Kein Mondlander aus Deutschland. Aber deutscher Antrieb für Orion?

Eine deutsche Mondmission wäre einfach zu schön gewesen, doch das Projekt ist wohl nun endgültig gestorben. Vor 5 ½ Jahren tauchten erstmals Pläne zum LEO (Lunar Exploration Orbiter) auf, mit dem Deutschland alleine den Mond erkunden wollte. Aus den ursprünglich zwei Satelliten, die wie STEREO den Mond in 3D vermessen sollten, machte das DLR ein Jahr später sogar einen Lander. Aufgrund der deutschen Haushaltslage gab es aber letztlich kein grünes Licht für die Mission und als erst vor einem Monat die Kosten auf 500 Millionen Euro (für Entwicklung, Start, Flug und sechsmonatiger Missionsdauer) festgesetzt wurden, versuchte man für die nötige Finanzierung andere ESA-Mitgliedsstaaten ins Boot zu holen.

Ein Start für den EADS-Lander war für 2018/2019 anvisiert, doch nun ist der deutsche Mondflug schon zum dritten Mal gestorben. „Deutschland hätte das Projekt gern umgesetzt“, sagt Peter Hintze, Koordinator der Bundesregierung für die Luft- und Raumfahrt, doch statt großer Namen wollten sich nur Länder wie Belgien, Portugal oder Tschechien an dem Projekt beteiligen. Und so kam die 16-Millionen-Euro-Studie von EADS bei der ESA-Ministerratssitzung, die diesen Dienstag und Mittwoch in Neapel stattfand, schon gar nicht mehr auf den Tisch. Für die europäische Raumfahrt geht es in den nächsten Jahren u.a. um Großprojekte wie Ariane 5 ME (Start 2017/2018) und Ariane 6 (Start 2021/2022; „Today, the Ariane 6 is born“) und der Beteiligung an der Merkurmission BepiColombo und dem JWST-Weltraumteleskop.

Außerdem wurde in Neapel über eine Mitarbeit an dem NASA-Mondprogramm entschieden. 450 Millionen Euro sollen jetzt für zwei Jahre in die Entwicklung des Servicemoduls für das Orion-Transportsystem – offiziell als Multi-Purpose Crew Vehicle (MPCV, bemannter Flug nicht vor 2021) bezeichnet – gehen. Wenn die NASA nun auf das Know-how des ESA-Raumfrachters ATV (vierter Flug im April 2013) setzen sollte, dann könnte doch noch deutsche Technik zur ISS und sogar zum Mond fliegen. Denn immerhin wurden am EADS-Standort Bremen schon das Abstriebsteil und die Steuerungseinheit für das ATV entwickelt.

Jeremy Cook

22.11.2012

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