Die Bonner und das Higgs – Teil 1

Vor einer Woche warteten alle gespannt auf die große Ankündigung der Physiker der Weltmaschine LHC. Auf dem Genfer CERN-Seminar und der anschließenden Pressekonferenz wurden nicht nur die Zahlen der neuesten Kollisionsdaten präsentiert, sondern es wurde tatsächlich die Entdeckung eines neuen Bosons bekannt gegeben. Und wenn es dafür Standing Ovations im Auditorium gibt und Wissenschaftler ganz gerührt und den Tränen nah sind, dann muss es wirklich ein großer Tag für die Physik sein. Fazit des vergangenen Mittwochs war: Wir haben ein Higgs-Boson, aber welches? Das werden erst weitere Teilchenkollisionen mit nahezu Lichtgeschwindigkeit im Beschleunigerring unter der Grenze zwischen Frankreich und der Schweiz zeigen.

Grund zum Feiern hatten auch die Bonner Teilchenphysiker und so lädt die Uni Bonn eine Woche nach der Bekanntgabe der CERN-Forscher am Mittwoch zu einer Abendveranstaltung im Hauptgebäude ein. Vortragende aus den Arbeitsgruppen werden ab 19:30 Uhr in Hörsaal 1 die Entdeckung näher vorstellen.

Uni Bonn

Aus dem physikalischen Institut der Uni Bonn stammen hauptsächlich die Auslese-/Verstärker-Chips für das Herz des ATLAS-Experiments, denn die sog. Front-End-Chips (als FEs im Bild bezeichnet) wurden seit 1995 in Bonn entwickelt. 16 davon gibt es auf der Unterseite jedes Moduls und insgesamt besteht der Pixeldetektor, sozusagen die Teilchenkamera von ATLAS, aus 1.744 Modulen. Jedes dieser 6×2 Zentimeter großen Module besteht aus 46.000 Pixeln, die wiederum über die 2.880 Pixel der Bonner Chips ausgelesen werden.

Vereinfacht gesagt: Erst mit der Elektronik aus Bonn aus zusammen 80 Millionen Auslesekanälen können wir in das riesige 25 Meter hohe ATLAS-Experiment „hineinsehen“ und wissen, ob bei den Proton-Proton-Kollisionen vielleicht auch Higgs-Bosonen entstehen. Der zentrale Pixeldetektor von ATLAS besteht u.a. aus drei zylinderförmigen Modul-Lagen, die das Strahlrohr, in dem die Protonen auf nahezu Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden, umgeben. Die Module sind dabei nur 5 bis 12 Zentimeter von dem Kollisionspunkt entfernt.

CERN

10.07.2012

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