozean

Vor rund 15 Jahren gelang es erstmals mit der Planetensonde Galileo die Eiskruste des Jupitermondes Europa zu studieren, die Untersuchungen zur chemischen Zusammensetzung seiner Oberläche waren damals allerdings noch nicht genau genug. Durch den technischen Fortschritt ist es dagegen heute möglich, selbst mit erdgebundenen Großteleskopen und den modernsten Instrumenten das Spektrum des weit entfernten Eismonds sehr präzise zu untersuchen. Bei Beobachtungen, durchgeführt in drei Nächten mit insgesamt 4 ½ Stunden Beobachtungszeit im September 2011, mit dem OSIRIS-Spektrografen am 10m-Keck-II-Teleskop auf Hawaii – zusammen mit der adaptiven Optik – konnte tatsächlich eine etwa 40 Mal höhere spektrale Auflösung erreicht werden als damals mit der Jupitersonde Galileo.

Wie heute in einer neuen Pressemeldung und im dazugehörigen Fachartikel berichtet wird, wurde mit den neuen Daten anhand einer Spektrallinie bei 2,07 Mikrometer das Magnesiumsalz Epsomit (MgSO4) – auch Bittersalz genannt – auf Europa nachgewiesen. Aber wie lässt sich das Vorhandensein von magnesiumhaltigen Sulfaten an der Oberfläche des Eismondes erklären? Diese Frage beantworten die beiden Autoren damit, dass es sich bei dem Epsomit-Salz um ein Strahlungsprodukt handelt und durch die chemische Reaktion mit Schwefel entsteht; Hauptlieferant des Schwefels ist hier der aktive Vulkanmond Io. Aufgrund der Verteilung des Magnesiumsulfats auf der Oberfläche kommt nur dieses Entstehungsszenario von außen infrage. Aus diesem Ergebnis folgern die Forscher sogar weiter, woraus der Ozean unter Europas Eispanzer hauptsächlich zusammengesetzt ist. Zwei Modellannahmen gibt es dazu, wobei die neuen Spektraldaten deutlich dafür sprechen, dass der angenommene 100 Kilometer tiefe Ozean Europas aus salzhaltigem Wasser durch Magnesiumchlorid-Salz (MgCl2) besteht. „If you could go swim down in the ocean of Europa and taste it, it would just taste like normal old salt“, heißt es von Autor und Planetenforscher Mike Brown.

NASA, JPL, Caltech

05.03.2013

 
M. E. Brown, & K. P. Hand (2013). Salts and radiation products on the surface of Europa Astronomical Journal arXiv: 1303.0894v1

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