Abell 30: Zentralstern zweimal gestorben

Er ist ca. 5.500 Lichtjahre entfernt, 14,3mag hell und steht etwa einen Monddurchmesser südöstlich von delta Cnc im Sternbild Krebs: der Zentralstern des Planetarischen Nebels Abell 30. Visuell ist die kreisrunde Nebelscheibe allerdings nur etwas für größere Amateurteleskope.

Die äußere Hülle ist bereits 12.500 Jahre alt; ansonsten ist von der sterbenden Riesensonne nur ihr kleiner Kern übrig geblieben, der sich zu einem Weißen Zwerg entwickeln sollte. Doch vor rund 850 Jahren ereignete sich eine thermonukleare Explosion in der Heliumschicht, die den Weißen Zwerg umgab. Durch diese als VLTP (Very Late Thermal Pulse) bezeichnete Zündung ereignete sich eine Born-Again-Episode: Die schrumpfende Sternleiche wurde auf diese Weise kurzzeitig zu einem Stern mit Heliumbrennen wiederbelebt. Die dabei abgestoßene Hüllenmaterie raste durch den älteren Gasnebel, formte Wirbel und andere Strukturen und dicht am Zentrum entstanden kometenähnliche Knoten. Der Sternrest ist nun zum zweiten Mal gestorben, er ist immer noch über 100.000 Kelvin heiß und durch seine energiereiche UV-Strahlung ist der zentrale Nebelbereich sogar mit dem Röntgensatellit Chandra nachweisbar (im Ausschnitt violett dargestellt).

Der Fachartikel vom Februar zu der aktuellen Pressemitteilung ist hier verfügbar.

23.11.2012

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