Zwei Supererden in habitabler Zone von tau Cet vermutet

Heute können bei der Suche nach Exoplaneten mittels des Doppler-Effekts (Radialgeschwindigkeitsmethode) immer winzigere Bewegungsunterschiede beobachtet werden und um den Störeinfluss der empfindlichen Detektoren selbst minimieren zu können, hat sich nun ein internationales Forscherteam unter Leitung englischer Astronomen mit diesem Hintergrundrauschen beschäftigt. Sie entwickelten eine neue Technik, mit der sich das von den Präzisionsinstrumenten ausgehende Rauschen besser unterdrücken lässt und  wählten als Fallbeispiel den zweitnächsten sonnenähnlichen Stern tau Cet (Spektraltyp G8, 0,8-fache Sonnenmasse und -größe) aus. Es wurden u.a. Datenmengen des HARPS-Spektrografen (4.398 Einzelmessungen von fast 6 Jahren) und des HIRES-Spektrografen (567 Einzelmessungen von 9 ½ Jahren) untersucht und durch die Anwendung der neuen Analysemethode fanden sie schließlich bei dem 12 Lichtjahre entfernten Stern gleich fünf neue Exoplaneten-Kandidaten. Über diese Entdeckung wird heute hier und hier berichtet, der Fachartikel findet sich hier.

PHL @ UPR Arecibo

Zumindest nach den errechneten Minimumsmassen handelt es sich bei den Kandidaten allesamt um Supererden, da ihre Massen zwischen 2 und 6,6 Erdmassen liegen. Besonders interessant scheinen hier die Kandidaten tau Cet e (4,3 Erdmassen) und f (6,6 Erdmassen) zu sein, denn mit Abständen von 0,55 und 1,35 AE bzw. Umlaufzeiten von 168 und 642 Tagen befinden sie sich in der habitalen Zone ihrer Sonne – wo also Wasser in flüssiger Form möglich ist. Mit ihrer neuen Technik konnten die Astronomen die Empfindlichkeit bei der Datenanalyse (0,3 m/s statt des bisher kleinsten Geschwindigkeitswertes von 0,56 m/s) steigern, doch erstmal muss dieses Verfahren auch unabhängig bestätigt werden. Dies gibt auch der Entdecker des Exoplaneten bei alpha Cen B, der erst vor zwei Monaten bekanntgegeben wurde, zu bedenken und ergänzt: „If the planet is really there, it would be the best candidate so far to harbour life.“

Der Stern tau Cet ist 3,5mag hell und steht im Walfisch rund 15 Grad östlich von beta Cet, dem hellsten Stern des Herbststernbildes.

PHL @ UPR Arecibo

19.12.2012

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