Archiv für Juni 2012



Amateur fotografiert 135 Sternhaufen in M 104

Bereits vor 7 Monaten machte der neuseeländische Astrofotograf Rolf Wahl Olsen mit dieser Aufnahme der schwachen Staubscheibe um den 3,8mag hellen beta Pic auf sich aufmerksam. Mit dem gleichen 10-Zöller belichtete er nun im Frühjahr in 3 Nächten die bekannte Sombrerogalaxie M 104 für insgesamt 4 Stunden und 21 Minuten. Und auch dieses Ergebnis kann sich sehen lassen, konnte er doch in seiner Aufnahme 135 Kugelsternhaufen markieren – in einer Entfernung von rund 30 Millionen Lichtjahren. Selbst der hellste Kugelsternhaufen – in Olsens Aufnahme als 36 bezeichnet – hat nur eine Helligkeit von 18,6mag. Er wurde vor 10 Jahren als H2-22 katalogisiert bzw. mit der Nummer 2743 versehen.

12.06.2012

„Pretty Transit Pictures“ aus Deutschland

Um den letzten Venustransit des Jahrhunderts beobachten zu können, musste man angesichts der schlechten Wetteraussichten für Deutschland generell in den Osten oder an die Ostsee ausweichen. Doch für Aufnahmen wie diese von Jens Hackmann lohnt sich selbst eine Kurztrip von insgesamt 1.500 Kilometern. Auf der Insel Fehmarn konnte er einen farbenfrohen und „effektvollen“ Venustransit-Sonnenaufgang direkt über der Ostsee fotografieren.

Auch die Insel Rügen bot eine sehr gute Alternative. Durch die unruhige Luft direkt am Horizont wurde das Venusscheibchen kurzzeitig tropfenförmig auseinandergezogen – der Tropfeneffekt einmal anders.

Hier werden weitere Aufnahmen gezeigt, und sogar ein Video wurde aufgenommen.

So wurde der Venusdurchgang von der fünfjährigen Anna festgehalten, die an diesem Tag schon um 4 Uhr morgens geweckt wurde. Den Transit hat sie mit ihrem Vater sowie Freund „Wolle“ an der Schulsternwarte Sigmund Jähn im vogtländischen Rodewisch beobachtet. Bei ASOD ist das Bild bereits eingereicht.

Wie die Venus zum dritten Kontakt gerade durch die Chromosphäre zieht, zeigt dieses Bild von Ronald Stenzel aus Dresden. Einzelne Protuberanzen sind auch zu sehen.

Hobbyastronom Frank Vohla aus dem sächsischen Altenburg hat ebenfalls einen effektvollen Sonnenaufgang festgehalten.

Hier ist ebenso ein stimmungsvoller Sonnenaufgang mit kleinem Venusscheibchen zwischen durchziehenden Wolkenbändern zu sehen.

07.06.2012

Sonne im Rheinland! Nur 8 Stunden zu spät

Wie vorhergesagt blieb im Rheinland das Naturschauspiel Venustransit 2012 hinter einer grauen Wolkendecke verborgen. Die Regenfront – danke nochmal Bergit – der Transitnacht ist am Vormittag abgezogen und es klarte langsam auf, so dass es ab Mittag für zwei, drei Stunden tatsächlich ab und zu Sonnenschein gab. Leider kam der nur rund 8 Stunden zu spät. Tja, hätte also der Transit wie vor acht Jahren zur Mittagszeit stattgefunden, wäre alles glatt gegangen.

Jetzt muss ich doch 105 Jahre lang auf das nächste Jahrhundertereignis Venusdurchgang warten.

Am 80mm-Richfielder konnte ich zumindest die im schiefen Viereck angeordneten kleinen Sonnenfleckengruppen festhalten.

06.06.2012

Weitere Rhodos-Transit-Impressionen

Drei KBA-Sternfreunde konnten bei schönstem Transitwetter auf Rhodos die komplette Endphase des Venusdurchgangs (inkl. Lomonossow-Effekt) mit gleich vier Tuben auf dem Balkon verfolgen.

Zusammengefasst sind hier ihre weiteren Transitstimmungen:

Und trotz der platzbeanspruchenden Instrumente war immer noch Platz für einen Projektionsschirm.

06.06.2012

Live-Bericht zum Venustransit

Zurzeit gibt es zwei große Bildersammlungen, die sicherlich noch anwachsen werden: „Realtime Image Gallery“ und die NASA-Flickr-Seite. Aus Deutschland sind mir bis jetzt nur die Fotos von KBA-Sternfreund Peter Oden auf Rügen und diese erste Aufnahme von Jens Hackmann bekannt. Um 4:44 MESZ fing er auf Fehmarn diesen Sonnenaufgang über der Ostsee ein – samt Venus hinter Schleierwolken. [07:06 MESZ]

Der Venusdurchgang 2012 ist Geschichte – und hier kommt der nächste Schauer runter. [06:48 MESZ]

Der letzte Kontakt ist erfolgt, anschließend verabschiedete sich der Webcast vom Mauna Kea. [06:47 MESZ]

Dieses H-alpha-Standbild aus einem norwegischen Webcast zeigt die Venus kurz vor dem dritten Kontakt. [06:32 MESZ]

Der Austritt steht um 06:05 MESZ kurz bevor. [06:15 MESZ]

Ein zeitgemäßes Transitfoto wurde von Stefan Krause irgendwo in Nordschweden aufgenommen: „Venustransit auf dem Smartphone“. [06:05 MESZ]

So verzerrt sah übrigens einer der Venustransit-Sonnenaufgänge von der ISS aus. Schließlich geht alle 90 Minuten die Sonne für die Weltraumstation auf. [05:57 MESZ]

Und auch über der KBA-Außenstelle auf Rügen ist heute früh – sichtbar am Horizont – die Sonne samt Venus aufgegangen. [05:33 MESZ]

Unser Mann auf Rügen schreibt: „Die Reise hat sich zu 100% gelohnt!!“. [05:32 MESZ]

So sah der Sonnenaufgang um 4:55 MESZ bei der KBA-Außenstelle auf Rhodos aus. [05:25 MESZ]

Langsam nähert sich die Venus um kurz vor 5:00 MESZ wieder ihrem Austritt. [05:10 MESZ]

Der Venustransit in Großformat lässt sich hier wunderbar auf den Bildern des NSO verfolgen. Als Nachlese zum Eintritt: Pünktlich zum zweiten Kontakt entstand diese Aufnahme um 00:21 MESZ. [01:12 MESZ]

Auch die an anderer Stelle gezeigten SDO-Aufnahmen scheinen nur zeitverzögert auf dem Bildschirm anzukommen. So stammt dieses Bild von 00:26 MESZ. [00:49 MESZ]

Das nächste Bild dieses Webcasts zeigte dann bereits den schon beendeten Eintritt, aufgenommen um 00:32 MESZ. [00:42 MESZ]

Der bei APOD laufendende Webcast zeigt zwar die schärfsten Bilder, leider nur deutlich verspätet, so wie diese Aufnahme von 00:20 MESZ. [00:37 MESZ]

Ein anderer Webcast vom selben Berg … [00:32 MESZ]

Direkt vom Keck Observatory… [00:25 MESZ]

So sah übrigens die Annäherung aus Sicht des Sonnensatelliten SDO aus. [00:14 MESZ]

Paul und ich hatten eben etwa zur gleichen Zeit den Mond im Visier. Welcher wurde nun in Deutschland und welcher auf Rhodos aufgenommen? Allzu schwer dürfte es nicht sein. Immerhin erkennt man anhand des Mare Crisium, dass der rechte Mond auch wirklich ein Mond ist. [00:09 MESZ]

Für den Sonnensatelliten SOHO ist der Venustransit schon vorbei. Denn ohne die Sonnenscheibe zu berühren zog der Planet knapp oberhalb des Sonnenrandes vorbei. [23:23 MESZ]

Venustransit live am Bildschirm – 6 Stunden noch

Angesichts des meist schlechten Transitwetters in Deutschland – außer tief im Osten -, bleibt leider nur die Beobachtung am PC, Laptop, Tablet, Handy oder Smartphone via Internet. Sehr viele weiterführende Links wurden auf venustransit.de zusammengestellt: „Webcasts, Livestreamings und Liveberichte„. Hier wird man auf jeden Fall fündig.

Im Blog „Bonner Sterne“ wird es auch laufend neue Berichte von Rügen und Rhodos geben. Aus dem gleichen Hotelzimmer auf Rhodos wird man zusätzlich noch mit einer Live-Berichterstattung versorgt: „Live-Blog zum Venus-Transit 2012 – Rhodos et al.„. Übrigens ist hier erst vor wenigen Stunden eine weitere sensationelle Venusaufnahme geglückt, die einen geschlossenen Atmosphärenring nur etwa 9 Stunden vor dem Transit zeigt.

Auch via Twitter wird der Venustransit live zu verfolgen sein. Und zwar twittert hier bzw. hier der Bonner Sternfreund Stefan Krause aus dem nordschwedischen Kiruna, wo man auf eine Mitternachtssonne mit Venusdurchgang hofft.

Exactly 6 hours and counting …

05.06.2012

Das deutsche Transitwetter …

… fällt leider wie angekündigt sehr bescheiden aus. Während es heute zumindest hier im Rheinland noch mit blauen Abschnitten wechselnd bewölkt ist, schaufelt Nordsee-Tief Bergit pünktlich zum Venusdurchgang ordentlich Wolken und Regen nach Deutschland. Die einzige Hoffnung ist nach wie vor ein schmaler Streifen östlich von Berlin bis hoch nach Rügen.

Exactly 7 hours and counting …

05.06.2012

Noch exakt 24 Stunden bis zum Transit

Die ersten Tagesberichte der Ausflügler des Köln-Bonner-Astrotreffs (KBA) sind schon online im Blog „Bonner Sterne“. Die Rhodos-Gruppe meldet sich mit vielen Impressionen eines strahlend blauen Montags aus dem Hotelzimmer zurück. Schon am Vormittag hatten sie über die erste Venussichel vom Balkon berichtet. Die weitere Fotosession mit Herschelkeil und abgeblendetem 140mm-Refraktor ergab etwa zur Mittagsstunde – ca. 37 Stunden vor dem Eintritt – sogar dieses verblüffende Ergebnis. Die Venusatmosphäre scheint hier tatsächlich schon geschlossen sichtbar zu sein. Die Aufnahme ging bereits ans „Venus Twilight Experiment“ und ist schon auf spaceweather.com zu sehen: „Venus as a complete ring“.

Und auch Peter hat sein Quartier auf Rügen bezogen. Wie er schreibt, bietet sein Zimmer einen bequemen Horizontblick über den Sandstrand Richtung Nordosten. Besser geht’s nicht.

Und es wird natürlich munter weitergebloggt. Exactly 24 hours and counting …

05.06.2012

Noch 30 Stunden bis zum Transit

30 Stunden vor dem Beginn des letzten Venustransits für mehr als 100 Jahre, ist der Planet nun ins Blickfeld der LASCO C2-Kamera des Sonnenbeobachters SOHO gerückt. Nur noch rund 2° beträgt der Abstand zur Sonne.

04.06.2012

KBA-Venustransit-Expeditionen gestartet

Die KBA-Expedition zum Venustransit ist heute bei strahlendem Sonnenschein am Mittelmeer angekommen. Denn während die Vorhersagen für das Transitwetter im Rheinland eher bescheiden ausfallen, hat Daniel seine Sachen gepackt und ist mit zwei Mitstreitern samt 140mm-Refraktor – Gepäckgewicht insgesamt etwa 40kg – nach Griechenland geflüchtet. Via Twitter hieß es gestern Nacht: „Doesn’t look like much yet, but most of this gear will transform into a big Transit of Venus refractor once Rhodes is reached later on Sunday.“

Und der erste Lagebericht aus Rhodos ist schon im „Bonner Sterne“-Blog online. Ebenso wurden bereits die ersten Testfotos des griechischen Sonnenaufgangs  gemacht – direkt vom Hotelbalkon.

Auch KBA-Mitglied Peter hat seine Koffer gepackt und macht sich am Montag auf die nicht ganz so lange Fahrt nach Rügen. Und tatsächlich sind schon für den Osten Deutschlands bessere Wetteraussichten angesagt. Das Gepäck sieht nicht nach viel aus, dennoch sind hier Teleskope, Montierung, Gegengewichte, Laptops, Kameras und mehr verstaut.

Vielleicht kommt es im Nachbarblog „Bonner Sterne“ sogar zum Wettbloggen.

03.06.2012


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