V410 Tau: Erstmals Magnetfeld eines Sternflecks direkt gemessen

AIP

Seit mittlerweile 20 Jahren wird die magnetische Aktivität (Darstellung von 1992) des etwa 11,0 mag hellen Sterns V410 Tau spektroskopisch untersucht, zudem wurde 2010 die erste Zeeman-Doppler-Karte der Sternoberfläche veröffentlicht. Nur anhand des Sternspektrums konnte durch die Rotation des Sterns (Doppler-Effekt) und die Polarisation des Magnetfeldes (Zeeman-Effekt) erstmals der auffällige polare Sternfleck kartografiert werden. Bei diesemVerfahren reichte allerdings noch nicht die spektrale Auflösung aus, um etwa die Flussdichte des Magnetfeldes am Ort des Sternflecks zu bestimmen, erklärt Klaus G. Strassmeier in der Pressemitteilung: „Wenn ein Ort auf der Oberfläche am Stern dunkel ist, kommt von dort kein oder nur wenig Licht im Spektrographen an und die über die ganze Sternscheibe rekonstruierte Magnetfeldverteilung wird verfälscht oder sogar unterdrückt.“

Strassmeier und sein Kollege Thorsten A. Carroll, beide vom Astrophysikalischen Institut Potsdam (AIP), konnten nun – wie sie hier berichten – dieses Problem lösen. Mit der neuen Analysesoftware iMap ließen sich jetzt erstmals aus Sternspektren, aufgenommen im Oktober und Dezember 2008 sowie Januar 2009, simultan die Temperaturverteilung und die Verteilung des stellaren Magnetfeldes rekonstruieren. Diese gleichzeitige Tomografie-Betrachtung der Linienprofile in den Spektren macht es möglich, dass detailierte Temperaturkarten (Bild unten, obere Reihe) und Magnetfeldkarten (Bild unten, untere Reihe; die Polaritäten sind farblich codiert) erstellt werden können; bei der Abbildung ganz oben wurden beide Daten übereinander gelegt. So zeigt sich, dass der 500 Lichtjahre entfernte 1.000 Kelvin kühlere Sternfleck tatsächlich mit einem starken Magnetfeld (maximal 1.900 Gauss) zusammenhängt – so wie bei den Sonnenflecken unseres Heimatgestirns.

V410 Tau befindet sich noch in seiner T-Tauri-Phase und gehört deshalb mit einem Alter von nur 1,2 Millionen Jahren zu den Vor-Hauptreihensternen, er hat eine Masse von 1,4 Sonnenmassen und die zwei- bis dreifache Sonnengröße, außerdem steht der junge Stern scheinbar vor der Dunkelwolke Barnard 7.

AIP

06.12.2012

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