UltraVista-Objekt 12,9 Milliarden Jahre entfernt

Ende Dezember 2010 wurde eins der beiden 6,5m-Magellan-Teleskope des Las Campanas Observatory auf ein sehr schwaches Objekt an der Position 09 59 50.99 +02 12 19.1 gerichtet. Von der Galaxie LAE J095950.99+021219.1 wurden insgesamt 14 Belichtungen zu jeweils 30 Minuten durchgeführt. Aus dieser Datenmenge von 7 Stunden konnten 4 Spektren gewonnen werden, die eine „weak but visible“ Emissionslinie zeigen – immerhin ist die Galaxie im Nahinfrarot nur 24,9mag schwach. Die von den Astronomen entdeckte Lyman-alpha-Linie weist eine Rotverschiebung von 6,944 auf und damit gehört diese Galaxie in 12,9 Milliarden Lichtjahren Abstand zu den derzeit am weitesten entfernten Objekten. Ihr Licht erlaubt Einblicke in die Zeit 800 Millionen Jahre nach dem Urknall.

Die entdeckte ferne Galaxie steht nur 5,7 Bogenminuten neben der hellsten Galaxie des COSMOS-Feldes: PGC 28923, die nur rund 100 Millionen Lichtjahre entfernt ist und ich Ende März mit dem 12-Zöller beobachtet habe. Das COSMOS-Feld war, wie erst vor 2 Monaten berichtet wurde, das Ziel der UltraVista-Durchmusterung, die im Infraroten 200.000 Galaxien in dem 2° durchmessenden Feld abgelichtet hat. Ein Ausschnitt der UltraVista-Aufnahme zeigt die Galaxie (markiert am rechten Rand) neben der hellen PGC-Galaxie bzw. zwischen unzähligen kleinen Welteninseln.

ESO/UltraVISTA team

16.05.2012

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