49 Cet: Staub und Gas durch 15.000 Kometenkollisionen täglich

Erst im April berichtete die ESA basierend auf Beobachtungen des Weltraumteleskops Herschel, dass der bekannte Staubgürtel des nahen Sterns Fomalhaut eine Gesamtmasse von 110 Erdmassen enthält. Um diese riesige Menge, die ungewöhnliche Temperatur des Staubrings und die Anwesenheit von eher großen, locker gepackten Staubflocken zu erklären, stellte man ein Modell vor, nach dem dort täglich tausende Kometenkollisionen stattfinden. Jeden Tag soll hier ein Massenäquivalent von zwei 10km-Kometen oder 2.000 nur  kilometergroßen Kometen freigesetzt werden.

Ein noch dramatischeres Bild haben zwei Astronomen nun von einem weiteren Stern des Herbsthimmels. 49 Cet (5,6mag) ist nur 40 Millionen Jahre alt und steht 190 Lichtjahre entfernt im Sternbild Walfisch. 1995 hatte man entdeckt,  dass das Sternsystem nicht nur staubreich ist, sondern auch von einer Gasscheibe aus Kohlenmonoxid (CO) umgeben sein muss. Nach einer neuen Arbeit zweier Astronomen geht man jetzt davon aus, dass die Staubscheibe insgesamt 400 Erdmassen an kometenähnlichen Objekten enthält. Unter der Annahme von typischerweise zwei Kilometer großen Eisbrocken, ergibt sich bei dieser fernen Sonne eine Anzahl von 240 Billionen (2,4x10e14) Kometen.

Und mit der berechneten Produktionsrate von Staub und Gas kam man zu dem Schluss, dass sich hier alle sechs Sekunden eine Kometenkollision ereignet! Mit umgerechnet fast 15.000 Zusammenstößen jeden Tag ergibt sich sogar eine 10 Mal höhere Kollisionsrate als bei Fomalhaut. Diesen interessanten Lichtpunkt 49 Cet hab ich mir dann letzte Nacht gleich selbst mal im Fernglas angesehen. Zudem stellen die Forscher in ihrer Veröffentlichung sogar noch ein weiteres dramatisches Sternsystem vor: HD 21997 (6,4mag). Auch für den 30 Millionen Jahre alten Herbsthimmel-Stern in 230 Lichtjahren Entfernung nehmen sie ein Bombardement in diesem Ausmaße an, das jeweils viele Jahrmillionen anhalten sollen. Einer der beiden Autoren berichtet: „We calculate that comets collide around these two stars about every six seconds. I was absolutely amazed when we calculated this rapid rate. I would not have dreamt it in a million years. We think these collisions have been occurring for 10 million years or so.“

NASA/JPL/Caltech

12.11.2012

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